Ferienspaß aus der Sprühdose

7. August 2015 @

Eigentlich sind sie oft ein Ärgernis, die wilden Graffiti an den Hauswänden, Garagentoren und Gartenmauern – doch in den Ferien kann man mit Hilfe der Stadt Sehnde nicht nur künstlerische Ausführung lernen, sondern bekommt auch rechtlichen Background. Zwei Tage hatte die Stadtverwaltung mit Odo Niepel, freiberuflicher Graffiti-Lehrer in Diensten der Region Hannover, einen Workshop auf dem Sehnder Marktplatz organisiert. Zwölf Teilnehmer und zwei Betreuer hatten die Möglichkeit, ihre Gestaltungsfähigkeiten zu entdecken oder zu vertiefen.

Odo Niepel (v.re.) hat mit seinen 12 "Schülern" zwei Container besprüht - Foto: JPH

Odo Niepel (v.re.) hat mit seinen 12 „Schülern“ zwei Container besprüht – Foto: JPH

Zwölf Jugendliche und Cedric Bätje aus Sehnde und Alina Bernhard aus Bolzum als Betreuer haben am Dienstag und Mittwoch viele Informationen zu Graffiti und Street Art bekommen und haben am Ende selbst zwei Container besprühen dürfen. Dabei arbeiteten sie mit Schablonen als Street Art und Freihand als Graffiti. Doch vor dem Vergnügen des Gestaltens haben auch hier die Götter in Form von Odo Niepel den Schweiß gesetzt. Es gab Informationen zu den rechtlichen Grundlagen, wie Sachbeschädigung, legalen Sprühmöglichkeiten, wie in Glocksee, als auch Tipps zur Auswahl der richtigen Sprühfarbe. Auch die Farbauftragsmodi wurden angesprochen, dreidimensionales Gestalten und Schriftzüge. Doch auch danach ging es noch nicht an die Praxis, denn Niepel übte zunächst auch noch den letzten Schritt vor der Umsetzung: das Herstellen einer Skizze.

Dann aber ging es endlich an den ersten Container. Mit viel Engagement und Farbe wurde die Neugestaltung des Behälteräußeren realisiert. Drachen, Hunde, Delphine und Schriftzüge waren so schnell angebracht, dass die Firma Container Hellmich noch einen zweiten auf den Marktplatz brachte. Am Dienstagnachmittag war auch der geschafft, bevor es nach getaner Arbeit zum Ende des Workshops auf ein gemeinsames Eisessen zu Fabio Zugliani nebenan ging.

In dem Workshop ist auch gleich ein neues Logo für den Ferienpass entstanden - Foto: JPH

In dem Workshop ist auch gleich ein neues Logo für den Ferienpass entstanden – Foto: JPH

Das Seminar hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht, bestätigte die Gruppe. „Das selbstbestimmte Arbeiten war gut und das Ergebnis ist ok“, stellte Sophie (12) fest. Und Cedric fügte hinzu: „Gut war auch die Erklärung der verschiedenen Lacktypen und die Orte zum legalen Sprayen.“ In Sehnde beispielsweise gibt es zwei vom Bündnis für Familien zur Verfügung gestellte Garagentore, in Wunstorf und Laatzen gibt es ebenfalls Plätze. Überrascht waren die Jugendlichen auch, dass illegales Sprayen mit einer Anzeige und hohen Reinigungskosten von zehn- bis zwanzigtausend Euro zu Buche schlägt.

Fünf der zwölf Workshop-Teilnehmer sind so begeistert, dass sie weitermachen wollen. Odo Niepel gibt dazu die Gelegenheit mit Angeboten in Hannover – so nächste Woche einen Workshop zum Thema Comic-Graffiti. Und wer sich in Sehnde über die Leistung der Jugendlichen informieren will, braucht nur auf die Containertransporter der Firma Hellmich zu achten: Die beiden bunten Behälter werden weiter im normalen Betrieb verwendet.

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