„Wir sind nicht im Abstiegskampf“: Hannover verliert daheim mit 1:2

16. Februar 2015 @

In der letzten Partie dieses Spieltages traf Hannover 96 auf den SC Paderborn 07. Der befand sich in der gleichen Lage wie Hannover: In der Rückrunde wurde noch keine Partie gewonnen, und der Fahrstuhl nach unten bewegte sich. Da aber die Roten in der Tabelle weiter oben stehen und die Mannschaft „gewinnen will und der Dreier her muss“, so Korkut vor der Partie, war eigentlich alles andere eine Formsache. Doch sein Kontrahent Andre Breitenreiter war schneller und hatte die Devise schon Tage vorher öffentlich ausgegeben – und damit war wohl alles schon geklärt.

Andre Breitenreiter war über den Sieg erleichtert - Foto: JPH

Andre Breitenreiter war über den Sieg erleichtert – Foto: JPH

So gestaltete sich das Spiel dann auch. Erste Chance Hannover, doch wieder einmal vergeben. Von Briand, der an diesem Abend einen rabenschwarzen Auftritt hatte, denn nichts kam richtig an von ihm. Doch er durfte bis zur 65. Minute mitmachen, weil ja andere auf der Bank offensichtlich nicht so gut sind. Trotzdem hatte er am Ende mit drei Schüssen noch die höchste Torschussquote der Gastgeber auf dem Konto. Aber auch das sollte nach dem Schlusspfiff symptomatisch für das Spiel der Roten gewesen sein. Nachdem beide Seiten je eine Chance gehabt hatten, wobei die von Briand die bessere gewesen war, ging es mit 0:0 in die Kabinen.

Dann kam direkt nach dem Wiederanpfiff Sobiech für Schulz und Sané übernahm die linke Außenverteidigung. Bezeichnend dann in der 66. Minute der Treffer zum 1:0 der Roten: Ein Abwehrspieler, nämlich Marcelo, setzte den Ball in die Maschen. Der Angriff, allen voran Joselu als einzige Spitze bis zur Einwechselung von Sobiech, riss gar nichts. Und dann zeigten die Paderborner Mut, wechselten mit Rupp (67.) und Lakic (69.) weitere Offensivkräfte ein, und erzielten durch Lakic prompt den Ausgleich (72.) – nach einem schulmäßigen Angriff: Flanke von links, Schuss von rechts – drin! Das wir sicher eine Schulungsszene bei den Hannoveranern für zukünftige Angriffszüge.

Dann, in der 79. Minute, zeigten die Gäste den Hausherren auch noch, wie man aus Freistößen Tore erzielt. Eigentlich hatte das Kiyotake auch schon mal gekonnt, aber offensichtlich wieder verlernt. Das Zieler dabei nicht die beste Figur machte, kam noch dazu. 1:2, so die Endausbeute der ach so willigen Heimmannschaft. Joselu hatte eine gute Möglichkeit, Sobiech war auch dabei und im Übrigen war für alle an der Strafraumgrenze mehr oder weniger Ende. Der Abwehr, vor allem Marcelo, sollte mal gesagt werden, dass die Angriffsrichtung vom eigenen Tor weg geht – und nur mit ein wenig Glück hatte Zieler nicht die meisten Ballkontakte; das war Sane mit 68 Prozent. Flanken kamen auch: 17 bei Hannover, nur acht beim Gegner, 63 Prozent der Aktionen zählte die Statistik für 96, nur 37 für Paderborn. Auch sieben Ecken gegenüber einer sprachen für die Hausherren. Doch was bleibt am Ende: Die Zahlen sprechen für Hannover, die Effizienz mal wieder für den Gegner.

Sieht sich mit seinem team noch nicht im Abstiegskampf: Tayfun Korkut - Foto: JPH

Sieht sich mit seinem Team (noch) nicht im Abstiegskampf: Tayfun Korkut – Foto: JPH

Gegen Mainz schenkte man so zwei Punkte her, heute bot man Paderborn gleich alle drei an. Dass Breitenreiter etwas überheblich dann nach Spielschluss von einem „ungerechten 1:0“ der Hannoveraner in der 66. Minute sprach, mag man ihm nachsehen, denn das war es nicht. Sicher fiel aber eine große Last von ihm ab, die seine Mannschaft mit dem Sieg nun auf den Cheftrainer der 96er umgeladen hat.

Der stellte dann auch gleich fest: „Nein, wir sind nicht im Abstiegskampf, aber wir müssen die Situation annehmen.“ Und wir nehmen an, dass da kein Unterschied besteht. Wenn man die Tabelle betrachtet und sieht, von Platz 10, auf dem Hannover steht, bis zu Platz 15, aktuell von Dortmund gehalten, sind es nur drei Zähler. Wo beginnt denn der Abstiegskampf nach Meinung des Cheftrainers der Roten? Selbst der Vorletzte hat schon 21 Punkte. Also sollte die „willige“ Mannschaft zukünftig beachten, dass nur Punkte zählen und es keine „Haltungsnoten“ gibt – sei das Spiel auch noch so schön. Dann muss man sich auch nicht mehr über die Pfiffe zum Spielende ärgern – oder gar wundern.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.