Lehrter Piraten-Partei will Erhalt der Kolonie „Feierabend“

7. Oktober 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Viele Fragen bleiben bei den aktuellen Aktivitäten der Stadt Lehrte um den Kleingartenverein „Feierabend“ bislang ungeklärt, so die Piraten-Partei der Stadt Lehrte. „Die Grundstückseigentümer sehen die Chance eines attraktiven Verkaufs bei gleichzeitiger Umgehung der anstehenden Straßenausbaukosten der Manskestraße“, so die Partei in einer Pressemitteilung von gestern.

Die Piraten-Partei will mehr Klarheit für die Betroffenen - Foto: GAH

Die Piraten-Partei will mehr Klarheit für die Betroffenen – Foto: GAH

Im Februar sind demzufolge seitens der Stadt erste Gespräche mit den Eigentümern des Grundstücks, dem damaligen Vorstand des Kleingartenvereins sowie dem Kleingartenbezirksverband geführt worden. Aber erst zwei Tage nach der Kommunalwahl, am 13. September, ist den Piraten zufolge der neue Vorstand involviert worden – auch die Pächter wussten bis dahin von nichts. Inzwischen sei  notariell gegenseitig bestätigt, dass die derzeitigen Eigentümer an die Stadt Lehrte verkaufen werden, sofern der Stadtrat zustimmt, teilt die Partei mit. Diese Zustimmung könnte danach schon am 19. Oktober erfolgen.

Die Zerstörung der einmaligen Fläche, dem grünen Gürtel Lerhtes, ist nur einmal möglich. Zukünftig hätten die Kleingärten jeweils Strom, Wasser und eine Laube bei 400 Quadratmetern (vorher 35 bis 600 Quadratmeter). Aber: Wohin die Kleingärten umgesiedelt werden, und ob überhaupt, ist den Piraten zufolge offen – ob ohne Kleingärten wenigstens Ausgleichsflächen entstehen, ist danach ebenso offen.

Auch seien Ausgleichsflächen nur für Lehrter Pächter angedacht, das träfe nur auf 85 Prozent der Parzellen zu. Wie viele in absoluten Zahlen jedoch nötig sind, um einen Umzug zu rechtfertigen, hat die Stadt bis jetzt offen gelassen. Wie viele von den Pächtern sich andererseits einen Umzug vorstellen könnten, konnte seitens der Partei wegen der unklaren Verhältnisse noch nicht ermittelt werden. Möglichkeiten für Wegebau, Wege pflastern, Umsiedlung von Obstbäumen und Nutzpflanzen: kein Wort von der Stadt darüber, bemängeln die Piraten. Wie sollen das ältere Pächter oder Pächter mit körperlichen Einschränkungen bewältigen?

Bis zum Forum sollen die Demonstrationen gehen - Foto: JPH

Bis zum Forum sollen die Demonstrationen gehen – Foto: JPH

Kleingärten sind auch gerade für finanziell nicht so gut gestellte Leute eine willkommene Alternative, um Erholung zu finden, weil das Geld für Auto und Urlaub nicht reicht. Wenn neue Gärten zu sehr im Abseits entstehen sollten, würden diese Menschen wieder ausgegrenzt, weil man dort einfach nicht hinkommt.

Nicht nur die Pächter, auch viele Anwohner wollen die Fläche der Partei zufolge erhalten, und zwar wo und wie sie ist. Arten- und Pflanzenvielfalt tragen zur Kultur, Erholung und einem gesunden Stadtklima bei. Auch sind Kleingärten wichtige Begegnungsstätten: beim gemeinsamen Gärtnern werden keine sozialen Unterschiede gemacht.

Eine Demonstration wird am 8. Oktober ab 11 Uhr vom Vereinshaus der Kolonie mit einem Zug bis zum Forum in Lehrte auf das Thema aufmerksam machen. Auch am 19. Oktober vor der Stadtratssitzung vor dem Forum wird gegen das derartige Vorgehen demonstriert, so die Piraten. „Wir fordern ein Konzept, das schlüssig mitteilt, wo und wie die Kleingärten erhalten bleiben können“, so die Piraten-Partei in ihrer Mitteilung. „Ob das Ziel der Stadt, neuen Wohnraum für Lehrte zu schaffen, auch auf anderen ausgewiesen attraktiven Flächen erreichbar ist und parallel verfolgt wird, ist unklar. Es scheint aktuell eher ein letzter Strohhalm zu sein, da nicht genug Eigentümer anderer Flächen verkaufen wollen. Das sollte jedoch viel stärker thematisiert werden, denn dort geht nichts bereits Geschaffenes verloren.“

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