Hannover verliert erneut zuhause – Zuschauer pfeifen Mannschaft aus

9. November 2015 @

In einem nicht besonders hochklassigem Spiel schlägt die alte Dame Hertha BSC die erneut schwachen und enttäuschenden Hannoveraner mit 3:1. Dabei hatten die Roten einige gute Chancen, die jedoch allesamt leichtfertig vergeben, ja fast verstolpert, wurden. Sobich allein hatte zwei hochkarätige, Kiyotake eine weitere, doch nur der Elfer konnte im Berliner Gehäuse untergebracht werden. Die Ausgangslage, die sich kurzzeitig entspannt hatte durch Auswärtserfolge, ist damit wieder hergestellt. Und so blieb wieder einmal nur die Hoffnung, dass die Mannschaften auf den Plätzen 15 bis 18 auch weiterhin mit verlieren. Doch auch hier stirbt die Hoffnung irgendwann einmal – wenn auch zuletzt.

7Denn Stuttgart und Hoffenheim bleiben dran. Die Schwaben sind nur einen Punkt, die Kraichgauer nur drei Punkte entfernt. Und nun muss Hannover nach Mönchengladbach – da entsteht nicht einmal bei einem Hardcore-Fan sowas wie Hoffnung, auch wenn Frontzeck inzwischen nicht mehr von Zeit, die er braucht, spricht, sondern von „Gutem, das man herüberretten muss“. Doch viel Gutes hatten die Gastgeber am Freitagabend nicht zu bieten. Es wird kaum aufs Tor geschossen, auch nicht von der Strafraumgrenze, der Ball konnte aber auch nicht ins Tor getragen werden. Zudem stellten sich die 40 200 Zuschauer in der lauen Nacht zum Sonnabend immer wieder die Frage: Wer soll das Desaster richten? Andreasen kann man in diesem Spiel getrost und ohne ihm zu nahe zu treten, als Ausfall bezeichnen, Neuzugang Klaus war sicher froh, vorzeitig gehen zu dürfen, und die Abwehr war zeitweise aus der Schweiz – soweit es deren Käse mit den vielen Löchern betrifft.

Auswärtssieg, Heimniederlage - hat Michael Frontzeck noch ein Rezept für diese Mannschaft? - Foto: JPH

Auswärtssieg, Heimniederlage – hat Michael Frontzeck noch ein Rezept für diese Mannschaft? – Foto: JPH

Selbst „Publikums-Hoffnungsträger“ Alain Saint-Maximin konnte sich nicht überzeugend in Szene setzen. Aber wie auch, wenn er nur Kurzeinsätze bekommt und ihm dadurch die Bindung zur Mannschaft fehlt. Er wirkt oft als Fremdkörper in dem Team mit seiner Beweglichkeit. Marcelo dagegen kennt meistens wieder nur eine Spielrichtung: Zieler! Kiyotake, der glücklicher- und überraschenderweise doch auflaufen konnte, kann es allein nicht richten. Er ist auch nicht zu ersetzen, denn es gibt keinen adäquaten Ersatz, wenn er mal ausfällt. Bech, Flitzer auf rechts, ist bemüht, hat aber nicht die Durchschlagskraft, ein Spiel rumreißen zu können – aber vielleicht eine Perspektive in dieser Mannschaft. Bälle, die die Roten erobert hatten, gingen harmlos nach Fünf-Meter-Pässen wieder an die Berliner verloren. Die brauchten eigentlich nur zu warten. So erreichten nur Sane, Kiyotake und Zieler tatsächlich an diesem Abend Bundeliganiveau, der Rest war „einfach dabei“. Sollte Zieler als Nationaltorwart das Team im Winter verlassen, könnte man es ihm nicht mal übelnehmen.

Am Ende sagte Cheftrainer Michael Frontzeck denkbare Sätze wie: „Wir behalten den Kopf oben. Die Hertha war unangenehm zu spielen. Und dann sind wir in Konter gelaufen.“ Nun müsse man das anpacken und analysieren – und dass man den Schwung aus der zweiten Hälfte in Hamburg nicht, wie erhofft, mitgenommen habe, „lag am Gegner“. Klar, an wem auch sonst? War ja niemand anders da! Oder sollte es etwa doch das eigene Unvermögen gewesen sein?

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