Ehrenamtskarte mit Herz übergeben

28. Mai 2015 @

Der Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hat am Dienstagvormittag die goldenen Ehrenamtskarten der Region Hannover im Rathaus an Ira und Jörns Thorsting aus Sehnde übergeben. Er würdigte damit ein langjähriges Engagement, dass weit über Sehnde hinausgeht. Die beiden Eheleute sind die Initiatoren und Organisatoren hinter dem Verein „Kleine Herzen“. Der kümmert sich um die Verbesserung der räumlichen und psychologischen Situation in der Kinderherzkardiologie und –intensivstation der MHH seit 2006.

„Ob wir wirklich dazu kommen, die Vorteile der Karte einmal zu nutzen, wissen wir nicht“, sagten Thorstings aus Wirringen nach der Übergabe. Die beiden Journalisten im „Ruhestand“ sind seit 2006 als „Erfinder“ und Motoren für den von ihnen gegründeten Verein „Kleine Herzen Hannover“ in jeder freien Minute unterwegs, um neue Ideen umzusetzen, Situationen vor Ort zu verbessern oder Spenden zu beschaffen. Anlass war einst ihr eigener Sohn, der einen schwerwiegenden Herzfehler hatte und durch die Arbeit der Ärzte in der MHH vor 29 Jahren gerettet wurde. „Wir wollten eigentlich danke sagen und es ergab sich durch den Landespresseball, dass wir plötzlich das Geld dazu bekamen“, erzählt Ira Thorsting von den Anfängen.

Jörns und Ira Thorsting (v.li.) bekamen vor dem "Herz von Sehnde" für ihre Arbeit die Ehrenamtskarte von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (re.) - Foto: JPH

Jörns und Ira Thorsting (v.li.) bekamen vor dem „Herz von Sehnde“ für ihre Arbeit die Ehrenamtskarte von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (re.) – Foto: JPH

Auf dem Ball gewann sie den Hauptpreis, zwei Karten fürs WM-Endspiel in Berlin. Sie, die kein Fußballfan ist, kam dort spontan auf die Idee, die Karten für diesen Zweck zu versteigern. „So kamen 40 000 Euro zusammen“, erinnert sie sich. „Und später viele Spenden danach.“ So konnte die beiden nicht nur „Danke“ sagen, sondern begannen auch, in die Verbesserung der Situation von Kindern, Eltern und Personal zu investieren. Dabei geht es nicht um die Übernahme von Kosten, die das Land, die Stadt oder die Region tragen müssen. „Wir erarbeiten zusammen mit den Ärzten und dem Personal Ideen, die Situation der Eltern und Kinder, aber auch der Betreuer zu verbessern. So richten wir jetzt gemeinsam mit der MHH 14 Eltern-Kind-Zimmer als Einzel- oder Doppelzimmer ein, eine Einrichtung, die wir erstmals 2007 gefördert hatten“, so Ira. Aus eigener Erfahrung kennt sie die Bedeutung dieser Einrichtung, die es damals für sie dort noch nicht gab.

Neuestes Projekt ist eine psychologische Ausbildung als Notfallseelsorger für das Personal der Kinderintensivstation. „Dort ist es schwer, die Eltern zu betreuen, deren Kinder verstorben sind. Sie werden aggressiv oder erleiden einen Zusammenbruch. Damit ist das Personal meist überfordert“, erklärt Ira. Doch nun setzen sie eine neue Idee um: Eine Ausbildung als Kriseninterventionshelfer. So, wie sie bei Großschäden auch für Feuerwehrleute und Rettungspersonal zur Verfügung stehen. „Das ist bislang weltweit einmalig“, so Jörns. Für die Ausbildung der Ärzte und des Pflegepersonals hat der Verein bislang 50 000 Euro vorgelegt, 170 000 Euro werden noch benötigt.

„Ich bin beeindruckt“, sagte Lehrke nach der kurzen Vorstellung der Arbeit des Vereins, der nur aus zwölf Mitglieder besteht – und auch nur Fördermitglieder aufnimmt. „Ich hatte mal etwas dazu gelesen, aber das so zu hören ist etwas ganz anderes.“ Thorstings bedankten sich bei Lehrke und der Stadt für die Auszeichnung mit einem Scherenschnitt ihres Logos: „Limitierte Auflage und nummeriert“, sagt Jörns. Und klar ist den beiden auch, dass sie bei diesen Mammutaufgaben die Vergünstigungen der Karte wohl kaum nutzen können – aber vor allem ist es ja auch eine Anerkennung!

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