Dreiste Gaffer am Einsatzort „Waldstraße“ – eine Anzeige erstattet

8. Juli 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Der Brand der Turnhalle Waldstraße war für alle Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer eine große  Aufgabe: 15 Monate nach dem Großbrand in der benachbarten KGS stand in diesem Teil Sehndes schon wieder eine schulische Eirichtung in Flammen. Kein Wunder, dass viele Menschen aus Sorge, Neugier und Informationsinteresse sich in der näheren Umgebung der Unglücksstelle aufhielten. Es ist sicherlich auch den Möglichkeiten der neuen Medien geschuldet, dass Bilder vom Unglücksort bereits in den sozialen Netzwerken verbreitet wurden, als die Einsatzkräfte gerade vor Ort eintrafen.

Hier haben Schaulustige definitiv nichts zu suchen - Foto: JPH

Hier haben Schaulustige definitiv nichts zu suchen – Foto: JPH

„Im Fall dieses Großbrandes hatten wir wieder viel Glück im Unglück, denn auch wenn am Ende nur noch die Feststellung eines Totalschadens möglich war, kamen doch glücklicherweise keine Menschen zu schaden. Die insgesamt 255 Einsatzkräfte vor Ort konnten verhindern, dass umliegende Gebäude und das Papenholz Schaden nahmen“, stellt der Bürgermeister der Stadt Sehnde, Carl Jürgen Lehrke nach der Bilanz des Schadens fest.

Voraussetzung für einen reibungslosen Einsatz ist, dass der Ort des Geschehens und die Zuwegungen durchgehend frei bleiben, damit die Einsatzkräfte alle Bereiche stets und ständig ungehindert erreichen und benutzen können. Verzögerungen beispielsweise bei dem Anmarsch können gravierende Auswirkungen auf den Verlauf eines Schadensereignisses haben. Daher sperren Einsatzkräfte bestimmte Wege und Bereiche ab, die für den Einsatz von entscheidender Bedeutung sind – und die unbedingt frei und ungehindert zugängig bleiben müssen. Den meisten Zuschauern ist dies auch klar.

Leider war das beim Brand der Turnhalle an der Waldstraße aber nicht überall der Fall. So war die Feuerwehr im Rahmen der Brandbekämpfung immer wieder gezwungen, Menschen um Rücksicht  und das Verlassen des Einsatzortes zu bitten. Aber nicht alle Zuschauer hatten Verständnis für diese klaren Ansagen und waren der Meinung, ihr Informationsbedürfnis habe Vorrang.

In sicheren, freigegebenen bereichen können sich Schaulustge aufhalten - Foto: JPH

Nur in sicheren, freigegebenen Bereichen dürfen sich Schaulustige aufhalten – Foto: JPH

Die Sperrung und Überwachung der Zufahrt zur Einsatzstelle verlief zwar weitestgehend reibungslos. Aber auch hier stießen die Mitarbeiter der Feuerwehr und der Stadtverwaltung nicht überall auf Verständnis. Ein ganz besonders dreister Gaffer, der sich den Anweisungen tatsächlich und verbal widersetzte und sogar sein Auto parkte, wurde anhand des Kennzeichens festgestellt und ist folgerichtig auch durch die Stadtverwaltung angezeigt worden.

„Wir wollen diese Chance nutzen, um auf das Problem der Schaulustigen ohne Maß hinzuweisen. Wir wünschen uns keine weiteren Unglücke dieser Art, aber wir hoffen, mit diesem Hinweis noch einmal ein Zeichen zu setzen und die Menschen um mehr Rücksichtnahme und Verständnis zu bitten“, so die Stadtverwaltung.

Da es derzeit noch keine gesetzliche Grundlage dafür gibt, das sogenannte „Gaffen“ und das Behindern von Einsatzkräften als Ordnungswidrigkeit zu ahnden, werden Schritte gegen weitere „Störer“ seitens der Stadt noch nicht ergriffen. Die Gesetzeslage aber ist, wie man den Medien entnehmen konnte, derzeit im Bundestag in Überarbeitung.

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