Bürgerinitiativen zur Windenergie wenden sich an Regionsabgeordnete

25. August 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Die Bürgerinitiativen bezüglich der Windenergieplanungen für die Region Hannover haben sich jetzt an die Abgeordneten der Regionsversammlung gewendet, um ihre Bedenken, die im Regionalen Raumordnungsprogramm, dass sich gerade in der Bearbeitung bei der Region befindet, vorzutragen. Mit dabei ist die Gruppe aus Haimar-Evern-Dolgen, die sich gegen bestimmte Spezifikationen des geplanten Testfeldes wenden. Sie wollen auf diese Weise die abgelehnten Einwände noch einmal den Bürgervertretern mitteilen, damit sie sich vor der Entscheidung noch einmal über den Willen von Bürgern klar sind.

Die Bürgerinitiativen zur Windenergie schreiben:

>> Betr.: Regionales Raumordnungsprogramm

Prof. Dr. Axel Priebs vorn li.) erläuterte das Vorhaben Hybrid-Feld an der Karte, die die neue räumliche Planung (gelb) zeigt - Foto: JPH/Archiv

Prof. Dr. Axel Priebs vorn li.) erläuterte das Vorhaben Hybrid-Feld an der Karte, die die neue räumliche Planung (gelb) zeigt – Foto: JPH/Archiv

Die Region Hannover hat ein neues Raumordnungsprogramm (RROP) erarbeitet, in dem unter anderem Flächen zur Windenergienutzung ausgewiesen werden. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung sind nach der ersten Auslegung zirka 1600 Einwände eingegangen, ein Großteil davon zum Thema Windenergie. Ein besonderer Streitpunkt ist der Abstand zur Wohnbebauung. Die Region hält an 800 Metern fest und begründet das damit, dass der Windenergie sonst nicht genug Raum gegeben wird. Wir Bürgerinitiativen in der Region Hannover halten das Argument nicht für stichhaltig, denn in der Region Braunschweig gilt ein Mindestabstand von 1000 Metern und in einigen anderen Bundesländern (Bayern) ist ein noch größerer Abstand möglich. Auch die Städte Burgdorf, Lehrte und Sehnde haben per Ratsbeschluss einen Mindestabstand von 1000 Meter gefordert.

Da fast alle Einwendungen der Bürger von der Regionsverwaltung abgelehnt wurden, wenden sich die Bürgerinitiativen in der Region Hannover mit dem Schreiben im Anhang an alle 85 Regionsabgeordneten, damit ihnen vor der Abstimmung über das RROP im September noch einmal die Bedenken der Bürger deutlich werden und sie ihr Abstimmungsverhalten vielleicht noch einmal überdenken.

Während die Einwohner in der Stadt Hannover außer den exorbitant steigenden Strompreisen relativ wenig von der Energiewende spüren, wird im Umland möglichst jede freie Fläche mit Windrädern zugebaut, weil das wegen der hohen Subventionen auf Kosten der Stromkunden für die Projektierer ein äußerst lukratives Geschäft ist.

Der Bereich des Leierbergs ist im RROP für Windenergie vorgesehen - Foto: JPH/Archiv

Der Bereich des Leierbergs ist im RROP für Windenergie vorgesehen – Foto: JPH/Archiv

Wir Bürger im Umland sind der Meinung, dass ein Ausbau der Erneuerbaren Energien sozial- und umweltverträglich erfolgen muss. Die Bedenken der Bürger, die wegen zu geringer Abstände zur Wohnbebauung um ihre Gesundheit fürchten, müssen ernst genommen werden. Die Prüfung, ob in einem Vorranggebiet für Windenergieanlagen geschützte Vogelarten und Fledermäuse vorkommen, sollte nicht durch ein von den Projektierern in Auftrag gegebenes und bezahltes Gutachten erfolgen.

Da die Themen Erneuerbare Energien und bezahlbare Strompreise alle Bürger betreffen, möchten wir mit unserem Anschreiben erfahren, ob die Regionsabgeordneten bereit sind, persönliche Stellungnahmen abzugeben und sich nicht nur auf das EEG zu berufen.

Eine ehrliche Antwort würde den Bürgern zeigen, dass man die Bedenken ernst nimmt und damit auch der oft beklagten Politikverdrossenheit entgegenwirken. <<

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