Flüchtlingshilfe Sehnde hat hauptamtliche Koordinatorin angestellt

12. Januar 2017 @

Der „Flüchtlingshilfe Verein Sehnde“ hatte sich am 13. April 2016 aus der Freiwilligenorganisation ENAS gegründet und betreut derzeit die rund 365 verbliebenen Asylbewerber in Sehnde. Die gesamte Arbeit des neuen Vereins lief dabei bislang rein ehrenamtlich, auch die Zusammenarbeit der ENAS-Gruppen in Sehnde untereinander und die Arbeit mit der Stadtverwaltung. Dabei gab es stets Informationsprobleme und Reibungsverluste. Deshalb hatte der Stadtrat dem neuen Verein  eine Unterstützung für dessen Arbeit in Höhe von 50 000 Euro für das vergangenen Jahr zugesagt.

Da der Verein inzwischen die Zielvorstellungen definiert und mit der Stadtverwaltung abgestimmt hat, wurde das Geld Anfang Dezember freigegeben. Davon hat die Vereinsführung um die Vorsitzende Anne Cécile Blanc nun den nächsten Schritt unternommen und mit Maria Myrach zum 1. Januar 2017 eine hauptamtliche Koordinatorin für den Verein angestellt. Ihre Aufgabe ist es nun, die gemeinsame Arbeit der ENAS-Vereinsgruppen abzustimmen und mit der Stadtverwaltung Kontakt zu halten.

Koordinationstreffen des Flüchtlings Hilfe Vereins Sehnde mit der neuen „Hauptamtlichen“: Pirasanthi Myjooran, Ortrud Mall, Maria Myrach, Franziska Burbulla (1. Reihe v. re.) und Dr. Thomas Vögel, Manfred Hoppstock, Anne Cécile Blanc, Anke Ahlswede und Gustav Heineke (2. Reihe v.re.) – Foto: Flüchtlingshilfe Sehnde

„Wir haben im vergangenen Jahr zahlreiche Aktionen im Verein organisiert, so das Grillen beim Civitan Club, den Weihnachtsmarktauftritt und mehrere Kinderaktionen“, erklärt Blanc die bisherigen Aktionen des Vereins. „Dazu kommt die Fahrradwerkstatt in Rethmar und die Patenschaften für die Flüchtlingsfamilien. Dabei gab es viel Organisationsarbeit, die in der Freizeit zu erledigen war.“ Das soll ab jetzt anders werden. Myrach, die bereits eine ähnliche Tätigkeit in Gronau/Leine mit Flüchtlingen von Anfang an ausgeübt hat – und kennt sich daher bestens aus. Sie arbeitet nun als Vollzeitkraft mit 40 Wochenstunden als Mittler für den Verein, der durch ENAS mehr als 200 Personen umfasst.

Die 28-Jährige ist als Sozialarbeiterin tätig, hat aber eigentlich auf Lehramt Deutsch und Religion studiert, dann vertieft mit dem Fach „Deutsch als zweite Sprache“ – was Hilfen bei den zusätzlichen Sprachangeboten des Vereins ermöglicht. Sie ist nun Ansprechperson für Flüchtlinge und Ehrenamtliche, organisiert für die Mitglieder Hilfen zu Fortbildungen, interkulturelle Treffen und bereitet die vierzehntäglichen Treffen der Vereinsgruppen vor. Damit entlasteten sie und der Verein die Stadtverwaltung Sehnde von diesen Rahmenaufgaben und steht dabei acht Stunden am Tag für die Flüchtlingsarbeit des Vereins zur Verfügung.

Ihr Kontaktbüro befindet sich im Haus 1 im Bundessortenamt in Rethmar, von wo sie auch die Fördermöglichkeiten für Projekte und Flüchtlinge prüft und beantragt, sowie die Flüchtlinge bei der Jobsuche unterstützt. Dort ist auch für die nähere Zukunft dann unter ihrer Leitung ein Begegnungscafé geplant. Der Informationsaustausch zwischen Stadt und Verein konzentriert sich damit zudem auf nur noch eine Verbindung, was das Ganze effizienter gestaltet. „Der feste Zuschuss war Ziel für Planungssicherheit für den Verein für Büromaterial bis hin zum Personal“, sagte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bei der Vorstellung von Myrach. „Das entlastet so die Verwaltung, die sich bisher um alles mit kümmern musste. Wir werden den Betrag, der lediglich eine erste Schätzung war, überprüfen und sicher ähnlich auch in die Haushaltsverhandlungen für 2017 wieder einbringen. Und vor allem haben wir so eine bessere Anbindung der ehrenamtlichen Helfer bei unserer Flüchtlingsarbeit.“ Maria Myrach ist während der Arbeitszeit für alle Fragen zur Flüchtlingsbetreuung erreichbar unter der Telefonnummer 0160/32 96 499.

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