Jahresbericht der Stadtfeuerwehr Sehnde: Rekord mit 293 Einsätzen

10. Januar 2017 @

Die Einsatzzahlen der Stadtfeuerwehr Sehnde sind erneut stark angestiegen. Dazu gehören Unwettereinsätze, die sehr zeitintensiv und langwierig waren. Ein Großbrand in Sehnde beschäftigte die Feuerwehr darüber hinaus mehrere Tage. Zudem wird Belastung für die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Sehnde mit zunehmender Unwetteraktivität immer größer werden.

Der Wasserwerfer aus Höver im Einsatz seitlich der Turnhalle – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Vergangenes Jahr hat es 293 Alarmierungen gegeben. Das hohe Einsatzaufkommen hing unter anderem mit den Witterungsbedingungen zusammen, da bei Sturm und starkem Regen die komplette Stadtfeuerwehr Sehnde zur örtlichen Hilfeleistung angefordert wurde. Dieser gestiegenen Zahl standen 2015 noch 222 Alarmierungen gegenüber. „Auffällig ist aber auch wieder die Zunahme von ‚kleineren‘ Einsätzen, wie Notfalltüröffnungen“, so der Stadtfeuerwehrsprecher Tim Herrmann. „Bei diesen Einsätzen muss die Feuerwehr Wohnungstüren öffnen, um dem Rettungsdienst Zugang zu hilflosen Personen zu verschaffen.“ Solche Einsätze werden sich durch die demografische Bevölkerungsentwicklung in Zukunft weiter häufen.

Zusätzlich sind auch die Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen angestiegen. Obwohl den Betreibern Rechnungen geschrieben werden, passiert häufig nichts an der Technik. Manchen Investor erscheint die Wartung teurer als der Feuerwehreinsatz.

Drei Einsätze sind den Feuerwehrmännern und -frauen bislang in besonderer Erinnerung – und wohl auch „in den Knochen“ –  stecken geblieben: Am 9. Januar 2016 wurde die Ortsfeuerwehr Höver zu einer Tierrettung zum Mittellandkanal alarmiert. Dort war eine Wildsau einer ganzen Rotte beim Durchschwimmen des Kanals nicht mehr an Land gekommen. Durch beherztes Eingreifen der Feuerwehrleute konnte das Tier mit persönlichem Einsatz an Land gebracht und nach einer kurzen Erholungspause wieder ausgewildert werden.

Der anspruchsvollste Einsatz 2016 war für die Stadtfeuerwehr Sehnde der Brand der Turnhalle in der Waldstraße am 22. Juni. Die Feuerwehren Sehnde, Lehrte und Hannover waren etliche Stunden mit einer Vielzahl an Einsatzkräften, mehreren Einsatzwagen und zwei Drehleitern, sowie einer Gelenkmastbühne vor Ort und mit dem Löschen beschäftigt. Das Waldbad wurde gesperrt, um aus dem Schwimmbecken ausreichend Löschwasser für die Einsatzstelle zu beziehen. Noch Tage später musste die Ortsfeuerwehr Sehnde immer wieder ausrücken, um Glutnester in der Trümmerlandschaft  abzulöschen.

Technische Hilfeleistungsausbildung in Müllingen/Wirringen: Der neue Spreizer wird ausprobiert – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Nach einem örtlichen Platzregen am 22. Juli 2016 kamen die Ortsfeuerwehren Sehnde und Rethmar an ihre Leistungsgrenzen, so dass alle Ortsfeuerwehren der Stadt Sehnde zusätzlich alarmiert werden mussten, um die Einsatzkräfte vor Ort zu unterstützen.  An diesem Tag gab es fast 100 Einsätze in Sehnde, Rethmar und Evern zu erledigen. Etliche Keller, Häuser und Straßenbereiche waren vollgelaufen und mussten durch die Feuerwehr aus- und abgepumpt werden. Besonders schlimm wurde eine Sehnder Firma getroffen. Dort wurde der komplette Kellerbereich mit Archiv und Serverraum überflutet. Im Sehnder Borsigring mussten die Einsatzkräfte auf Grundstücken Entwässerungsgräben schaufeln, damit das Wasser nicht weiter in die Hallen drückte.

Durch den Rat und die Verwaltung der Stadt Sehnde wurden etliche Beschaffungen getätigt oder angestoßen. Neben einem Gerätewagen Messtechnik für die Ortsfeuerwehr Höver gab es noch ein mittleres Löschfahrzeug für die Ortsfeuerwehr Bolzum und kommen zwei Löschgruppenfahrzeuge für die Ortsfeuerwehren Müllingen-Wirringen und Ilten. Weiterhin können sich die Ortsfeuerwehren Haimar und Müllingen- Wirringen über einen Mannschaftstransportwagen freuen. Ein Teil der Fahrzeuge wurde bereits ausgeliefert. Die fehlenden Fahrzeuge sollen dieses Jahr noch an die Feuerwehren übergeben werden. Im Gebäudemanagement gibt es zudem einen weiteren Neubau: Das Feuerwehrhaus Haimar wird endlich in die Realisation gehen.

Weiterhin hat die Stadt Sehnde für alle Einsatzkräfte eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Sollte sich ein Mitglied im Übungsdienst oder Einsatz eine Verletzung zuziehen und es gab bereits eine Vorschädigung, wird diese jetzt trotzdem durch diese Versicherung abgedeckt.

Um diesen zunehmenden Belastungen zukünftig gewachsen zu sein, werden ständig Weiter- und Fortbildungen der Feuerwehrleute vorgenommen. So wurden die Ortsfeuerwehr Müllingen-Wirringen und Haimar intensiv auf technische Hilfeleistung geschult. In Bolzum sind zusätzliche Fahrer für das Feuerwehrfahrzeug ausgebildet worden. Neben der Truppmann I und II Ausbildung gab es unter anderem Atemschutz-Ausbildungsdienste. Die Kameraden und Kameradinnen erbrachten dabei einen Leistungsnachweis in der Atemschutzübungsstrecke der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Burgdorf und in Bad Gandersheim fand eine „Heißausbildung“ in einem Brandsimulator statt. Zudem wurden Ausbildungsdienste der „Einsatzleitung Ort“ (ELO) abgehalten.

Einsatzübung in Bilm – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Die Presse und Öffentlichkeitsarbeit ist 2016 umstrukturiert worden. So passt sich die Kinder- und Jugendfeuerwehr einer neuen Struktur in der Öffentlichkeitsarbeit an. Zusätzlich wurde ein jederzeit abrufbarer Fotograf beauftragt, Fotos von Veranstaltungen und dem Einsatzgeschehen zu fertigen. Ein Web-Team betreut die Facebookseite und das Internetportal der Stadtfeuerwehr Sehnde.

Die Einsatzzahlen sind gestiegen, die Mitgliederzahlen sind erfreulicherweise konstant geblieben. Insgesamt sind 550 Mitglieder in den Ortsfeuerwehren Sehndes aktiv, davon 69 Frauen. Das aber geht nur mit dem wichtigsten Standbein für die Zukunft: den Kinder- und Jugendfeuerwehren. Dort wird hervorragende, moderne und zielorientierte Arbeit geleistet, die die Kinder und Jugendlichen begeistert – und nur so kann die Feuerwehr Sehnde auch in der Zukunft so leistungsfähig bleiben.

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