Update: Sehnde meldet „Land unter“

22. Juli 2016 @

Der heftige Regen infolge des Gewitters gegen 16 Uhr hat für Sehnde und Rethmar auf einen Schlag große Wassermengen freigesetzt. Dabei liegt die Menge bei etwa 60 Liter pro Quadratmeter, die innerhalb kürzester Zeit herabstürzten. Teilweise lag dabei die Sicht unter 50 Metern. Das aber war zugleich für die Kanalisation und die umliegenden Entwässerungsgräben ein Problem, mit dem sie nicht klar kamen. Und so standen viele Wohn- und Firmenbereiche rasend schnell unter Wasser. Verletzt wurde durch das Gewitter niemand.

Die Einsatzzentrale notierte 85 Hilfenanforderungen - Foto: JPH

Die Einsatzzentrale notierte 85 Hilfenanforderungen – Foto: JPH

Es begann in der Haydnstraße, zu der die erste Alarmierung der Sehnder Ortsfeuerwehr erfolgte Noch während die Feuerwehrleute dort an der Nummer 26 den Keller auspumpten, meldeten sich zahlreiche Nachbarn in der Straße, deren abgesenkte Garagen und Keller in der gleichen Geschwindigkeit vollgelaufen waren und baten um Hilfe. Zeitgleich ging ein Notruf aus dem Wagner Weg ein, wo das Wasser aus den Abflüssen ins Haus drückte. Etwa drei Minuten später entschied sich die Feuerwehrführung, im Feuerwehrhaus am Borsigring die Unwetterzentrale zu aktivieren. Dazu wurde die ELO-Gruppe alarmiert.

In der Haydnstraße war der erste Einsatz - Foto: JPH

In der Haydnstraße war der erste Einsatz – Foto: JPH

Danach ging es dann großräumig los – vom Borsigring bis nach Rethmar. In Rethmar lief dann gegen 17.45 Uhr die Kanalisation nicht mehr ab, so dass jeder weitere Regen dort zu erheblichen Überschwemmungen hätte führen können. Auch in Evern kam noch Wasser aus der Kanalisation, was aber nicht zu schwerwiegenden Überflutungen führte. Zudem lieferte die Feuerwehr Sehnde mit Unterstützung des wieder geöffneten Bauhofes Sandsäcke an vom Wasser bedrohte Personen und Firmen.

Alle garagen und Keller in der Straße waren betroffen - Foto: JPH

Alle Garagen und Keller in der Straße waren betroffen – Foto: JPH

Die Stadtfeuerwehr Sehnde notierte in der Unwetterzentrale unter Leitung des Stadtbrandmeisters Jochen Köpfer mittlerweile im Feuerwehrhaus am Borsigring in der Zeit zwischen dem ersten Alarm um 16 Uhr bis Einsatzende mehr als 85 Hilferufe. Außerdem wurden die Ortsfeuerwehren aus Dolgen, Evern, Rethmar, Klein Lobke, Wehmingen, Bolzum, Müllingen-Wirringen, Bilm, Wassel und teilweise Ilten nachalarmiert. Damit waren rund 140 Einsatzkräfte im Wassereinsatz, während die Feuerwehren aus Höver, Haimar und die verbleibenden Teile von Ilten den Brandschutz für die Stadt übernahmen.

Im Borsigring war ein Telefonmast umgeknickt - Foto: JPH

Im Borsigring war ein Telefonmast umgeknickt – Foto: JPH

Das Gewitter hatte unter anderem den Billerbach auf oberste Stufe anschwellen lassen, der Rethmarer Graben im Bereich des Borsigrings schaffte die Wasserabführung jedoch nicht mehr, zumal die Donau ebenfalls viel Wasser anlieferte und sich die Flut an der Einmündung staute. Dadurch trat der Graben am Borsigring über die Ufer, überflutete das Haus und die Firma MeyTroTech und den Bereich neben der Rettungswache. Auch der Billerbach schaffte es fast nicht mehr, der Wassermassen Herr zu werden und stand an der Unterkante des Ufers. Die vorhandenen Wasserableitungen und die Renaturierung bei Rethmar scheinen sich hier aber bewährt zu haben. Die Feuerwehrführung entschied sich dann, an der kommunalen Entlastungstraße am Rethmarer Graben Pumpen einzusetzen, was den Druck sowohl von der Kanalisation in Sehnde als auch auf das Grabensystem wegnahm.

Durch das Lager floss der Rethmarer Graben - Foto: JPH

Durch das Lager floss der Rethmarer Graben – Foto: JPH

Die Feuerwehr pumpte schließlich aus der etwa 30 mal 10 Meter großen Lagerhalle am Borsigring und vom Grundstück das Wasser aus dem Rethmarer Graben. Durch die eingesetzten Pumpen im Bereich der Kommunalen Entlastungsstraße floss das Wasser dann deutlich schneller ab, was die Situation im Bereich Sehnde entspannte.
Bei den Sturmschäden hielt sich das Einsatzaufkommen in Grenzen. „Es gab einen herabgestürzten Ast auf ein Auto und einen umgefallenen Telefonmasten am Borsigring“, so der Stadtpressesprecher der Feuerwehr, Tim Herrmann. Ansonsten handelte es sich bei den abgefallenen Baumteilen um Blätter und Zweige. Der wichtigste Teil der Maßnahmen war gegen 19 Uhr erledigt, so dass die meisten Einsatzkräfte in die Standorte einrücken konnten, lediglich einzelne Aufgaben wurden danach noch bearbeitet.

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