Deutsch-Café in Bilm

30. April 2015 @

Die Initiative LONEA der evangelischen Freikirche Sehnde unterstützt mit vielen Aktionen die Erst-Integration der im Ortsteil Bilm ankommenden Asylbewerber. Sie erhalten nicht nur geeignetes Mobiliar für ihre Unterkunft, sondern werden auch beim Zusammentreffen mit der deutschen Bürokratie unterstützt und vor allem in die Geheimnisse der deutschen Sprache eingeführt. Organisiert hat das Ganze die Familie Bruns, die dabei auch die kirchliche Gemeinde mit einbindet.

In Bilm gibt es "private" Sprachkurse für Asylbewerber - Foto: Red

In Bilm gibt es „private“ Sprachkurse für Asylbewerber – Foto: Red

Christian (25) und Jana (25) Bruns aus Bilm sind gemeinsam mit Christians Bruder Andy (23) und seiner Mutter Birgit (48) die „Motoren“ hinter der Unterstützungsaktion. „Wir bieten Sprachkurse für die Neuankömmlinge an“, so erklären Christian und Jana. „Dabei unterteilen wir zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen.“ Das ist für die Flüchtlinge und Asylbewerber eine der wichtigsten Maßnahmen, denn ohne etwas Kenntnis der Sprache kann man sich im Gastland nicht richtig bewegen. Deshalb haben die aktive Christenfamilie Bruns die Aktion LONEA (Love one another) der evangelischen Freikirche Sehnde aktiviert und „setzen nun die Bibel praktisch um“, wie Christian, der Theologie studiert hat, erläutert.

Im Frühjahr 2013 ist ihm die Idee auf einem Kongress gekommen und danach hat er Kontakt zur Stadt Sehnde aufgenommen. Der Vorschlag zur Integrationsarbeit wurde angenommen und es wurde über eineinhalb Jahre ein Programm entwickelt. 2014 gab es das Angebot an die Stadt für einen Deutschkurs, nachdem es seit 2013 schon einmal pro Woche eine Hausaufgabenhilfe gab. Doch nun waren die Sprachkurse der Stadt ausgebucht und so gab es von der Gemeinde zunächst einen Kursus, aus dem sich schnell zwei Stufen entwickelten. In der ersten Gruppe sind derzeit fünf in der zweiten sieben Personen.

Die Bilmer Flüchtlinge nahmen zusammen mit der Feuerwehr an der Aktion teil - Foto: B. Ostermeyer

Die Bilmer Flüchtlinge nahmen als „Helping Hands“ an der Müllsammelaktion teil – Foto: B. Ostermeyer

Es begann räumlich in der KGS, aber dort wurde das Angebot nicht so intensiv genutzt. Deshalb verlegte die Familie den „Unterrichtsort“ nach Bilm ins eigene Haus. „Hier gibt es jetzt Kinderbetreuung und hinterher noch Gespräche. Einige Leute bringen sogar Post mit, beispielweise von der GEZ, mit der sie nicht klarkommen. Dann haben wir gleich praktische Bespiele“, erzählt Jana. „Im Übrigen ist viel Flexibilität gefragt, örtlich wie zeitlich. Oft ist das Einhalten von Uhrzeiten schon das Problem.“ Das babylonische Sprachenwirrwarr löst sich entweder über Deutsch-Englisch oder mit Händen und Füßen, Bilder und Google-Smartphone. Als Hilfe hat Jana Bruns Arbeitsblätter für den Wortschatz entworfen „oder wir gehen durch den Ort und zeigen Dinge.“

Vieles ist auch eine soziale Frage. „Das beginnt bei der Mülltrennung, was wir oft wiederholen müssen, und geht bis zum Hände schütteln und der Pünktlichkeit“, erklärt Jana die Anfänge. Zudem binden sie die Asylbewerber ins Dorfleben ein, wie beispielsweise beim Dorf reinigen, an dem sie teilnahmen und so Kontakt zu den anderen Leuten im Dorf bekommen https://www.sehnde-news.de/?p=116164. „Die Einsätze im Dorf fördern das Zusammenleben und die Akzeptanz“, sagt Christian Bruns. Die Neuankömmlinge helfen auch in den Aktionen „Helping Hands“ für die Männer und „Eat and Meet“ die Frauen. „Wenn die Leute etwas zu tun haben, sind sie zufriedener und es sind sicht- und hörbare Verbesserungen erkennbar.“

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