Sehnder Triathlet Margraf startet beim Ironman auf Hawaii

6. November 2017 @

Der Traum wohl eines jeden Langdistanz-Triathleten hat sich für Bernd Markgraf aus Sehnde zum zweiten Mal erfüllt. Beim Ironman in Zürich, der auch schon als einer der sehr anspruchsvollen  Ironman–Veranstaltungen gilt, sicherte er sich die Hawaii–Qualifikation, in dessen Genuss nur drei Prozent aller Ironman–Starter kommen.

Bernd Markgraf beim abschließenden Marathon – Foto: Privat

Die Bedingungen auf Big Island sind aber mit keiner der anderen 40 Ironman-Veranstaltungen, bei denen sich die 2500 Hawaii-Starter qualifizieren mussten, vergleichbar. Zum Einen sind es die extreme Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit, zum Anderen ist es das wellige Streckenprofil mit kräftigen Cross– und Fallwinden beim Radfahren. Die 3,8  Kilometer Schwimmen im Pazifik in der Bucht von Kailua Kona sind durch den kräftigen Wellengang extrem anspruchsvoll und schwierig. Nach dem Startschuss in aller Frühe um 7.05  Uhr, der traditionell auf Hawaii aus einer alten Kanone erfolgt, konnte sich Markgraf aus einer der vorderen Reihen startend, in 1:03 Std. eine sehr gute Ausgangsposition für den weiteren Rennverlauf schaffen.

Danach ging es auf die 180 Kilometer lange Wendepunktstrecke durch die Lava-Wüste mit 1600 Höhenmetern und vor allem den berüchtigten Fallwinden. Nach dem Wendepunkt in Hawi drohten die Seitenwinde die Fahrer immer wieder von der Straße zu wehen. Ständiges Ge­genlenken, höchste Konzentration und die mittlerweile sengende Hitze machten allen Athleten das Leben sehr schwer. Dazu plagten Markgraf durch die extreme Hitze zwischen Kilometer 120 und 140 erste Krämpfe in den Oberschenkeln. Die letzten 40 Kilometer waren von kräftigem Gegenwind geprägt, trotzdem war der Radsplit mit 5:23 Std. für die erschwerten Verhältnisse gut und eine Top–Ten Platzierung in Reichweite.

Beim Radfahren kamen bei Bernd Markgraf zwischen Kilometer 120 und 140 erste Krämpfe – Foto: Privat

Doch die härteste Prüfung stand erst am Ende auf dem Programm: der Marathon. Keinen Schatten gab es auf dem Highway. Mittlerweile waren die Temperaturen auf über 50 Grad in der Sonne gestiegen und ein kräftiger Tropenregen am Vorabend hat für die entsprechende Luftfeuchtigkeit gesorgt. So wurde nicht das Laufen, sondern das Kühlen des Körpers die vornehmliche Aufgabe. Jede Eistonne  an den Verpflegungsstation wurde angesteuert und sorgte kurzzeitig für Kühlung – dazu Wasser, Schwämme und Cola als weitere Versorgung. Bis Kilometer 15 lief alles nach Plan, dann ging es über die berüchtigte Steigung an der Palani–Road auf den Highway. Danach musste Markgraf den extremen Bedingungen Tribut zollen und das Tempo deutlich herausnehmen, da der Körper zu überhitzen drohte.

Das Ziel, unter die ersten zehn seiner Altersklasse zu kommen, geriet immer mehr außer Reichweite und nun wollte er das zweite große Ziel aller Starter, das Daylight–Finish, erreichen. Dazu muss man das Ziel gegen 18.15 Uhr erreichen, da es auf Hawaii nur wenige Minuten dämmert und es danach stockfinster wird. Nach 10:55:14 Stunden bog er gegen 18 Uhr bei strahlendem Sonnenschein auf die Zielgerade ein. Zufrieden zeigte er sich bei diesen Bedingungen mit Platz 18 unter 134 Startern seiner Klasse und mit dem Daylight–Finish.

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