Baumscheibe wird entfernt – Straßenbau Am Stadion beginnt

12. August 2015 @

Bereits im Vorfeld der Baumaßnahme auf der Straße Am Stadion in Sehnde waren die Bäume von Angelika Tiedtke-Crede, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Gartenbau, bewertet und der bestmögliche Umgang im Zuge der Bauarbeiten vorgeschlagen worden. Daraus hatte sich die im April im Ortsrat, unter Beteiligung der Anlieger, vorgestellte Planung im Hinblick auf den Straßenbau und für die Kanalbaumaßnahmen ergeben, so der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Godehard Kraft. Daran werde man nun weitgehend festhalten.

Der Bereich zwischen Hausnummer 8 und dem SuS-Eingang wird auch erneuert - Foto: JPH

Der Straßenbereich zwischen Hausnummer 8 und dem SuS-Eingang (hi.re.) wird auch erneuert – Foto: JPH

Bei der Vorstellung des Straßenausbaus am 9. April durch den Fachbereich Stadtentwicklung wurde expressis verbis darauf hingewiesen, dass bei der Größe der verfügbaren Baumscheibe am Sportplatz des SuS eine Neupflanzung der Eiche darauf keinen Sinn ergibt. Daher solle auf dieses Rondell im Zuge der Straßenerneuerung komplett verzichtet werden. Die vorhandene Eiche wurde in Tiedtke-Credes Gutachten „als nicht besonders erhaltenswerter Baum“ eingestuft mit dem Hinweis, dass erhebliche Anfahrschäden festgestellt wurden. Diese Schäden und die Bewertung durch die Sachverständige hatten die Stadtverwaltung dazu bewogen, den Baum und die Pflanzscheibe nicht weiter in die Planung einzubeziehen. In der Versammlung herrschte kein Dissens über das Fällen dieses Baumes und eine Ersatzpflanzung im Grünbereich der Rechtskurve, der Denkmalswiese.

Eine erneute Nachfrage eines Anwohners bezüglich dieses Baumes und der damit verbundenen Kanalisationstrasse hat den Ausbau nun etwas verzögert. Der Anlieger brachte vor, dass durch die ungeplante Fällung dreier maroder Bäume auf der Denkmalswiese die Trassenführung der Rohre doch nun anders geplant werden und der Baum auf der Baumscheibe verbleiben könne. Das würde auch die Anliegerkosten vor allem der beiden Häuser am SuS-Stadion verringern, da man die Straße nicht aufreißen und dann neu pflastern müsse.

Die Eiche wird gefällt und die Baumscheibe verschwindet - Foto: JPH

Die Eiche (vo.) wird gefällt und die Baumscheibe verschwindet – Foto: JPH

Daraufhin ist die Stadtverwaltung der Angelegenheit noch einmal nachgegangen und hat zunächst die fragliche Eiche nicht entfernt. In diesem Zuge gibt es nun eine ergänzende und endgültige Feststellung durch den Baumsachverständigen Rathai vom 3. August 2015. Darin heißt es: „Die Eiche (Nr. 24) mit Anfahrschaden am Stammfuß, welche im Rondell in der Straße ‚Am Stadion‘ stockt [nicht wächst; die Red.], sollte aus sachverständiger Sicht entfernt werden.“ Er nennt zudem verschiedene Gründe für die Fällung, beispielsweise die „Beeinträchtigung einer arttypischen Kronenentwicklung“ bedingt durch die nebenstehenden Buche und Hainbuche oder „unverhältnismäßig hohe Kosten für den Erhalt des Baumes im Zuge der Baumaßnahmen sowie anschließende Wiederherstellung“, um nur zwei zu nennen.

Nach der Summe der fachlichen Erwägungen wird die Eiche jetzt beseitigt werden. Zudem wird an der Lage der Kanäle festgehalten, lediglich von der Buche (Nr.23) wird im Sinne der Ausführungen des Gutachters Rathai weiter abgerückt werden. Damit kann der bislang ungestörte Bereich der Denkmalswiese für die verbleibenden und nachzupflanzenden Bäume als optimaler Lebensraum erhalten und geschont werden.

Die Kanäle werden wie geplant geführt - Grafik: Stadt Sehnde

Die Kanäle werden wie geplant geführt – Grafik: Stadt Sehnde

Einer Verlegung der Kanäle auf den Bereich der Denkmalswiese widerspricht Daniel Korff von den Stadtwerken Sehnde auch aus technsichen und Kostengründen. Durch die vorhandene Trinkwasserleitung dort würde vielmehr eine Mehrlänge bei den Schmutz- und Regenwasserkanälen von rund 12 Metern für 3600 Euro Mehrkosten erforderlich. Auch wäre auf der Wiese eine Neubepflanzung durch die Stadt aus Leitungsschutzgründen dann nicht möglich. „Die Wurzeln von Bäumen wachsen immer in Richtung von Wasser“, erläutert Korff, „und gerade Schmutzwasser enthält dann noch die vom Baum gewünschten Nährstoffe. Da wäre die Kanalisation dann bald wieder zu reparieren.“

Zudem ist die Straßendecke vom Sportplatz bis zum Grundstück Nummer 8 nur im ersten Eindruck unversehrt. Tatsächlich hat sie viele kleine Risse und keine ausreichende Tragfähigkeit laut Bodengtuachten. „Allerdings wird die Kanaltrasse auf Grund des zweiten Gutachtens im Bereich der Buche noch etwas verschoben“, fügt Korff hinzu.

Die Bauarbeiten beim Schmutzwasser werden von der B 65 bis zum Haus Nummer 13 in geschlossener Bauweise, einem sogenannten Inliner, ausgeführt, danach geht es bis zu den Häusern 6 und 8 in offener Bauweise weiter. „Der Regenwasserkanal wird komplett in offener Bauweise ausgeführt“, so Korff. „Der alte Kanal wird später mit Flüssigbeton verfüllt.“

Die Bauarbeiten beginnen heute mit der Einrichtung der Baustelle, die Straßenarbeiten starten in etwa zwei Wochen, so Godehard Kraft. „Die gesamten Arbeiten werden dabei von der Gutachterin begleitet“, versichert er.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.