Fahrradwerkstatt in Rethmar wieder geöffnet

10. Juli 2017 @

Es begann damals mit der Fahrradwerkstatt, dann wurde sie Ende 2016 geschlossen, weil es zu kalt zum Arbeiten wurde. Nun ist sie wieder geöffnet und professioneller wie zuvor. Gemeint ist die Fahrradwerkstatt des Flüchtlingshilfevereins Sehnde auf dem Gelände des Bundessortenamts in Rethmar. Dort hat Karl-Heinz Reinsch, im Verein zuständig für die Fahrradwerkstatt, mit seinen Leuten einen Umbau vorgenommen und die Einrichtung arbeitsoptimiert und „kundenfreundlicher“ gemacht.

Mit einer kleinen Feier wurde die Werkstatt eingeweiht – Foto: JPH

Mit einer kleinen Feier bei Kuchen und Kaffee hat der Verein die Wiedereröffnung eines seiner Glanzstücke gefeiert und dazu Gäste eingeladen. Bei bestem Wetter waren die gerne gekommen und sahen eine Werkstatt, in der die gespendeten Fahrräder nun an übersichtlichen Arbeitsplätzen aufgearbeitet werden können. „Früher ging es darum, die Fahrräder bei dem großen Bedarf schnell an die Flüchtlinge zu verteilen“, sagt Reinsch. „Dabei haben die auch hier mitgearbeitet. Das klappt nun kaum noch, da die meisten donnerstags beim Deutschkurs sind.“ So ist das Werkstattteam nahezu vollständig verändert worden und stützt sich im wesentlichen auf drei Vereinsmitglieder. „Haben wir früher etwa 30 Fahrräder pro Öffnungstag ausgegeben, sind es heute nur noch etwa 20 Prozent davon. Über den Tag kommen heuet vielleicht drei bis vier Personen.“

Insgesamt sind so rund 400 Räder ausgegeben worden, aber die Spenden laufen immer noch zu. Auch an diesem Tag bringen mehrere Besucher Räder nach Rethmar. „Vom DGB aus der Werkzeugsammlung haben wir gerade wieder 23 Stück bekommen“, sagt Reinsch. Alle werden verwertet – ob neuwertig oder schrottähnlich für Ersatzteile. Die notwendigen Teile, die man so nicht gewinnen kann, werden vom Verein finanziert – oder, wie kürzlich erst, durch eine Spende der Volksbank.

Horst Wolter und Naji Haji (16) reparieren das Fahrrad – Foto: JPH

Inzwischen kommen auch die ersten Kinder zum Tausch ihrer Räder. Sie sind inzwischen größer geworden und benötigen ein anderes Gefährt. Auch zur Reparatur kommen die ersten, denn die Flüchtlinge werden auch nach ihrer Anerkennung weiter betreut. Zudem gibt der Verein nun auch Räder an andere Bedürftige ab, also beispielsweise Hartz IV-Empfänger oder unterstützen Hilfebedürftige bei Reparaturen. „Unser Lager ist gut gefüllt“, sagt Reinsch, „wer ein rad braucht, wird es auch bekommen.“ Denn von jetzt an ist die Werkstatt in rethmar wieder jeden Donnerstagnachmittag geöffnet.

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