Sport und Spende: Gesundheit steht im Vordergrund

9. Oktober 2015 @

Das Herbstturnier „Ein Trikot für Joey“ ist am vergangenen Wochenende in der Arena Sehnde angelaufen. Auf Grund der guten Meldungen ist der Veranstalter Lars Klingenberg sogar gezwungen, das Turnier auf drei Wochenenden zu verteilen. Sortiert nach Spielklassen kämpfen dabei rund 70 Jugendmannschaften an verschiedene Tagen um Pokale und Platzierungen. Den Beginn machte dabei die D-Jugend (10 bis 12 Jahre) mit 24 Teams, die Sonnabend und Sonntag ihren Sieger ausspielten. Aber „nur“ Sport wäre etwas zu kurz gesprungen. Dem Veranstalter und dem Arena Team geht es dabei vor allem auch um die Werbung für Organspenden. Denn Fußballfan Joey (7) kann selbst nicht spielen, sondern sammelt deshalb Trikots – er wartet in einer Klinik schon Jahre auf ein Spenderherz. Deshalb kam diese sinnvolle Verbindung von „Sport und Spende“ zustande.

Gut besucht war die Halle auch am Spielfeldrand - Foto: JPH

Gut besucht war die Halle auch am Spielfeldrand – Foto: JPH

Zunächst waren in den Gruppenspielen am Sonnabend die Teilnehmer an der Silber- und Goldrunde ausgespielt worden. Sonntagvormittag kämpften dann die Dritt- und Viertplatzierten um den Sieg, wobei Arminia Hannover die Nase vor dem TSV Wallenhorst vorn hatte. Dritter wurde VfL Eintracht Hannover. Am Sonntagnachmittag begann dann die Goldrunde, in der der endgültige Turniersieger der zwei Tage ermitteln werden sollte. Neben packenden Wettkämpfen mit teilweise sehenswerten Leistungen gewann am Ende der JFV Calenberger Land vor dem TSV Godshorn und dem TSV Stelingen das Turnier. Alle Teilnehmer erhielten zum Abschluss ihrer Spiele eine Medaille und die besten Teams einen Pokal. Die Eintrittsgelder kamen dann der Familie von Joey für die Betreuung des im Krankenhaus lebenden Kindes zugute.

Mit dem Turnier zeigten sich alle Mannschaften zufrieden. „Wir haben über Facebook von diesem Turnier erfahren und uns angemeldet. Und nun stehen wir in der Goldrunde“, erzählt Tobias Wulf, Trainer vom MTV Treubund Lüneburg. Seine sieben Schützlinge hatten zugleich die weiteste Anreise am Sonnabend. „Wir haben hier in der Arena übernachten dürfen und hatten dabei viel Spaß.“ Außerdem haben die Jugendlichen das Straßenbahnmuseum in Wehmingen besichtigt und auch neben dem Turnier abends Fußball gespielt. „Der besondere Reiz ist, mal gegen Mannschaften zu spielen, auf die man sonst nicht trifft“, erklärt Wulf die weite Anreise. Er plant, zu weiteren Turnieren wiederzukommen, vielleicht auch mal mit anderen Mannschaften. Und am Abend nahmen seine Sieben dann, wie rund 50 weitere Besucher, an der Feuershow auf dem Platz vor der Arena teil und waren von begeistert von Ignis Libra und Zacharias, die ihr Honorar ebenfalls für Joey stifteten.

Kritisch wurde auch immer die Konkurrenz beobachtet - Foto: JPH

Kritisch wurde auch immer die Konkurrenz beobachtet – Foto: JPH

Aus Pattensen war Arash Tawahen mit seiner D-Jugend erstmals dabei und hatte ebenfalls die Goldrunde erreicht. Er machte „Gebrauch“ vom Rotationsprinzip. „Sonnabend waren wir mit neun Spielern dabei, heute sind wir mit den übrigen neun gekommen. So können alle 18 zum Einsatz kommen.“ Er spielt mit seinen Jugendlichen nicht nur Fußball: „Wir sprechen auch viel über Dinge wie Behinderungen, Organspende und Krankheiten. Deshalb unterstützen wir auch dieses Turnier.“ Er lobt die tolle Vorbereitung und die Arena. „Aber es geht ja um mehr“, fügt er hinzu. „Zwar steht der Spaß am Fußball im Vordergrund, aber wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass man anderen helfen muss.“ Denn eigentlich spielen seine Jungs noch draußen und sind nur für diese Aktion in die Halle gewechselt.

Am Ende aber gab es nicht nur Pokale und Medaillen. Denn neben dem sportlichen Gedanken stand ein helfender, wie Tawahen es schon verdeutlicht hatte: Mit den Großeltern von Joey und Jörg und Christina Hülsmann warben zugleich engagierte Menschen bei den Zuschauern, Spielern und Besuchern für die Organspende. „Es warten rund 1400 Menschen in Deutschland beispielsweise auf eine neue Leber“, schildert Jörg Hülsmann die Lage. „Und mit jedem Spender steigt die Chance für einen anderen, vielleicht noch rechtzeitig das rettende Organ zu bekommen.“ Hülsmanns sind extra aus Bünde in Westfalen angereist, um für die Aktion „Organspende – Ich bin dabei“ zu werben. „Selbst ein Organspendeausweis mit dem Kreuz bei ’nein‘ hilft am Ende. So wissen die Ärzte, was los ist. Und die Angehörigen stehen nicht im Trauerfall dann vor einer solchen Frage.“ Und deshalb erhielten Besucher und Spieler am Ende alle einen Ausweis zum Ausfüllen, Mitführen und Helfen.

Prima Spiele wurden in der Goldrunde in der Altersklasse D-jugend geboten - Foto: JPH

Prima Spiele wurden in der Goldrunde in der Altersklasse D-jugend geboten – Foto: JPH

Das Turnier setzt sich nun am Sonnabend, 18. Oktober, um 9 Uhr mit den Teams der Altersklasse U-7 fort, die an diesem Tag auch den Sieger ausspielen. Am Sonnabend, 24. Oktober, sind die Teams der Altersgruppe E-Jugend (U 10) von 10 Uhr an am Start. Den Abschluss bilden schließlich am Sonntag, 25. Oktober, ab 9 Uhr die Teams der F-Jugend und ab 12.30 Uhr die Mannschaften der U-6.

Und auch sportliche Leistungen kommen in der Halle nicht zu kurz: In den bislang 144 Spielen wurden 669 Tore geschossen, was einen Trefferschnitt von 4,64 pro Spiel bedeutet. Also, wer sich für Fußball interessiert, wird hier nicht enttäuscht. Und nebenbei gibt es in der Sehnder Arena auch etwas zu essen und zu trinken – vom Kuchen über Grillwaren bis zum Cappuccino ist alles da.

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