Die 10. Sehnder Zeitreise angetreten: Kulturelles Leben als Thema

16. Dezember 2016 @

Ein kleines Jubiläum wurde gestern Vormittag im Rathaus von Sehnde gefeiert. Dort übergaben die sieben Autoren der Schriftenreihe „Zeitreise“ ihr neuestes Werk  zur „Kultur in Sehnde“ offiziell an den Bürgermeister der Stadt – und damit an alle Bürger. Ab heute kann das neue Heft kostenlos im Rathaus abgeholt oder Online gelesen und downgeloaded werden. Insgesamt 1500 Exemplare als Hardware liegen bereit, finanziert durch die Stadtverwaltung.

Gehen wieder auf Zeitreise durch Sehnde: Dietrich Vollbrecht, Otto Lesemann, Manfred Rosengarten, Dieter Knauth (hi.v.li.), Wolfgang Struß, Carl Jürgen Lehrke, Peter Jungclaus und Jürgen Wattenberg (vo.v.li.) – Foto: JPH

Nun liegt sie vor, die zehnte Zeitreise in die Vergangenheit Sehndes, die sich auf rund 100 Seiten dieses Mal mit der Kultur in der Stadt seit 1945 befasst. Dabei haben die sieben Autoren, Otto Lesemann, Manfred Rosengarten, Jürgen Wattenberg, Peter Jungclaus, Wolfgang Struß und Dieter Knauth, bewusst auf Sportbetrachtungen verzichtet und haben sich auch nicht um die Profis, beispielsweise im Musikbereich, gekümmert. „Das war ein sperriges Thema“, sagte Lesemann bei der Übergabe. „Kultur wird sehr unterschiedlich definiert. Wir konnten auch nicht immer alles bis in die letzten Verästelungen beschreiben von der Vergangenheit bis heute, denn viele Zusammenschlüsse existieren nicht mehr.“

Ebenso, wie Zusammenschlüsse aus dem Zwang des Mitgliederschwundes erfolgten, haben sich andere Gruppierungen ganz aufgelöst oder Neugründungen nahmen die verbliebenen Mitglieder auf. So führte Lesemann die Musikformation IlSe aus Ilten und Sehnde auf, die sich aus Musikern aufgelöster Kapellen gründete. Oder in Vergessenheit geratene Laienspielgruppen wurden bei der Recherche „wiedergefunden“. Auch die Kinos in Ilten, Sehnde und Bolzum sind verschwunden, dafür gibt es eine kaum bekannte Oldtimergruppe namens „Dieseljungs“.

Das 10. Heft der Zeitreise ist rund 100 Seiten stark und kostenlos erhältlich – Foto: JPH

Heute ist ein wesentlicher Kulturträger der Stadt auch die große KGS geworden, die in viele Bereiche ausstrahlt – die Schüler- und Lehrerbands sind nur eine Faktor. „Interessant war auch die Entdeckung der ‚Wahrendorff-Kapelle‘ von Martin Fischbach im 3. Reich, die sich heute durch die Menuhin-Konzerte in Köthenwald fortsetzt“, erzählt Lesemann.

Das vorgelegte Heft ist das zweitstärkste im Umfang, nur die Ausgabe 9 war etwas stärker. „Es ist keine ‚Chronik'“, betonte Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, „die gibt es in zahlreichen Ortsteilen. Das Heft soll vor allem Spaß beim Lesen machen.“ Und so reicht es von „Brauchtümern“ über „Kulturschaffende“ und „Kulturfördernde“ bis hin zu den „Kulturtreibenden“ – von Neujahrsempfängen über Denkmale und Museen bis hin zu Blasorchestern.

Aber nach der Ausgabe ist auch hier vor der Ausgabe – und so haben die Autoren auch schon die Ausgabe 11 geplant. Arbeitstitel dafür ist „Sehnde – ganz nah draußen“; dafür sucht das Team dringend noch neue Mitautoren, Meldung gerne auch über das Stadtarchiv.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.