Köhler und Borchert erhalten Wappennadel der Stadt

10. April 2015 @

Die Stadt Sehnde ehrt Bürger, die sich um die Stadt und die Gemeinschaft verdient gemacht haben unter anderem mit einer Wappennadel. Die haben jetzt Walter Köhler aus Wirringen und Bruno Borchert aus Bilm aus der Hand von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke überreicht bekommen. Sie sind seit über zwei Jahrzehnten für Sehnde als Feld- und Flurwarte tätig. Die Wappennadel wurde 1988 gestiftet und bisher an nur 89 Personen verliehen.

Zu einer kleinen Feierstunde hatten sich Walter Köhler (79), Feld- und Flurwart in Sehnde Süd, und Bruno Borchert (81), zuständig für den Bereich Sehnde Nord-West, im Zimmer des Bürgermeisters eingefunden. „Mit den Wappennadeln honorieren wird die langjährige ehrenamtliche Arbeit der beiden Bürger für die Natur unserer Stadt. Zudem sind sie bei fast jeder Sitzung des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung mit dabei“, so Lehrke bei der Übergabe. „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass wir als Kommune für solche Aufgaben Leute finden. Daher wollen wir mit der Nadel eine öffentliche Anerkennung ausdrücken.“

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (re.) überreicht die Wappennadeln an Walter Köhler und Bruno Borchert (v.li.) - Foto: JPH

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (re.) überreicht die Wappennadeln an Walter Köhler und Bruno Borchert (v.li.) – Foto: JPH

Borchert hat mit der Tätigkeit bereits am 1. November 1995 begonnen, Köhler folgte am 1. Januar 1997. Sie sind als Feld- und Flurwarte zwei von insgesamt vier Sehndern, die sich um Zustand und Verhalten in den Bereichen Sehnde Süd, Nord-West, Ost und Mitte kümmern. Dort achten sie darauf, dass die Bürger sich ordentlich verhalten, wie sie beschreiben. Dazu gehört, dass unnötige Zerstörung von Natur vermieden wird, kein Müll abgeladen und Hinterlassenschaften nach Feiern abgeräumt werden. Auch die Schonung der Wege, das Anleinen von Hunden in der Brut- und Setzzeit sowie das Melden von Umweltfreveln gehören zu ihren Aufgaben. Dazu werden sie von den Fraktionen des Stadtrates vorgeschlagen, vom Land ernannt und vom Stadtrat bestätigt. Seit 1988 gibt es die Feld- und Flurwarte in der Stadt Sehnde.

Für ihre Tätigkeit bekommen sie einen amtlichen Ausweis, der sie berechtigt, Spaziergänger, Radfahrer und Reiter in ihrem Bereich zur Ordnung zu rufen und auch Anzeigen zu erstatten. „Das kommt meistens bei Müllablagerungen zum Tragen“, erzählt Köhler aus seiner praktischen Arbeit. „Aber ich habe auch schon Müllfrevler selbst entdeckt und sie haben ihren Schutt dann beseitigt, so dass ich die Anzeige zurückziehen konnte.“

Köhler, der in Wirringen geboren wurde und dort Landwirt war, ist ohnehin viel in der Natur unterwegs. „Da habe ich die Aufgabe nach meiner Zurruhesetzung gerne übernommen“, so Köhler. Er ist nun für den Bereich von Bolzum, Wehmingen, Wirringen, Müllingen und Wassel zuständig – eine Fläche von rund 2550 Hektar Größe. Sein Kollege Borchert, Ostpreuße von Geburt und zum Kriegsende nach Sehnde gekommen, war Landwirt und später Schlachter in Höver und wohnt nun in Bilm. Dort besitzt er einen Teich, den er noch selbst pflegt und auch für Feiern zur Verfügung stellt. Er ist bereits am frühen Morgen „gegen fünf Uhr“ mit seinem Fahrrad oder Motorroller in der Natur unterwegs. „Da kann ich die Aufgabe auch gut wahrnehmen“, erzählt er. „Am schlimmsten sind für mich die Reiter. Die grüßen nicht mal.“ Dafür klappt die Zusammenarbeit mit den Jägern nach Angaben beider „sehr gut“.

Ihre Amtsdauer geht noch bis zum September 2017 und endet mit der Ratsperiode. Ob sie danach aufhören oder weitermachen wollen, ließen sie zumindest heute offen. Den Spaß an der Aufgabe konnte man ihnen bei der Übergabe der Wappennadeln jedoch anmerken.

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