Grußwort des Sehnder Bürgermeisters zum Jahreswechsel

30. Dezember 2017 @

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und während einige bereits voller Ungeduld und Spannung auf das neue Jahr warten, sind andere eher fassungslos, wie schnell die Zeit schon wieder vergangen ist.

Der Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke wünscht den Bürgern alles Gute zum Jahreswechsel – Foto: Stadt Sehnde

In der Vorweihnachtszeit scheinen sich die Uhren noch schneller zu drehen als sonst. Die Menschen werden hektisch, der Terminkalender ist voll und die Vorbereitungen auf die Weihnachtstage und den Jahreswechsel laufen auf Hochtouren. Dabei verlieren viele in der Eile das wirklich Wichtige aus den Augen: das Innehalten und Ruhe finden, die Zeit mit Freunden und der Familie, die Zeit ein persönliches Jahresresümee zu ziehen und Kraft zu sammeln für die kommenden Herausforderungen.

Der Rückblick für Sehnde kann sich wieder sehen lassen. Es war viel los, es wurde viel bewegt und alle gemeinsam haben wir Sehnde als Familienstadt vorangebracht.

Wir sind im Kreis der Umlandkommunen nach wie vor die im altersdurchschnitt jüngste Stadt mit stetigem Wachstum. Die Beschäftigungsquoten und die Zahlen der Ein- und Auspendlerstatistik für Berufstätige entwickeln sich seit Jahren kontinuierlich positiv.

Bauen und Stadtentwicklung sind für Politik und Verwaltung im vergangenen Jahr wichtige Themen gewesen. Von der Bauleitplanung und der Ausweisung und Vermarktung von Baugebieten, über große Sanierungen und Einweihungen von Neubauten, bis hin zu vorbereitenden Maßnahmen für Großprojekte, ist alles dabei gewesen.

Funde aus der Eisenzeit sind nicht nur aus historischer Sicht interessant. Im Fall des Baugebietes „Kleines Öhr“ sorgten sie für archäologische Untersuchungen und Ausgrabungen. Erst nach Prüfung durch die Denkmalpflege der Region Hannover konnte das Baugebiet freigeben werden. Auf jeden Fall konnten wir danach feststellen, dass wir mit unserer Siedlungsentwicklung und -planung richtig liegen, denn bereits in der Zeit vor Christi haben sich Menschen hier gern niedergelassen. Andererseits waren wir auch froh, dass es zu keinen Verzögerungen in der Vermarktung des Baugebietes kam.

Den rund 800 Bauwilligen, die in der Bauinteressentenliste stehen, konnten wir in diesem Jahr knapp 70 Baugrundstücke anbieten. Die Zahlen sprechen für sich und zeigen deutlich die weiterhin starke Nachfrage. Mit weiteren Baugebieten in Haimar, Höver, Rethmar und Sehnde hoffen wir in Zukunft auf eine Entspannung der Situation in Bezug auf Nachfrage und Angebot.

Selbstverständlich sind Politik und Verwaltung sich der Verantwortung bewusst, dass neben der bedarfsgerechten Ausweisung von Bauland auch die Vorgaben der Raumordnung und die Planung der entsprechenden Infrastruktur im Auge behalten werden müssen. Eine zukunftsfähige und maßvolle Entwicklung ist hier trotz der starken Nachfrage wichtig, benötigt Fingerspitzengefühl und auch ein wenig den Blick in die Glaskugel.

Nach den Horterweiterungen in den Ortsteilen Höver und Sehnde stehen nun im Stadtgebiet über 1000 Betreuungsplätze für Kinder zwischen dem 1. und 10. Lebensjahr zur Verfügung. Die stetig steigende Nachfrage, die Ausweitung von Betreuungszeiten, die Ansprüche der Beteiligten, der Fachkräftemangel und die Suche nach Räumlichkeiten stellen Herausforderungen dar, denen sich Politik und Verwaltung permanent stellen. Hier werden wir auch die Beschlüsse bezüglich der gebührenfreien und verbesserten Kinderbetreuung abwarten müssen und darauf hoffen, dass Land und Bund uns finanziell entsprechend unterstützen.

Die Eröffnung des Selbstlernzentrums in der Kooperativen Gesamtschulde Sehnde (KGS), die Umwandlung der Grundschule Höver zur Ganztagsschule und viele Sanierungs- und Sicherungsarbeiten in diesem Jahr blieben im Schatten der vorherrschenden Diskussionen und der notwendigen Beschlüsse rund um die Standort- und Umsetzungsentscheidung für den Neubau der Turnhalle und die Erweiterung der KGS. Nach dem Grundsatzbeschluss im Rat mussten Grundstückskäufe getätigt werden und nun können die europaweiten Ausschreibungen der Planungsleistungen erfolgen. Die Vergabeverfahren werden bis Mitte 2018 abgeschlossen sein, und erst dann kann es in die tatsächliche Planung gehen. Die Geduld der Schulen und Vereine wird stark strapaziert, aber wir müssen und mussten verlässliche Voraussetzungen schaffen und uns an Regeln halten. Das gebieten nicht nur politische Entscheidungen, Recht und Gesetz, sondern auch der seriöse und maßvolle Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln beziehungsweise den zu planenden Schulden.

Nach den Jahren 2015 und 2016, in denen insgesamt 375 Asylsuchende in Sehnde Zuflucht gefunden haben, kamen dieses Jahr 17 geflüchtete Menschen nach Sehnde. Die Mehrzahl dieser Menschen  stammt aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran und verfügt über eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis. Viele erwachsene Geflüchtete nehmen inzwischen an Maßnahmen, wie Sprach- und Integrationskursen teil, befinden sich in einem Praktikum, einer Ausbildung oder gehen einer Beschäftigung nach. Die Erwerbstätigenquote dieses Personenkreises steigt kontinuierlich.

Während in den Vorjahren zunächst die Unterbringung und Versorgung der Menschen im Vordergrund stand, gilt es nunmehr, die Integration zu meistern. Hier ist das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte gefragt. Neben der Arbeitsmarktintegration gilt es auch die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Vereine, wie zum Beispiel die Flüchtlingshilfe Sehnde, das Patenschaftsmodell, engagierte Einzelpersonen, die Kirchen und viele weitere Institutionen und Einrichtungen leisten hier einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft und die Menschen, die unsere Hilfe benötigen.

In allen Lebensbereichen, in allen Ortsteilen und in vielen Interessenverbänden leisten Menschen den größten Beitrag, den unsere Gesellschaft zu bieten hat: ehrenamtliches Engagement. Als Paten und im Fahrdienst begleiten sie Hilfsbedürftige, als Vertreterinnen und Vertreter in Gremien entscheiden sie über die Geschicke der Stadt, als Helferinnen und Helfer sorgen sie für die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen. Sie stehen jede Woche auf den Sportplätzen, in den Übungsräumen und bei der Lebensmittelausgabe, sie bringen sich ein, opfern ihre Freizeit, stehen für ihre Überzeugung und geben ihr Herzblut für das große Ganze – die funktionierende Gemeinschaft.

Würden wir die Leistungen all dieser Menschen einmal als Jahresresümee oder Rückblick erfassen und aufschreiben – die Liste wäre unendlich lang.

Ich kann in diesem Grußwort nur wenige Themen ansprechen, lade Sie aber herzlich zum Neujahrsempfang der Stadt Sehnde am 26. Januar 2018 in die KGS ein. Lassen Sie uns dort gemeinsam, im persönlichen Gespräch und in ungezwungener Atmosphäre, einen Ausblick auf das neue Jahr und die Herausforderungen wagen.

Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen und nicht die schnell verbreiteten und nicht selten unüberlegten Äußerungen in den sozialen Medien. Lassen Sie uns unsere Menschlichkeit und das gemeinsame Ziel eines friedlichen Zusammenlebens nicht aus den Augen verlieren.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit, Glück und Erfolg!

Ihr Bürgermeister

Carl Jürgen Lehrke

 

 

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