Anwohner protestieren gegen Staub im Ausschuss

28. Mai 2015 @

Rund 25 Anwohner des Stauffenbergringes und der Vorsteher-Rust-Straße sind gesternb im Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung vorstellig geworden und haben sich dort über die in diesem Jahr sehr hohe Staubbelastung beschwert. Sie verlangen eine Überprüfung und Reduzierung des Flugsandes auf das Maß von 2014. Das soll rund fünf Prozent von dem gewesen sein, was sie nun erreicht.

So sah das Fensterbrett von Volker Bresgotts Haus aus - Foto: V. Bresgott

So sah das Fensterbrett von Volker Bresgotts Haus aus – Foto: V. Bresgott

Auf der gestrigen Sitzung des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung sind zahlreiche Anwohner des Stauffenbergringes und der Vorsteher-Rust-Straße anfangs der Sitzung mit ihrem Anliegen vorstellig geworden. Im Namen der Anwesenden trug Werner Schmidt eine vorbereitete Petition an die Ausschussmitglieder vor, in der die Bewohner verlangen, mit geeigneten Maßnahmen gegenüber K+S den vom Berg herabwehenden Staub wieder zu reduzieren. Am 12. Mai wäre der sogar bis zur Mittelstraße geweht worden. „Außerdem wird dort kontaminierter Staub in offenen Lastwagen angeliefert“, so Schmidt. Zudem erfolge keine Bewässerung, so wie es mal zugesagt worden war. Eine erste Anfrage durch Werner Kracke im Stadtrat sei unbeantwortet geblieben. Zudem gäbe es nach Auskunft der Stadtverwaltung keine gesetzliche Grundlage, Staub zu vermeiden. „Aber in Hannover gibt es eine Feinstaubregelung, weshalb kann man dann hier keinen Bußgeldbescheid ausstellen?“ fragte Schmidt, bevor er die Petition übergab.

Der Ausschussvorsitzende Hartmut Völksen bestätigte zunächst, die Staubwolken aber dort auch das Sprengfahrzeug fahren gesehen zu haben – was ihm prompt Widerspruch von den Besuchern einbrachte. „Bei der Anlage gilt Bergrecht“, erklärte Völksen. „Da sind die Möglichkeiten der Stadt eingeschränkt. Aber wir wollen Sie unterstützen.“ Das bestätigte dann auch der zuständige Fachbereichsleiter Godehard Kraft:“ Die Stadt hat wenig Möglichkeiten. Wir haben schon Kontakt zum Bergamt aufgenommen, es gab ein Gespräch und eine Ortsbesichtigung mit dem Ergebnis, dass K+S wie vorgeschrieben handelt.“ Aber mit den Bildern, die die Anwohner jetzt dem Ausschuss zur Verfügung stellten, werde man nochmals auf das Bergamt zugehen.

Die Arbeitsstelle ist vor Staub kaum zu sehen - Foto: V. Bresgott

Die Arbeitsstelle ist vor Staub kaum zu sehen – Foto: V. Bresgott

Auch von der Behandlung ihrer Anrufe bei K+S vor Ort waren die Anwohner „enttäuscht“. „Versprochene Rückrufe erfolgten nicht“, so Ratsherr Werner Kracke, „nach dem Motto: Lass‘ die man mosern.“ „Als 2014 noch gewässert wurde, war der Staub nur etwa fünf Prozent von dem was jetzt ankommt“, so Schmidt unter der Zustimmung der übrigen Anwohner. Zwischenzeitlich, fügte Völksen abschließend hinzu, bleibt den Anwohnern nur die Möglichkeit, dass sich einer von ihnen mit einer Eingabe ans Bergamt wendet. „K+S bewegt sich im Rahmen seiner Genehmigung“, so Völksen, „aber wir werden die städtischen Möglichkeiten ausschöpfen zu ihrer Unterstützung.“ (siehe gesonderten SN-Bericht zur Staubbelastung)

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