Viertligist bietet 96 gut Paroli: Pflichtsieg, mehr nicht

10. August 2015 @

Das Ergebnis heißt: 2:0 für Hannover 96 – die Erkenntnis heißt: nix läuft so richtig. Alles lief in etwa so, wie in den Vorbereitungsspielen gegen Mallorca und Sunderland, auch wenn Cheftrainer Michael Frontzeck diesen Spielen nach eigenen Worten keine besondere Bedeutung beimisst. Dem gegen Hessen Kassel muss er jetzt die entsprechende Bedeutung beimessen.

Jetzt beginnt wieder der Kampf um diese Trophäe. Dabei muss sich Hannover deutlich stiegern - Foto: JPH

Jetzt beginnt wieder der Kampf um diese Trophäe. Dabei muss sich Hannover deutlich stiegern – Foto: JPH

Vieles sollte besser werden: Schnelles Umschaltspiel nach Balleroberung, Druck nach vorn und gute Flanken versprechen die Neueinkäufe – dazu Stabilität in der Abwehr. Immerhin, es ist kein Tor bei Zieler zu verzeichnen gewesen, auch wenn die Kasseler oft knapp davor waren. Wir halten mal fest: Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze. Dazu gehört in diesem Fall aber auch: „Alter Wein in (fast) neuen Schläuchen“. So kann es nicht sein.

Es begann anfangs zwar Hannover 96 zu spielen, aber schnell übernahm Hessen Kassel das Heft des Handelns. In der 12. Minute hätte es sogar 1:0 für die Platzherren heißen können, als die Abwehr der Roten es in höchster Not gerade noch schaffte, den Einschlag zu verhindern. Der Viertligist zeigte das von Hannover angestrebte schelle Umschaltspiel. Das der Gäste begann nach der Balleroberung nämlich häufig erst einmal mit einem Rückpass auf Zieler, der dann das schnelle „Umschalten“ einleitete.

Auch wenn in der 16. Minute dann Sane nach einer Flanke des Neuzuganges Felix Klaus das 1:0 markierte, änderte sich an der Spielverteilung wenig. Rechts machte Sakai zudem die gleichen Fehler wie in der vergangenen Saison und war immer wieder für einen Herzinfarkt im Publikum gut. Lange Pässe nach vorn in der ersten Halbzeit waren auch nicht das Mittel des Tages, zumal sie meistens im Nirwana des Platzes landeten. Ein Highlight setze nur Schmiedebach mit einem Schuss aus der zweiten Reihe in der 25. Minute. Ansonsten überwog das geruhsame Tempo bei den Roten. Auch nach dem 1:0 des Bundesligisten hatten die Hessen Chancen, beispielweise in der 28. Minute.

Außerdem gingen einfach viele Zweikämpfe verloren und von hinten raus ging alles doch zu langsam. Glück für Hannover, dass die Hessen im Abschluss nicht die Nervenstärke bewiesen, die sie zu einem Tor gegen den Bundesligisten benötigten. Aber auch die Gäste konnten die sich bietenden Chancen vorn nicht nutzen, obwohl die Mannschaft mit Neuzugang Mevlut Erdinc und Kenan Karaman eher offensiv aufgestellt war. Auch in der zweiten Hälfte blieb vieles bei den Gästen dem Zufall überlassen und auch die Auswechselungen von Erdinc, Klaus und Schmiedebach gegen St. Maximin, Andreasen und Sobiech brachten keinen Verbesserungen. Vielmehr scheiterte Sobiech, auch das bezeichnend für das Spiel, am guten Kasseler Torwart Kevin Rauhut kläglich. Als dann der Schiedsrichter Patrick Alt vier Minuten nachspielen ließ, nahm Karaman dann mal allen Mut zusammen, schoss auf das Kasseler Tor – und erzielte in der 90.+2. den 2:0 Endstand.

Das Spiel ließ viele Fragen bei den Fans offen. Die Mannschaft von Hannover erledigte zwar die erste Pokalrunde pflichtgemäß, aber Aufsteiger Darmstadt, erster Punktspielgegner der Roten, machte mit 5:0 ein besseren Eindruck. Ein glanzloser Sieg der Hannoveraner, pflichtgemäß, aber nicht erhellend für die kommende Saison. Dafür hat 96-Präsident Martin Kind vorsichtshalber nur die Plätze 8 bis 12 als Ziel ausgegeben – dafür aber müsste sich im Spiel der 96er noch einiges ändern. Kassel war ein Stolper-, aber kein echter Prüfstein. Darmstadt aber wird es sein.

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