Jugendhütte in Ilten schwer beschädigt

19. April 2016 @

SEHNDE-NEWS. Der Ortsrat Ilten hatte am 25. November 2015 die Jugendhütte auf dem Bolzplatz in einem sieben Stunden Arbeitseinsatz schon einmal im Vorgriff auf weitere Vorhaben wetterfest gemacht. Es wehte danach nicht mehr durch Fugen und Öffnungen, der Wind bleibt von drei Seiten weitgehend ausgeschlossen. Dann fehlte nur noch die Tür für die vierte Seite – und die dezentrale Jugendarbeit in Ilten hätte einen neuen Standort.

Das Sicherheitsglasfenster ist herausgeschlagen - Foto: JPH

Das Sicherheitsglasfenster ist herausgeschlagen – Foto: JPH

Soweit die Absicht des Ortsrates: Für die Jugendlichen des Ortes einen eigenen Platz mit möglichst viel Freiheiten zu schaffen. Soweit die gute Absicht – die Realität hat das nun verhindert. Auch wenn die meisten Jugendlichen des Ortes einen solchen Platz begrüßen und sicher auch in Ordnung halten würden, gab es in den zurückliegenden Tagen einige vollkommen rücksichtslose Vandalen, die diese Bestrebungen, für die Jugendlichen etwas eigenständiges zu schaffen, schwer geschädigt haben. Die Hütte, im November noch instandgesetzt, ist schon wieder „überholungsbedürftig“ – und das ist noch milde ausgedrückt.

Die Bank sollte einem Feuer zum Opfer fallen - Foto: JPH

Die Bank sollte einem Feuer zum Opfer fallen – Foto: JPH

„Ich kann nicht verstehen, wie man so gegen die eigene Interessen handeln kann“, sagt Ortsbürgermeisterin Gisela Neuse, nachdem sie sich den Platz angesehen hat. „Das ist ganz schlimm.“ Das einzige Fenster der Hütte, mit Sicherheitsglas versehen, liegt in vielen kleinen Teilen jetzt im Inneren – herausgeschlagen von außen, da reicht die Handkraft nicht. Die hinter Bank sollte angezündet werden und offensichtlich als Lagerfeuer dienen, während die vordere als Amboss für Handyzerstörungen genutzt wurde – die Einzelteile liegen dort noch herum. Der ganze Boden ist übersät von Glasscherben und abgeschlagenen Flaschenböden, gefährlich für denjenigen, der dort hineintritt.  Der Baumstamm außerhalb wurde offensichtlich mit Steinen angeschlagen, hielt aber eisern stand. „Hier verstoßen die Jugendlichen gegen ihre eigenen Interessen“, bedauert Neuse, die den Bauhof bitten will, auch das letzte Fenster durch eine Eisenkonstruktion zu ersetzen. „Es muss doch möglich sein, dass Jugendliche einen Platz zum Treffen und Klönen haben.“

Es ist isngesamt gefährlich, die Hütte zu betreten, so viele Glasscherben liegen dort - Foto: JPH

Es ist insgesamt gefährlich, die Hütte zu betreten, so viele Glasscherben liegen dort – Foto: JPH

Zudem werden dort auch mit diesem Vandalismus Steuermittel, also Gelder der Bürger, zerstört. Erstaunlich aber auch, dass die Anwohner nichts gehört haben wollen, nicht die Polizei riefen, denn eine derartige Zerstörung geht nicht heimlich, still und leise vor sich. „Am 2. Mai trifft sich der Ortsrat mit dem Streetworker Süleyman Karakaya und spricht über ein Konzept zur Jugendarbeit im Ort. Darin spielt der Platz eine wichtige Rolle“, erläutert Neuse den weiteren Plan. Vielleicht sollte man dann auch über eine Selbstverwaltung durch die Jugendlichen nachdenken – aufgeben will Neuse noch nicht. Aber irgendwann resigniert auch der Gutmütigste! Jetzt sind die Jugendlichen des Ortes gefordert, den Vandalen das Handwerk zu legen und die eigenen Interessen zu schützen – oder dem Ortsrat klar zu sagen: „Das brauchen wir nicht!“

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