Hannover 96 ist wohl nicht mehr zu retten

15. März 2016 @

Mit einem glatten 0:2 unterliegt Hannover 96 auch an diesem Spieltag wieder den Gästen in der heimischen HDI-Arena. An diesem Wochenende haben sich die Geißböcke aus Köln die Punkte an der Leine abgeholt und gleichzeitig „Edi“ einmal mehr an dieselbe gelegt. Interessanterweise war es der unter Frontzeck aussortierte Leonardo Bittencourt, in Köln zum Stammspieler aufgestiegen, der die ehemaligen Mannschaftskameraden zweimal sehenswert düpierte. Damit dürfte sich das Kapitel “Klassenerhalt“ für die Truppe von Thomas Schaaf endgültig erledigt haben. Wer diese Leistung gesehen hat, verliert den Schaafschen Optimismus. Da Hoffenheim zudem gewonnen hat, ist der Abstand nicht mehr aufzuholen – da legen sich sicher selbst Hardcore-Fans nun langsam fest.

Kölns Trainer Peter Stöger war erleichtert nach dem Sieg - Foto: JPH

Kölns Trainer Peter Stöger war erleichtert nach dem Sieg – Foto: JPH

Wie üblich spielte Hannover die ersten 20 Minuten, ließ dann nach, und Köln kam auf. Nicht zwingend, aber immer selbstsicherer. Das Mittelfeld wurde von Hannover nun zu langsam überbrückt, und wenn man dann vorm Kölner Strafraum auftauchte, fehlte die rote Spitze und alles ging in die Breite. Als dann Kenan Karaman und vor allem Adam Szalai auch noch ihre hochkarätigen Chancen nicht verwerten konnten, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann Köln ein Tor erzielen würde. Das war dann in der 43. Minute, kurz vor Halbzeit, der Fall. Und es war ein ehemaliger Hannoveraner mit Leonardo Bittencourt, der die früheren Kameraden auf die Verliererstraße schickte – aussortiert unter Frontzeck und daraufhin nach Köln gewechselt.

In der zweiten Hälfte kennzeichneten Fehlpässe und ausgelassene Schussmöglichkeiten das 96er Spiel, anders als bei Köln, die erneut durch Bittencourt und einen Distanzschuss in der 61. Minute das zweite Tor nachlegten. Nun glaubten viele Besucher nicht mehr an eine Wende und verließen vorzeitig die HDI Arena, auch wenn Schaaf noch Almeida und Klaus brachte. Bei 8:1 Ecken verlor Hannover nicht zu Unrecht gegen Köln am Ende mit 0:2 – und sicher auch zahlreiche Unterstützer. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nun sieben Punkte und keiner kann sich vorstellen, wie die in den kommenden Spielen mit diesem Team noch erreicht werden könnten – zumal dazu die Hoffenheimer inzwischen punktgleich mit Eintracht Frankfurt sind.

Trainer Thomas Schaaf war "mega-enttäuscht" von der Niederlage - Foto: JPH

Trainer Thomas Schaaf war „mega-enttäuscht“ von der Niederlage – Foto: JPH

Damit endet wohl in dieser von vielen Fehlentscheidungen zu Anfang geprägten Saison die Zugehörigkeit von Hannover 96 zur ersten Bundesliga. Dass die Fans am Schluss die Spieler noch bedrängten, bedrohten und um ihre Trikots erleichterten, ist zudem ein neuer Tiefpunkt in den Beziehungen.

So zeigte sich der Kölner Trainer Peter Stöger auch hochzufrieden mit dem Punktegewinn und gab zu, die ersten 20 Minuten nicht ins Spiel gekommen zu sein: „Aber mit der Führung haben wir an Sicherheit gewonnen und das zweite Tor gab dann auch psychologische Sicherheit.“ Schaaf dagegen war „mega-enttäuscht“, weil sie die „Verbesserung der Situation wieder nicht hinbekommen haben.“ Er kann den Frust der Fans verstehen und es tut ihm leid, dass „wir zur Zeit nichts anders liefern können“. Später sagte er noch, dass man Woche für Woche wieder eine Chance verpasst, sich selbst aus der Klemme zu helfen. Aber „solange das rechnerisch noch geht, brauchen wir über Abstieg nicht zu reden. Ich glaube, wir drehen die Situation noch.“ Nur, ob man Spiele wie die gegen Hertha, Gladbach oder München als lösbare Chance ansehen kann, ist mit dem jetzigen Leistungsprofil stark anzuzweifeln.

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