Lutz Michael Fröhlich vom DFB stellt Video-Assi-Funktion klar

6. November 2017 @

Bezugnehmend auf einen Brief des DFB vom 25. Oktober an alle Bundesliga-Vereine hat sich Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter des DFB, am Freitag nochmals an die Klubs gewandt. In seinem Schreiben bedauert Fröhlich ausdrücklich, dass „missverständliche Formulierungen“ im Brief der vergangenen Woche für Irritationen gesorgt und Fragen aufgeworfen hätten.

Die Grundlagen des Video-Assistenten noch einmal klargestellt – Foto: JPH

Ziel der Projektverantwortlichen sei es vielmehr, die Rollenverteilung zwischen Schiedsrichter und Video-Assistenten sowie die Interventionspraxis des Video-Assistenten zu schärfen, um wieder zu einer klaren und einheitlichen Ausrichtung bei allen Beteiligten zu kommen. Dies sei, so Fröhlich weiter, die Grundvoraussetzung, um wieder für die nötige Stabilität in diesem Projekt zu sorgen. Deshalb solle sollen in Abstimmung mit dem IFAB weiterhin folgende Grundregeln gelten:

Der Schiedsrichter trifft zu jedem Vorgang im Spiel eine Entscheidung. Auch wenn es zu einem Eingriff des Video-Assistenten kommt, bleibt die finale Entscheidung verantwortlich beim Schiedsrichter.

Aufgabe des Video-Assistenten ist es, den Schiedsrichter vor „klar falschen Entscheidungen“ zu bewahren oder ihn bei Vorfällen zu unterstützen, die außerhalb seines Blickfeldes geschehen – zum Beispiel Tätlichkeiten oder eindeutig strafstoßwürdige Fouls. Der Video-Assistent ist ein „Assistent“ und nicht „Schiedsrichter“ oder gar „Oberschiedsrichter“.

Nach einer Definition vom International Board liegt ein klarer Fehler des Schiedsrichters vor, wenn er seine Entscheidung nach Betrachtung des Bildmaterials unverzüglich ändern würde.

Bei faktischen Entscheidungen, wie zum Beispiel der Festlegung des Tatortes, also Foul im Strafraum oder außerhalb, oder der Bewertung einer Abseitsposition, wird der Video-Assistent dem Schiedsrichter einen klaren Entscheidungshinweis geben können, den dieser dann direkt, also auch ohne Ansehen, in seine Entscheidung umsetzen kann, da die Frage nach einer Auslegung oder Interpretation nicht relevant ist.

Gleiches gilt bei Spielvorgängen, die der Schiedsrichter nicht gesehen hat oder die außerhalb des Blickfeldes des Schiedsrichters erfolgten. Erkennt der Video-Assistent zum Beispiel eine eindeutige Tätlichkeit eines Spielers hinter dem Rücken des Schiedsrichters oder eine Torerzielung durch ein eindeutiges Handspiel, das der Schiedsrichter nicht wahrgenommen hat, dann wird er dem Schiedsrichter auch einen klaren Entscheidungshinweis geben können, den dieser direkt, also ohne Nachprüfung, in seine Entscheidung umsetzen kann.

Bei subjektiven Entscheidungen, also der Bewertung von Spielvorgängen zum Beispiel bei Zweikämpfen oder Handspielen, soll der Video-Assistent nur dann eingreifen, wenn die Entscheidung des Schiedsrichters dem vorliegenden Bildmaterial gravierend widerspricht. Der Schiedsrichter trifft hier zunächst seine Entscheidung auf der Basis seiner Wahrnehmung. Dann müssen Schiedsrichter und Video-Assistent kommunizieren, um die Wahrnehmung des Schiedsrichters mit dem Bildmaterial des Video-Assistenten abzugleichen. Nur wenn sich dabei gravierende Unterschiede in der Interpretation eines Vorganges ergeben, liegt es beim Schiedsrichter, sich vor seiner endgültigen Entscheidung den Vorgang nochmal in der Review-Area anzuschauen, um einen klaren Fehler auszuschließen. Die finale Entscheidung zum Vorgang liegt letztendlich aber nur beim Schiedsrichter.

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