Bund fördert Alltagsradverkehr mit Sanierung und Markierung von Ortsdurchfahrten

30. Januar 2017 @

Rund 800 Kilometer soll das flächendeckende Radverkehrsnetz für den überörtlichen Alltagsradverkehr in der Region Hannover einmal umfassen, gut 90 Millionen Euro müssen dafür in den nächsten 15 Jahren in den Neu- und Ausbau von Radverkehrsanlagen investiert werden. Mit rund drei Millionen will sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit jetzt bis 2019 an Fahrbahnsanierungen und der Anlage von Schutzstreifen für Radfahrende in Ortsdurchfahrten der Region beteiligen. Dabei sind die Schutzstreifen auf der Fahrbahn angebracht. Die gute Nachricht aus Berlin ist die Antwort auf einen Förderantrag, mit dem die Region Hannover am Wettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ teilgenommen hatte. Mit insgesamt vier Millionen Euro sollen in den Jahren 2017 bis 2019 62 Maßnahmen in 16 Städten und Gemeinden realisiert werden, darunter Sehnde und Uetze.

Umsteigen aufs Rad, Schutzstreifen sollen helfen – Foto: JPH

„Ohne die Förderung hätte die Region Hannover diese Vorhaben nach den geltenden Richtlinien komplett aus eigenen Mitteln finanzieren müssen“, freute sich Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz: „Mit dem regulären Sanierungsprogramm der Region Hannover werden im Schnitt pro Jahr zirka zehn Ortsdurchfahrten saniert und für den Mischverkehr markiert und bezüglich der Führungsform für den Radverkehr überprüft. Durch die jetzt bewilligte Finanzhilfe kann nun die dreifache Menge pro Jahr realisiert werden.“

Je nach Verkehrsstärke, gefahrenen Geschwindigkeiten, Straßenbreite und -zustand sollen in einigen Ortsdurchfahrten die Fahrbahndecken saniert werden, um den Radverkehr im sogenannten „Mischverkehr“ aus Kraftfahrzeugen und Fahrrädern führen zu können; in anderen innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen werden zusätzlich Schutzstreifen – ein- oder beidseitig – auf der Fahrbahn markiert. Vorgesehen ist auch die Anlage von gesicherten Querungsstellen für Radfahrende an Ortseingängen.

Das „Vorrangnetz für den Alltagsverkehr“ ist für Radfahrende gedacht, die direkte und sichere Verbindungen zwischen Wohnort und Arbeitsstätte schätzen. Insgesamt sind für den Ausbau rund 90 Millionen erforderlich – 30 Millionen davon entfallen auf die Kreisstraßen, für die die Region verantwortlich ist.

Die Alltagsrouten sind Teil des Handlungskonzeptes „umsteigen: aufsteigen“ das 2015 von der Regionsversammlung beschlossen worden ist. Im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutz im Radverkehr“ wird die Umsetzung von umfassenden, modellhaften Projekten zur Verbesserung der Radverkehrssituation in konkret bezeichneten Gebieten wie beispielsweise Wohnquartieren, Gewerbegebieten und Dorfzentren gefördert. Ziel ist es, neben der Einsparung von Treibhausgasemissionen auch einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität vor Ort zu leisten sowie durch Vorbildcharakter bundesweit zur Nachahmung anzuregen

Für Sehnde sind acht Schutzstreifen geplant, die sich auf die Ortsdurchfahrten in den Ortsteilen Bilm (Kreisstraßen 140 und 143), Bolzum (167), Dolgen (136), Evern (136), Haimar (136) und Ilten (139/140) verteilen. In Uetze sind die Ortsdurchfahrten Altmerdingsen (126) und Hänigsen (125) vorgesehen.

 

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