Strohfeuer von Hannover 96 durch Frankfurt schon gelöscht

27. Oktober 2015 @

Wer noch geglaubt hatte, dass sich nach den zwei Siegen gegen Köln und Werder die Mannschaft von Cheftrainer Michael Frontzeck stabilisiert hätte, der wurde Sonnabend kalt erwischt und eines Besseren belehrt. Vollkommen unverständlich unterlagen die Roten den Gästen aus Frankfurt mit 1:2, nachdem sie, wie gegen Stuttgart, mit 1:0 in Führung gegangen waren. Einzige Verbesserung: dieses Mal dauerte es vom ersten bis zum zweiten Gegentor der Gäste etwas länger – acht Minuten. Nun ist das Team wieder zurück auf Platz 15, der Abstand nach oben wird deutlich größer. Besserung? Nötig, aber nicht in Sicht. Es gab bereits viele Stimmen, die sagten, dieses Team habe kein Zweitliganiveau.

Nach dem Sieg sah es zunächst nicht aus, aber dann schlugen Vehs Mannen zu - Foto: JPH

Nach dem Sieg sah es zunächst nicht aus, aber dann schlugen Vehs Mannen zu – Foto: JPH

Hannover 96 begann in der ersten Halbzeit mit mehreren Chancen, gegen harmlose und verunsicherte Gäste. Doch alle Angebote der Frankfurter wurden jedoch überhastet oder leichtfertig vertändelt. Die Gäste hatten dagegen nichts zwingendes anzubieten und so konnte man von einer lahmen bis absolut schwunglosen Bundesligapartie sprechen. Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen – vielleicht nur, dass Hannover in dieser Spielhälfte keine gelbe Karte kassierte, Frankfurt dagegen zwei.

Die zweite Halbzeit begann für beide Mannschaften mit mehr Lauffreude, und Hannover erzielte dann in der 51. Minute ein Tor. Wer nun aber dachte, dass sich 96 die Früchte des langen Anrennens holen würde, wurde umgehend enttäuscht. Offensichtlich erschrocken über die eigene Ausbeute lief die Abwehr aufgeregt durcheinander und die Roten waren plötzlich nicht mehr Herren des Spiels.

Denn das Tor hatte die Gäste offensichtlich ebenso geweckt , wie vor fünf Wochen Wochen die Stuttgarter – und mit dem gleichen Erfolg: Immerhin dauerte es dieses Mal acht Minuten, bis der Siegtreffer bei den Hannoveranern im Tor landete. Alles ein Deja-vu für die rund 44 200 zahlenden Zuschauer. Drei Wechsel von Frontzeck brachten auch nichts ein, lediglich die erste Ecke für 96 in der 79. Minute. Und zwei weitere in der restlichen Spielzeit. Als allerdings Felipe in der 85. Minute für Schmiedebach bei einem 1:2 Rückstand kam, fragten sich die Zuschauer, ob das nicht schon ein Zeichen von Verzweiflung war.

Keine Konstanz, keine Weiterentwicklung und möglicherweise sicherer Abstiegskandidat, so die Mannschaft von michael Frontzeck - Foto: JPH

Keine Konstanz, keine Weiterentwicklung und möglicherweise sicherer Abstiegskandidat, so die Beschreibung der Mannschaft von Michael Frontzeck – Foto: JPH

Nach 94 Minuten stand es dann fest: Die angenommene Leistungssteigerung und der gute Weg, auf dem man sich schon wähnte, waren ein Strohfeuer, dass ebenso schnell verpuffte, wie man warten musste, bis es gezündet hatte. Dass die Ursachen dabei allein beim Trainer liegen, ist zu bezweifeln. Der Kader scheint mit wenigen Ausnahmen kaum erstligatauglich, die Entschuldigung des Umbruchs zieht nun langsam nicht mehr. Pässe kommen nicht an, Ideen gibt es wenige und wenn Kiyotake nicht wäre, sähe das Bild wohl noch düsterer aus. Glücklicherweise haben Stuttgart und Hoffenheim Sonnabend auch verloren und Augsburg hatte gegen Dortmund am Sonntag ebenfalls keine Chance. So bleibt noch Platz 15 in der Tabelle für die Roten. Doch den kann man ganz schnell wieder nach unten verlassen, denn bis Platz 18 sind es nur drei Punkte Abstand. Die dürften wahrscheinlich schon im kommenden Spiel zur Disposition stehen, da der HSV sich dieses Jahr sicher nicht auf eigenem Platz von einem solchen Team packen lässt.

In einer sehr kurzen Pressekonferenz mit sehr wenigen Fragen, vor allem an Michael Frontzeck, sagte der zum Spiel: „Wir hatten viel zu viele Ballverluste nach dem 1:0. In nur 15 Minuten haben wir das Spiel verloren. Es war unnötig zu verlieren!“ Richtig sind der erste und letzte Satz, der Niedergang benötigte aber nur acht Minuten – keine 15!

Das erschreckende an der jetzigen Situation der Mannschaft besteht darin, dass sich keinerlei Hoffnungsschimmer am Horizont zeigt und das Licht am Ende des Tunnels, wenn man es denn mit allerbestem Willen sieht, wohl eher der entgegenkommende Zug ist.

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