Der Herr der Zahlen ist im Ruhestand

5. Oktober 2015 @

Er war für viele Jahre der Herr der Zahlen in Sehnde, jetzt geht er in den verdienten Ruhestand: Rolf Sill, seit 50 Jahren in der Stadtverwaltung Sehnde verließ nun das Rathaus. Fünfzigeinhalb Jahre hat er seinen Dienst im Bereich der Finanzverwaltung in den verschiedensten Bereichen geleistet, war aber zeitweise auch in Sozialbereich tätig. Während ihn der Bürgermeister schon bei der Ratssitzung im Juli verabschiedete, geschah die nun auch am letzten Arbeitstag im Fachbereichsausschuss Finanzen.

So war er den meisten Mitarbeitern bekannt: Am Schreibtisch den Haushalt von Sehnde prüfen - Foto: JPH

So war er den meisten Mitarbeitern bekannt: Am Schreibtisch den Haushalt von Sehnde prüfend – Foto: JPH

Sill ist im Januar 1950 in Lehrte geboren worden, besuchte dort die Schule bis zum März 65 und begann am 1. April eine Lehre bei der Stadtverwaltung Lehrte, damals noch zum Regierungsbezirk  Lüneburg gehörend. Am 31. März 1968 wurde er Stadtangestellter und zugelassen zur einheitlichen Laufbahn, die er mit der Laufbahnprüfung I und II abschloss. Daraufhin wurde er 1974 als Beamter bei der Stadtverwaltung Lehrte übernommen. Er arbeitet dort zusätzlich im Sozialbereich, wechselte später dann in die Stadtkämmerei.

Im Oktober 1975 wechselte er in die Gemeindeverwaltung Sehnde als erster hauptamtlicher Kassenleiter für den Bereich Ilten, Sehnde und Höver. Dann war er viele Jahre Kassenleiter, wechselte aber auf Grund seiner Vorverwendung 1994 auf den Posten des Sozialamtsleiters. 2002 übernahm er als Leiter das Rechnungsprüfungsamt, denn zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt Sehnde der Region gegenüber die Übernahme der Aufgabe erklärt. „Damals“, so Sill, „war es noch der kameralistische Haushalt. 2010 haben wir auf dann auf die Doppik umgestellt.“ So legte er auch den ersten Prüfbericht zu der allein auf der Doppik beruhenden Prüfbericht dem Fachbereichsausschuss Finanzen vor. „Die Doppik ist komplizierter“, bewertet Sill die Umstellung. „Es gibt eine größere Datenmenge, die Prüfung dauert länger und das Verfahren ist aufwendiger. Es gibt Soll und Haben mit zusätzlicher Finanzrechnung als feste Verzahnung.“ Auch der Buchungsgang wird verlängert. „Aber die Doppik wirft auch Gewinn und Verlust aus und das Vermögen wird dargestellt, was früher nicht der Fall war“, gesteht er der neuen Buchführung eine Verbesserung zu. Inzwischen hatte er zwei Haushalte nach Doppik geprüft und am Mittwoch den dritten Prüfbericht vorgestellt.

Vor dem Rat der Stadt hatte ihn der Bürgermeister bereits im Juli gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Ralf Neumann verabschiedet - Foto: JPH

Vor dem Rat der Stadt hatte ihn der Bürgermeister bereits im Juli gemeinsam mit dem Fachbereichsleiter Ralf Neumann verabschiedet – Foto: JPH

Rolf Sill, der 1975/76 sein Abitur nachgeholt hat, verlässt die Stadtverwaltung als Stadtamtsrat und wird sich seiner Familie und seinen Interessen im Naturschutz widmen. Während seine Frau noch einige Jahre in Ilten in der Kita arbeiten wird, will er sich verstärkt beim NABU und BUND einbringen und im Bereich „Moore“ tätig werden. Hier gehört Sill zu den Gründungsmitgliedern der Organisation. „Sicher werde ich die Kontakte zu den Kollegen und Kolleginnen vermissen“, sagt Sill, „aber keinesfalls den ganztägigen Aufenthalt in geschlossenen Räumen.“ Zudem will er gerne die Familiengeschichte weiter erkunden. Im zurückliegenden Zeitraum hat er außerdem noch seinen Nachfolger, Christian Kienert, als neuen Chef des Rechnungsprüfungsamtes eingearbeitet. Während Sill sich nun seinen privaten Interessen widmet, bereitet der die 4. Prüfung des Haushaltes nach der Doppik vor.

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