Die einen säubern, die anderen werfen’s weg

30. März 2017 @

In Sehnde und seinen Ortsteilen wird überall  in Wald und Flur der rote Müllsack geschwungen, Flaschen, Lumpen und Papier eingesammelt – und viele Bürger mühen sich jedes Jahr aufs neue, die unnötig weggeworfenen Dinge des Alltags wieder aus der Landschaft zu entfernen. Dabei wird containerweise abgefahren, mit Maschinenhilfe Eisenbahnschwellen aufgeladen (Bilm) oder ein Lager von Flachmännern beseitigt, auf das manche Kneipe stolz gewesen wäre (Rethmar).

Picknick an der B 65? – Foto: JPH

Doch es gibt auch einige wenige, die die Natur mit dem Wertstoffhof verwechseln und so dafür sorgen, dass den Vielen der Bedarf an roten Müllsäcken im Frühling nicht abhandenkommt. Dass dabei sowohl Tiere gefährdet wie auch die Umwelt belastet werden könnten, kommt niemandem dieser Gruppe in den Sinn. Wer Eisenbahnschwellen in den Wald werfen kann (belastet mit Imprägniermittel), der könnte sie eigentlich auch die paar Meter bis zum Wertstoffhof weiterbringen – aber das kostet dann vielleicht Geld, das man ja zuvor mit der unsinnigen kostenlosen Beschaffung der belasteten Schwellen sparen wollte.

Oder man richtet mal wieder eine Picknick-Ecke im Wald an der B 65 zwischen Höver und Ilten ein, vergisst dann aber, die Möbel wieder mitzunehmen. Vielleicht will ja der nächste Hirsch mit seiner Kuh auch mal gemütlich was essen? Besonders spannend ist dabei immer die wundersame Müllvermehrung, denn wo etwas ist, „wächst“ etwas zu. Wobei die B 65 ja eigentlich so gut ausgebaut ist, dass man darauf rüttelfrei bis zum Wertstoffhof kommen kann.

Müll vermehrt sich auf noch unerforschte Weise – Foto: JPH

Das sei hier aber auch mal erwähnt: Die Müllsammler bedanken sich ganz herzlich bei den „Vermüllern“, dass sie nicht arbeitslos werden und die Natur versehentlich mal müllfrei bleibt. Die Arbeit der Vermüller ist so wichtig, dass sich sogar Polizei dafür interessiert und ihre Tätigkeit mit Geldprämien honoriert möchte. Die kann sogar jeder von uns initiieren: Autonummer merken und die Ordnungskräfte informieren – spart dann Müllsäcke am Jahresanfang.

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