Hannover 96 unterliegt Bayer Leverkusen mit 0:1

24. August 2015 @

Das erste Heimspiel der neuen Saison war gleich ein harter Brocken. Mit Bayer Leverkusen kam zum Auftakt eine Topmannschaft in die HDI Arena nach Hannover. Die machte ein routiniertes Spiel und nahm am Ende zu recht drei Punkte mit an den Rhein. Hannover aber blieb vieles schuldig, dass man nicht nur auf die junge Mannschaft mit neuem Sturm schieben kann.

 Michael Frontzeck hat noch viele Baustellen - Foto: JPH

Michael Frontzeck hat noch viele Baustellen – Foto: JPH

Gleich zu Anfang war den Hausherren anzumerken, dass sie mit erheblicher Nervosität zu Werke gingen und von der mannschaftlichen Geschlossenheit, die Trainer Michael Frontzeck am Donnerstag zuvor angemahnt hatte, war nur in der Abwehr etwa zu sehen. Nach vorne gab es mehr oder weniger zufällige Aktionen, die häufig nicht zusammenliefen und bei denen man auf die Mitspieler nicht achtete. Zudem spürte das ganze HDI-Rund die „Angst“ von Ron-Robert Zieler vorm Freistoß von Calhanoglu, der dann auch zum einzigen Tor des Spiels führte.

Ein Ideengeber und Spielgestalter fehlte auf die Länge des Spiels immer erkennbarer, denn weder die Abwehr noch der Sturm waren in der Lage, dem Spiel eine Richtung zu geben. Jeder hatte eigene Vorstellungen, was nun passieren müsse, doch übersah er dabei oft den besser postierten Mitspieler. Benshop zeigte ein oder zwei gute Toraktionen zu Anfang, Saint Maximin brachte nach seiner Einwechslung Unruhe, aber die Einwechslung von Sobiech für Benshop war weniger erklärlich. Zumal der in den bisherigen Spielen wenig gezeigt hat.

Bezeichnend war es auch in der 75. Minute, als die gesamte Abwehr dem Versuch von Sane zusah, den Ball umringt von vier Leverkusenern aus der Gefahrenzone zu bringen, ohne dass sich ein Mannschaftskollege zur Unterstützung anbot. Auch wenn Sportdirektor Dirk Dufner, der nur noch bis zum kommenden Monat amtiert, in der Presse ausschloss, dass noch eine Fußballkraft verpflichtet wird: Die Mannschaft bedarf dringend eines Mittelfeldregisseurs mit Ideen. Allein ein wieder genesener Kiyotake, wann immer er zurückkehrt, wird auf die Dauer der Saison allein die Verantwortung nicht tragen können. Und bis dahin könnten zudem entscheidende tabellarische Weichen gestellt worden sein.

Nach dem Spiel erholten sich die Fans in der Nordkurve bei "Spaß gegen Stumpf" - Foto: JPH

Nach dem Spiel erholten sich die Fans in der Nordkurve bei „Spaß gegen Stumpf“ – Foto: JPH

Am Ende des Spiels gab es nicht nur Pfiffe für die Hausherren, sondern vielmehr ein großes Fragezeichen über der HDI Arena, wie das Team sich dieses Jahr in der Liga halten will, wenn man derart harmlos agiert. Konnte man bei Darmstadt noch darauf verweisen, dass der Aufsteiger mit der Euphorie des Neulings zu Werke ging und sich entsprechend gut präsentierte – diese Ausrede kann für das zurückliegende Heimspiel nicht herhalten. Vielmehr beschlich die rund 39 200 Zuschauer die Frage, was sich denn gegenüber der vorherigen Saison verbessert habe – und wie man die erneute Dauerkarte des Abstiegsgespensts in der HDI Arena vermeiden könne.

Auch wenn Trainer Michael Frontzeck nach dem Spiel von „viel zu tun“ sprach, das es ab sofort mit Blick auf Mainz am kommenden Spieltag zu tun gäbe – eine gravierende Fortentwicklung in der Mannschaft von Real Mallorca über Sunderland bis nach Kassel war nicht erkennbar – und auch nicht von Darmstadt bis Leverkusen. Warum sollte es plötzlich von Mainz bis Dortmund anders werden?

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