Stark verbesserte Hannoveraner unterliegen Borussia Dortmund

14. September 2015 @

Es sollte eigentlich der Befreiungsschlag werden, doch am Ende unterlagen die Hausherren dem Tabellenführer der Bundesliga mit 2:4. Damit hat Thomas Tuchel, Dortmunds neuer Trainer, den Hannoverfluch, noch nie an der Leine gewonnen zu haben, auch abgelegt. Aber auch bei den Roten zeigte sich viel positives. Die Mannschaft, zu Anfang sehr defensiv mit nur einem Stürmer aufgestellt, präsentierte sich mit Kampfeswillen und Spielideen. Das war gegenüber den vorherigen Spielen eine echte Verbesserung. Und die kann nicht nur an der Rückkehr von Hiroki Kiyotake gelegen haben. Erstaunlich zudem, dass zehn von elf Spielern bereits in der Saison zuvor bei Hannover 96 unter Vertrag waren. Allein Oliver Sorg hatte es in die Startelf geschafft, die übrigen Neuverpflichtungen saßen auf der Bank oder waren, im Fall Klaus, gar nicht dabei. Es fehlten auch Kapitän Schulz und Manuel Schmiedebach, der verletzungsbedingt.

Trainer Thomas Tuchel hat den hannoverfluch abgeschüttelt und mit seiner Mannschaft verdient gewonnen - Foto: JPH

Trainer Thomas Tuchel hat den hannoverfluch abgeschüttelt und mit seiner Mannschaft verdient gewonnen – Foto: JPH

In der ausverkauften HDI Arena begann das Spiel wie erwartet: Dortmund nahm das Heft in die Hand und Hannover verteidigte. Die Abwehr der Roten ging dabei sehr konzentriert zu Werke und ließ anfangs wenig zu. Einer der zunächst wenigen eigenen Angriffe brachte dann aber nach gutem Zuspiel von rechts Sobiech in Position und der ließ sich nicht lange bitten und markierte das erste Tor (18.). Danach agierten die Gäste abgeklärt und nicht verunsichert. Nach einem Tackling von Felipe pfiff dann Schiri Daniel Siebert einen Elfmeter für die Gäste. Auf der Tribüne war der Grund dafür nicht ersichtlich. Und so hieß es plötzlich 1:1. Kurz vor Halbzeit erhöhte Mkhitaryan dann routiniert auf 2:1. Alles schien so, wie es jeder erwartet hatte.

Doch nachdem die Hannoveraner unverändert aus der Kabine kamen, traf erneut Sobiech nach guter Vorarbeit von Prib. Ausgleich und zu diesem Zeitpunkt auch völlig verdient. Aber ein Schuss von Aubameyang flog an den Körper von Felipe – und von da trotz aller Bemühungen von Zieler, ins Netz. Pech, Unglück, aber nun hieß es wieder ein Tor Unterschied. Und Felipe wurde dann der Unglücksrabe des Tages: Bei einer Kopfballabwehr im Strafraum setzte er für alle in der Arena erkennbar „die Hand Gottes“ ein – und das sah auch Schiri Siebert und so pfiff Siebert, dieses Mal zu Recht, eine weitern Elfmeter, den Aubameyang zum 2:4 verwandelte. Auch die offensive Variante der Hannoveraner mit St. Maximin und Benshop und Sobiech brachte nichts mehr ein und so nahmen die Dortmunder alle drei Punkte mit.

Michael Frotzeck ist mit dem Saisonstart seines Teams nicht zufrieden, sah aber erstmals positive Ansätze in seiner Mannschaft - Foto: JPH

Michael Frotzeck ist mit dem Saisonstart seines Teams nicht zufrieden, sah aber erstmals positive Ansätze in seiner Mannschaft – Foto: JPH

Positiv für die von Frontzeck betreute Mannschaft ist festzustellen, dass das Engagement seiner Truppe dieses Mal stimmte. Außerdem hat sich gezeigt, dass die alten Hasen mit einem wiedergenesenen Kiyotake ein Spiel durchaus gestalten und auch Top-Mannschaften entgegen treten können. Die Neuzugänge waren dagegen noch nicht in der Lage, eine abgeklärte Mannschaft wie die Dortmunder signifikant unter Druck zu setzen. Denn nach dem Umbau mit Benshop (für Sorg/73. Min.), Erdinc (Prib/79) und St. Maximin (Kiyotake/79) war nicht mehr Druck nach vorn zu spüren.

„Wesentlich verbessert als im Spiel gegen Mainz“ sah auch Trainer Frontzeck seine Mannschaft. „wir haben viel probiert in den zurückliegenden Tagen“, so merkte er nach dem Spiel an, „und das erste Tor war wunderbar herausgespielt. Wir haben Dortmund lange Zeit gut in Schach gehalten. Nun wollen wir uns gezielt auf Augsburg vorbereiten.“

Allerdings ist zu überdenken, ob Sakai auf der rechten Abwehrposition nicht besser durch einen wiedergenesenen Schmiedebach ersetzt werden kann, denn der Japaner ist von allen Teams bislang als „Schwachpunkt“ ausgemacht und als Ansatzpunkt ausgewählt worden. Auf der Seite muss unbedingt und umgehend eine stabile Dauerlösung gefunden werden – da haben die Roten keine „Zeit“. Schlussfazit: Es gibt noch viel zu tun, aber die Ansätze aus dem Dortmund-Spiel lassen hoffen, sind zu vertiefen und auszubauen. Ach – und der Pechvogel des Spieltages, Felipe, sollte schnellstmöglich wieder aufgerichtet werden.

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