KGS präsentiert jugendliche Forscher

21. Februar 2015 @

Mit zwei „Gruppen“ hat die KGS Sehnde in diesem Jahr am Wettkampf „Jugend forscht“ in der Region Hannover teilgenommen. Unter der Betreuung von Dr. Matthias Gieska sind dabei Torben Vöste (15) im Bereich Physik und Mike Komunski (15) und Bastian Degmayr (14) im Bereich Technik zugelassen worden. Sie präsentierten ihre Arbeiten bei der 50. Ausstellung „Jugend forscht“ der Jury am 5. und 6. Februar in der Niederlassung des Sponsors Nexans in Hannover. Vöste errang dabei einen dritten Platz und erhielt den Sonderpreis „Erneuerbare Energien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Dr. Matthias Gieska (hi.) mit seinen "Forschern" Torben Vöste, Bastian Degmayr und Mike Komunski (v.re.) am Labortisch - Foto: JPH

Dr. Matthias Gieska (hi.) mit seinen „Forschern“ Torben Vöste, Bastian Degmayr und Mike Komunski (v.re.) am Labortisch – Foto: JPH

„‚Jugend forscht‘ ist für Schüler ab 15 Jahren und geht bis zum 21. Lebensjahr“, erläutert Matthias Gieska die Grundlagen des Wettbewerbs. „Darunter starten die Teilnehmer im Wettbewerb ‚Schüler experimentieren‘. In beiden zeigen sie die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten. Bei ‚Jugend forscht‘ müssen sie den Forschungszweck beschreiben, eine Darstellung verfassen, einen Vortrag halten und das Projekt präsentieren.“ Das alles geht dann in die Bewertung durch die Jury ein. Seine Rolle in der Forschung der Schüler beschreibt Gieska eher defensiv: „Ich gebe Impulse und rege bestimmte Forschungswege an. Direkten Einfluss auf die Arbeit nehme ich nicht, obwohl das manche Betreuer machen.“

Die Forschungsidee von Vöste ist bereits beim Besuch des Nano-Trucks in Sehnde (SN berichteten) entstanden. Schon in der 8. Klasse hat er sich nach dem Besuch der „Wanderausstellung zum Mitmachen“ mit der Erzeugung von Solarenergie mit Hilfe von Früchten befasst und dabei schon bemerkenswertes herausgefunden. „Im Nano-Truck nahmen wir zur Stromerzeugung Hibiskus-Tee“, erzählt er, „ich wollte das dann verbessern und probierte mit Äpfeln, Auberginen und Blaubeeren. Das ergab aber keine bessere Stromausbeute; bei Auberginen gab es überhaupt keinen Stromfluss.“ Dann kam er auf Holunderbeeren – und steigerte die Leistung der Solarzellen deutlich: seine Zellen liefern 0,35 Volt! Dann untersuchte er die Stoffe, die bei Blaubeeren, Hibiskus und Holunderbeeren gemeinsam enthalten sind und fand die Gruppe der Anthocyane. Das sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die in nahezu allen höheren Pflanzen vorkommen und Blüten und Früchten eine rote, violette oder blaue Färbung verleihen – und auch gegen Krebs wirken. Auch wenn der Profilbildende Unterricht (PU) mit Klasse 9 ausläuft, will Vöste weiterforschen und wieder antreten.

Das wollen auch Mike Komunski und Bastian Degmayr, die sich im Fachbereich Technik mit einem aktuellen Problem der Verkehrspolitik befassen: den Geisterfahrern. Sie haben eine Technik entwickelt, die in der Lage wäre, die Falschfahrenden bereits bei der Auffahrt zu warnen und zu stoppen – ganz ohne Schaden am Fahrzeug. Sie setzen dabei auf Lichtschranken an den Ausfahrten. „Wir positionieren zwei Lichtschranken hintereinander und ein Minicomputer überwacht die Reihenfolge der Durchfahrt. Ist es die falsche, gibt es Warnsignale“, erläutert Degmayr die Technik und Komunski ergänzt: „Wir sind noch nicht fertig mit der Art der Warnungen – optisch, akustisch oder beides. Auch eine Vernetzung mit Fahrzeugsystemen wie Connected Drive haben wir überlegt, aber das geht nicht bei Oldtimern.“ Leider hat ihre Technik am Präsentationstag versagt, so dass sie die praktische Vorführung nicht zeigen konnten. Bislang haben sie die Technik von ihrem Taschengeld bezahlt, aber nun kostet das Modell doch mehr als ihre verfügbaren 50 Euro. Deshalb suchen sie einen Sponsor, der sie mit einem kleinen Geldbetrag fördert. „Später werden wir das zum Patent anmelden“, so die beiden Techniker. „Dabei unterstützt uns dann auch ‚Jugend forscht‘.“

Klar, dass bei solchen Leistungen sowohl die KGS als auch der Betreuer Matthias Gieska stolz auf ihre Schüler sind. „Auch wenn die beiden Gruppen im nächsten Schuljahr aus dem PU ausscheiden, werde ich sie gerne weiter betreuen, wenn sie dies wünschen“, bietet Gieska und die drei Schüler nicken – Never change a winning team!

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