K.O. in nur vier Minuten

17. Oktober 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Erneut hat der „Aufstiegskandidat Nummer 1“, Hannover 96, eine Niederlage einpacken müssen. Langsam entwickeln sich offensichtlich die ostdeutschen Vereine zu einer Art Angstgegnerphalanx, die durch die Niedersachsen kaum zu knacken ist. Brauchte Dresden noch etwas länger,  reichten dem 1. FC Union Berlin vier Minuten, um den Hannoveranern den K.O.-Schlag zu versetzen. Die waren vorher nicht in der Lage, ihre Chancen in Tore umzumünzen.

Das schnelle Tor von Iver Fossum wurde nicht anerkannt - Foto: JPH

Das schnelle Tor von Iver Fossum wurde nicht anerkannt – Foto: JPH

Nachdem die Hannoveraner gleich nach Anpfiff ein Tor erzielten, dass der nicht immer konsequente Schiri Robert Hartmann jedoch wegen „Schiebens“ von Iver Fossum nicht anerkannte, ging es in der ersten Halbzeit in einem intensiven Spiel mit vielen kleinen und großen Fouls mit 0:0 in die Kabinen. Bis dahin war eine der größten Fragen der Hannoverschen Fans bereits beantwortet: Sané saß zunächst auf der Bank, aber Fossum, der in den zurückliegenden Spielen nicht überzeugt hatte, stand in der Startformation.

Auch Union Berlin, das sich in etwa gleichwertig entwickelte, kam nicht zum Zug – bis Trainer Jens Keller den „Trumpf“ Collin Quaner einwechselte. Der brauchte keine zwei Minuten, um die Hannoveraner von ihren Aufstiegsplänen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. 1:0 in der 75. Minute. Und nur vier Minuten später traf der vollkommen freistehende Philipp Hosiner dann auch gleich zum 2:0. Zwar wurde Fossum noch ersetzt durch Sané, Bähre kam noch für Karamn, doch die einzige Steigerung war in der 96. Minute das 2:1 durch Felix Klaus.

Chancen wären für die Mannschaft von Daniel Stendel dagewesen, aber bei der besten kam Fossum zu spät. Man hatte auch den Eindruck, dass die Berliner immer einen Tick schneller liefen, obwohl die Hannoveraner ständig in Bewegung waren und statistisch mehr leisteten als die Gastgeber. Aber es war ja nun mal kein Laufwettbewerb, und da nur Tore zählen, erfuhr die Mission „Wiederaufstieg“ einen erneuten Dämpfer. Am kommenden Wochenende geht es in Nürnberg gegen den 1. FC, der auf dem Weg der Leistungssteigerung ist und sich am Sonntag in Karlsruhe drei Punkte holte.

Daniel Stendel konnte seine Absicht, drei Punkte zu holen, nicht umsetzen - Foto: JPH/Archiv

Daniel Stendel konnte seine Absicht, drei Punkte zu holen, nicht umsetzen – Foto: JPH/Archiv

Dazu wird es sicher vom DFB eine saftige Strafe geben, denn der Fanblock von Hannover 96 zeigte sich mal wieder von seiner unbrauchbarsten Seite und zündete ein Feuerwerk an Pyros, so dass Schiri Hartmann das Spiel vor 22 012 Zuschauern in der ausverkauften Alten Försterei wegen Sichtbeeinträchtigung für etwa acht Minuten unterbrechen musste – und das wegen Leuten aus einer Stadt, die intensiv über Feinstaub in ihrem Innenbereich diskutiert. Wie allerdings die Feuerwerkskörper in das Stadion gelangten, werden die Hausherren beantworten müssen. Nun steht Hannover 96 auf Tabellenplatz 3, gefolgt von den punktgleichen Würzburger Kickers und den „Eisernen“. Da Montag noch die Braunschweiger zuhause gegen den bislang schwachen 1. FC Kaiserslautern spielen, dürften die danach bereits mit einem Abstand von fünf Punkten die Tabelle anführen. Ein souveräner Wiederaufstieg entwickelt sich anders.

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