Asse-Info, Mahnwache und Ministergespräch: Sehnder BI ist aktiv

21. Oktober 2017 @

Um die Einleitung des Assewassers in die Sehnder Kaligrube von K+S „Friedrichshall“ und die Grube bei Ilten „Bergmannssegen-Hugo“ ging es am Donnerstag in Sehnde gleich an drei Stellen. Zunächst war ab 8.30 Uhr das InfoMobil der Asse GmbH und der Betriebsgesellschaft für Endlagerung (BGE) auf den Sehnder Marktplatz gekommen, um die Bürger über die Asse selbst, die geplante Einleitung der Oberflächensole durch K+S in die Grube und die Gründe dafür zu informieren. Außerdem stand die Möglichkeit im Raum, beim InfoMobil einen Besuch in der Asse zu buchen.

Manuel Wilmanns und Frank Ehrlich (v.li.) erläuterten den Sehndern die Probleme der Asse – Foto: JPH

Bereits am 6. Oktober war das InfoMobil in Lehrte gewesen, um die Bürger dort zu informieren. „Der Zuspruch hier in Sehnde ist etwas höher“, sagten Manuel Wilmanns und Frank Ehrlich, die mit dem fahrbaren Info-Stand den Bürger die Asse und ihre Funktion erläutern. „Offensichtlich ist das Thema Assewasser in Lehrte nicht so nachgefragt.“ Auch mehrere Wünsche nach einer Assebefahrung hatten die beiden Mitarbeiter der Asse GmbH schon aufgenommen. Dabei betonten sie in den laufenden Gesprächen auch immer wieder, dass die Einleitung nur eine Zweitlösung für die Sole sei. Denn grundsätzlich wird das Wasser von einem Industriebetrieb abgenommen, der daraus Streusalz destilliert – und das übrige saubere Wasser dann ableitet. Einen neuen Sachstand zur alternativen Einleitung in die Nordsee oder die Werra konnte Willmanns allerdings auch noch nicht mitteilen. „Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie verlangt aber eine Alternativlösung für den Fall, dass die Industrie von heute auf morgen die Abnahme einstellen würde.“

Am BI-Stand informierten Daniela Dijkstra und Jens Reimann (hi. v.li.) die Bürger, während die Kinder den kleinsten Demo-Trecker fuhren – Foto: JPH

Das aber glauben viele Sehnder und einige Lehrter ebenso wenig wie die Angabe, dass es sich bei der Sole um kein radioaktiv belastetes Tiefenwasser handelt. Und deshalb hatte auch an diesem Tag die Bürgerinitiative „Assewasser – nein danke“ gegenüber dem InfoMobil ihren Stand bezogen. „Wir brauchten die Leute hier gar nicht erst anzusprechen“, erzählen Daniela Dijkstra und Jens Reimann, die am Nachmittag die Beratung zusammen mit Ortsbürgermeister Helmut Süß, Ansgar Hoppe und Andreas Hornburg übernommen hatten. „Die Bürger standen teilweise schon Schlange, um die Resolution gegen die Einleitung zu unterschreiben. Auch Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke war hier und hat sich informiert.“ Zudem hat die Initiative dieses Mal „den kleinsten Demo-Trecker“ auffahren lassen, der regelmäßig seine Runden am Stand drehte. Abbau war gegen 17 Uhr geplant, etwa dann wollten auch die Info-Akteure gegenüber den Heimweg antreten. „Es haben sich auch noch viele neue Interessenten gemeldet, die bei uns mitmachen möchten. Einen Info-Termin wird es in absehbarer Zeit wieder geben“, sagte Reimann noch zum Schluss. „Die Interessenten sollen auf die Ankündigung achten.“

Babara Hornburg (BI), Stefan Wenzel (Nds. Umweltminister), Cedric Bätje (Sprecher BI), Silke Lesemann (MdL) und Andreas Hornburg (BI) (v.re.) besuchten den Minister – Foto: Privat

Am selben Tag gegen 18 Uhr war die Bürgerinitiative (BI) auch noch beim niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel, zum Gespräch eingeladen. Dorthin fuhren BI-Sprecher Cedric Bätje zusammen mit Barbara und Andreas Hornburg als Fachleute der BI und der Landtagsabgeordneten Dr. Silke Lesemann. Hier trafen sie dann auch noch auf den Präsidenten des LBEG, Andreas Sikorski, und dessen Pressesprecherin Heinke Träger.

Bei dem Gespräch, das rund eine Stunde dauerte, wurde den Verantwortlichen für die Genehmigung der Einleitung mit einem vorbereiteten Fragenkatalog seitens der Bürgerinitiative die Bedeutung und Interessen der BI und der durch sie vertretenen Bürger aus Sehnde und Lehrte  deutlich gemacht. Der Katalog, bestehend aus 17 Fragen, konnte in der einstündigen Sitzung natürlich nicht im vollen Umfang bearbeitet werden, und so wird vom Minister und dem LBEG-Präsidenten eine Antwort in schriftlicher Form zugesandt. „Sowohl der Minister wie auch die Verantwortlichen der LBEG waren dialogbereit und zeigten Interesse an einem weiteren Gespräch zu diesem Thema“, freute sich Bätje. MdL Lesemann kündigte außerdem an, einen Antrag auf Einsicht in die Verträge mit und Anträge von K+S bezüglich der Wassereinleitung bei der LBEG zu stellen. Nach Zugang der Antworten vom LBEG und aus dem Ministerium sollte unbedingt eine Information der interessierten Bevölkerung in der einen oder anderen Form in Sehnde und Lehrte erfolgen.

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