Testspiel Hannover 96 – Twente Enschede in Ilten endet 0:0

18. Juli 2017 @

Nach zehn Jahren ist der holländische Verein Twente Enschede wieder zu gast in Ilten, um auf dem Sportplatz vom MTV in seiner Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison nach dem Aufstieg vorzubereiten. Dazu bietet ein solcher „Lokaltermin“ für die Fans und Besucher immer die Besonderheit, dass es „Fußball zum Anfassen“ gibt. Die Spieler passieren während des Einlaufens den Zuschauerbereich, die Anweisungen des Trainers kann man hinter der Absperrung laut und deutlich hören und die Gäste geben gerne und ausgiebig Autogramme.

Ganz nah dran ist man in der Wahre-Dorff-Arena an den Teams – Foto: JPH

So war auch dieses Jahr das Spiel wieder mit rund 2500 Besuchern wieder gut angenommen worden und das Wetter spielte auch mit, so dass an der Tageskasse noch zahlreiche Tickets verkauft wurden. Die Gäste waren mit dem Bus angereist und hatten einige Fans in ihrer Begleitung, die sich in der „Wahre Dorff Arena“ harmonisch in die heimische Gruppe von Zuschauern einfügte. Die Polizei allerdings hatte im Vorfeld bereits die mehr gewaltbereiten Besucher wieder auf die Heimreise geschickt oder verbannte sie aus dem Umfeld des Stadions (SN berichteten). Doch erstmals Polizeibeamte in Ilten  im „Demonstrationsausrüstung“ zu sehen, war für viele Besucher doch ein neues, vielleicht auch beklemmendes Erlebnis. Mit den Holländern war auch eine kleine Gruppe von rund 30 Schalker Fans angereist, denn die beiden Vereine verbindet eine gute Fanfreundschaft.

Mit Radio Antenne Niedersachsen hatte der Organisator Carsten Linke, Sporttherapeut im Klinikum und ehemaliger Spieler der 96er, einen Medienpartner vor Ort, der die Beschallung professionell und unterhaltsam vornahm. Die Einlaufkinder kamen wie immer von den Mitarbeitern des Klinikums und vom MTV Ilten zu gleichen Teilen. Neben dem Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, war auch der Klinikum-Chef Dr. Matthias Wilkening mit seiner Frau Simone auf dem Platz dabei – immerhin ist Dr. Wilkening auch Mit-Investor bei Hannover 96 und hatte demzufolge zwei Hüte auf.

Es wurde um jeden Ball gekämpft – auch in der Luft – Foto: Reinhold Peisker

Das Spiel, zu dem Hannover 96 unter Trainer Andre Breitenreiter mit allen Spielern angereist war und auch die Neuzugänge dabei hatte, hatte zwei Besonderheiten. Eine Halbzeit dauerte 60 Minuten und es durften alle Spieler ausgewechselt werden. So war sichergestellt, dass alle Spieler sich über eine längere Zeit dem Trainer und den Zuschauern präsentieren konnten und zugleich auch eine ausreichende Spiel- und damit Trainingszeit bekamen. Dabei verfolgten die beiden Cheftrainer unterschiedliche Strategien. Während Breitenreiter in der Halbzeit das komplette Team wechselte und nur Yousef Emghames und Tom Baller nicht zum Einsatz kamen, ließ Coach Rene Hake die Spieler durch tauschen. Bei ihm musste nur Nick Hengelman auf einen Einsatz verzichten Welche Strategie am Ende die besseren Erkenntnisse lieferte, erschloss sich den Zuschauern nicht.

Interessant waren für die Besucher auch die roten Neuzugänge, die sich fast alle im Spiel zeigten. Dabei begann die Partie zunächst mit Vorteilen für die 96er, die sich in der 9. Minute die erste echte Chance erspielt hatten. Auch die erste Ecke gehörte den Roten. Doch die Überlegenheit hielt nur bis etwa Mitte der ersten Halbzeit, dann kam auch Twente ins Spiel – und zu Chancen. Hake hatte in der 30. Minute Ryan Trotman für Nikola Gjorgjev gebracht. Doch ein Tor fiel in der Spielhälfte nicht mehr und so ging es mit 0:0 in die Pause. Nach einem Foul kurz vor dem Pausenpfiff hatte sich Kapitän Manuel Schmiedebach noch verletzt. Ansonsten aber hatten Schiri Robert Schröder und die Assistenten Fabian Porsch und Axel Martin bei zwei gelben Karten keine Mühe mit den Teams.

Trainer Rene Hake (2.v.li.) und Trainer Andre Breitenreiter (2.v.re.) waren sich in der Spielbewertung einig – Foto: JPH

Hannover kam dann mit komplett neuer Mannschaft wieder aufs Feld, Twente wechselte weiter durch. Das Spiel drehte sich und nun hatten die Holländer die besseren Möglichkeiten. Doch ein Tor fiel auch in diesen 60 Minuten nicht mehr, so dass sich beide Trainer am Ende einig waren, man habe ein gutes Spiel gesehen. „Ein tolles Spiel mit unseren jungen Leuten“, so sagte Breitenreiter. „Wir haben Stabilität gezeigt,  sind kompakt gestanden und so geht das Ergebnis in Ordnung.“ Auch Hake war ähnlicher Meinung: „Wir sind in der ersten Halbzeit nicht gut durchgekommen. Mit dem flachen 4-4-2 hatte Hannover uns wenig Lücken geboten.“ Etwas anders sahen das natürlich die Fans, die sich mehr Tore erhofft hatten und weshalb viele sagten, dass die Partie doch eher langweilig gewesen sei. Doch für das Gros war dieser Abend mit Fußball zum Anfassen wieder einmal ein Erlebnis.

Auch Dr. Wilkening betonte nach dem Schlusspfiff im Gespräch, dass man sich bei den Roten ja erst noch in der Trainingsphase befinde und man der Mannschaft selbstverständlich die Zeit einräumen müsse, sich zu finden und zu entwickeln. Und dabei zeigte die Mannschaft an diesem Abend einige gute Ansätze, die Neuzugänge, allen voran Matthias Ostrzolek und Michael Esser, können sich zu der Verstärkung entwickeln, auf die man für die Bundesliga angewiesen sein wird. Mehr Erkenntnisse waren in dieser Phase der Vorbereitung durch dieses Spiel auch nicht zu erwartet werden.

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