Bilm macht mobil: Erster Widerstand formiert sich am Mühlenfeld

14. April 2016 @

Nachdem der Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer und die ersten Bürger aus Bilm, so Lutz Ahlswede und Herbert Bartels, das Info-Blatt zum Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans erarbeitet hatten und damit die Bürger über den Neubau der Iltener Umgehung für die B 65 unterrichteten, fand gestern die erste Aktion gegen die Planung statt. Mehr als 75 Bilmer nahmen daran teil.

Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer (li.) erläueterte die Planungen, Herbert Bartels (re.) sammelte Unterschriften - Foto: JPH

Ortsbürgermeister Bernd Ostermeyer (li.) erläuterte die Planungen, Herbert Bartels (re.) sammelte Unterschriften – Foto: JPH

An der Straße Mühlenfeld zwischen den beiden Orten Bilm und Ilten steht nun das erste Zeichen des Widerstandes gegen die Baupläne: eine Strohpuppe, die kurz zuvor durch die Initiatoren aufgerichtet wurde. Sie war an diesem Abend Treffpunkt. Mit ihr macht Bilm nun mobil gegen die Planung im Bundesverkehrswegeplan, nicht nur nördlich von Rethmar eine neue B 65 zu bauen, sondern genau im Bereich der Strohpuppe eine Ortsumfahrung für Ilten einzurichten. Damit soll die stauanfällige neu gestaltete Ortsdurchfahrt langfristig entlastet werden und eine leistungsfähige Ausweichstrecke für die A 2 bei Behinderungen zur Verfügung stehen. Darin würde auch die KES um Sehnde einbezogen werden bis zum Kreisel Köthenwald.

Darüber und die folgenden politischen Abläufe informierte Ostermeyer die Anwesenden. Außerdem setzten die Initiatoren die bereits begonnene Unterschriftenaktion gegen diese Planung an Ort und Stelle fort. „Wenn wir jetzt nichts tun, werden wir es später nicht mehr können“, so sagte Bartels an der Strohpuppe. Deshalb hat er schon mehr als 500 Unterschriften seit Bekanntwerden der Pläne gesammelt.  Ostermeyer verlangte an diesem Abend, dass die A 2 so auf- und ausgerüstet wird, dass sie ausreichend dimensioniert ist, den Ost-West-Verkehr auszunehmen und zu leiten. Dazu kommt die Tatsache, dass die Ortsdurchfahrt in Ilten nach der letzten „Überarbeitung“ unter anderem durch die Ampeln und die in die Fahrbahn verlegten Bushaltestellen die Stausituation ja erst hervorruft – für die nun die Umgehung gebaut werden soll.

Mehr als 75 Bilmer hatten sich an der Strohpuppe versammelt - Foto: JPH

Mehr als 75 Bilmer hatten sich an der Strohpuppe versammelt – Foto: JPH

Auch einen Internetauftritt haben die Gegner schon kreiert, damit die verteilten Informationen an einem Ort für die Interessierten zentral zusammengefasst sind – und natürlich auch als Forum für die eigene Arbeit. Unter www.bilm.de/b65 stehen die bisherigen Fakten, auf www.bilm.de/karte kann die Trassenplanung eingesehen werden.

„Wenn das so weitergeht, leben wir in zwei Generationen auf einer Insel“, sagte Lutz Ahlswede. „An der einen Seite die Mergelgrube, an der anderen die B 65 mit dem geplanten Schallschutz. Da kann man nur noch nach Hannover ausweichen.“ Das sahen viele Bürger an diesem Abend so und sicher ist davon auszugehen, dass sie in der kommenden Woche die zu diesem Thema tagenden Ortsräte und den Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung am 19. April besuchen wollen.“Wehret den Anfängen“, so heißt es schon beim römischen Dichters Ovid. Bilm hat begonnen.

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