2. Update: Sonderzug mit Flüchtlingen – Neue Transporte angekündigt

29. September 2015 @

Der angekündigte Sonderzug mit schlussendlich 450 Flüchtlingen aus Passau ist am Dienstagmorgen um 8.45 Uhr in Lehrte eingetroffen. Dort wurden die Flüchtlinge zunächst in der Turnhalle Friedrichstraße untergebracht, bevor dann rund 50 Busse die Menschen weitertransportierten in alle nördlichen Bundesländer. Der Transport wurde durch die Technische Einsatzleitung (TEL) der Region Hannover organisiert. Rund 186 Einsatzkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TEL, der Stadt Lehrte, der Bundespolizei, der Bundeswehr, der DRK-Bereitschaften Lehrte, Hannover, Garbsen und Empelde, des THW und der Feuerwehrbereitschaft IV waren vor Ort, um die Abwicklung sicherzustellen. Die Region Hannover leistet dabei Amtshilfe beim Umsteigen für das Land Niedersachsen.

Aus der TEL wurde die Lenkung, Versorgung und der Transport der Flüchtlinge koordiniert - Foto: JPH

Aus der TEL wurde die Lenkung, Versorgung und der Transport der Flüchtlinge koordiniert – Foto: JPH

Der Sonderzug aus Passau wurde zunächst bei Eintreffen auf das Gleis 13/14 in Lehrte umgeleitet, da die TEL die Nutzung des Tunnels vermeiden wollte, so der Einsatzleiter TEL, Jörn Engel. Von da aus ging es 400 Meter zu Fuß in die Turnhalle. Dort erwarteten die Ankommenden Essen und Trinken, medizinisches Fachpersonal sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallseelsorge, bis die Busse zur Weiterverteilung bereit standen. „Gegen 10 Uhr konnten wir die ersten Informationen an die Flüchtlinge geben, danach fuhren die Busse vor. Dann ging alles schnell und gegen 11 Uhr waren alle Flüchtlinge auf dem Weg“, so Engel. Dabei konnten die Flüchtlinge selbst wählen, in welchen Bus sie einstiegen und wohin sie damit in der Norden fuhren. „Gewünschtes Hauptziel war Hamburg“, sagt Engel. Ein Bus ging auch nach Sarstedt, keiner jedoch nach Köthenwald. Allerdings haben wohl elf der Angekommenen einen anderen Weg zur Weiterfahrt gewählt, denn in den Bussen saßen zuguterletzt 439 Personen.

„Eines unserer Probleme bestand darin, dass wir zu wenige Dolmetscher hatten“, so Regionssprecherin Sonja Wendt. Und es gab sprachliche Barrieren, da die Asylsuchenden aus verschiedenen Ländern kamen: Einige aus Syrien, das Gros aus dem Balkan, dem Irak und Afghanistan. Da liegen die Sprachen weit auseinander. Für die weiteren Transporte will man möglichst sicherstellen, dass die notwendigen Informationen bereits im Zug vorm Eintreffen in Lehrte gegeben werden.

Jörn Engel, selbst ehrenamtlicher Helfer, leitet die Umsteigeaktionen in Lehrte - Foto: JPH

Jörn Engel, selbst ehrenamtlicher Helfer, leitet die Umsteigeaktionen in Lehrte – Foto: JPH

„Die Ankömmlinge waren ruhig, müde und erleichtert. Von Aggressionen war nichts zu spüren“, umreißt Engel die Lage bei Eintreffen der Menschen. Zwar gab es auch Differenzen, verheimlicht er nicht, aber es ging alles zufriedenstellend aus. „Selbst Babynahrung hatten wir in der Halle bereitgestellt. So war für alle gut gesorgt.“ Davon überzeugten sich auch Cora Hermenau, Leiterin des Dezernates für öffentliche Gesundheit und Sicherheit der Region Hannover, und Klaus Sidortschuk, Bürgermeister von Lehrte. „Gerade die Stadtverwaltung Lehrte hat uns vorbildlich unterstützt“, lobt Engel die Zusammenarbeit mit der örtlichen Verwaltung. Alles ging schnell und unbürokratisch.

„Unsere Taktik bleibt auch für die kommenden Transporte so, sie hat sich bewährt“, sagt Engel mit Blick auf den Sonnabend. Dann nämlich kommen zwei weitere Züge aus Bayern in Lehrte an, wobei die Zahl der Flüchtlinge bisher nicht bekannt ist. Um 7.30 und 22 Uhr sollen die Sonderzüge einrollen. Engel hofft, dass dann auch wieder das eingespielte Team der 186 ehrenamtlichen Helfer bereitsteht. Die TEL ist auf dem Parkplatz am Fachwerkhaus deshalb auch gleich stehen geblieben und wird dort bis zum Sonnabend bewacht. Dann erfolgt am frühen Morgen wieder ihre Aktivierung.

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