Frohgemut gegen Stuttgart – kein Abstiegskampf in der HDI Arena

23. September 2015 @

Eigentlich ist alles ja gar nicht so schlimm und die Konkurrenten sind noch nicht weit weg. Bis Weihnachten ist noch genug Zeit, die Situation zu analysieren und Verstärkungen zu verpflichten. Nach fünf Spielen sind wir noch nicht im Abstiegskampf. Vertrauen seitens der Vereinsführung ist vorhanden: Sätze aus dem Trainer-Bingo, die man bei Hannover 96 dieser Tage gerne nutzt, um die Situation immer wieder auf neue Art und Weise darzustellen. Dabei geht es heute Abend schon um mehr als nur drei Punkte. Denn sollte Hannover 96 wieder ohne den zählbaren Erfolg eines Sieges dastehen, dürfte es an allen Ecken eng werden: Kein Sportdirektor, kein Geschäftsführer, keine Erfolge auf sportlicher Bühne – und keinen akzeptablen Tabellenplatz. Die Frage nach dem Trainer lassen wir mal außen vor.

Cheftrainer Michael Frontzeck bestätigt "eine komplizierte Situation", in der man sich befinde - Foto: JPH

Cheftrainer Michael Frontzeck bestätigt „eine komplizierte Situation“, in der man sich befinde – Foto: JPH

Es wird also ein Schlüsselspiel für die nahe Zukunft werden, wenn heute der Tabellensechzehnte gegen den Tabellensiebzehnten antritt. Gasttrainer Zorniger steht dabei genauso unter Druck, wie sein Pendant aus Hannover. Nur hat der Schwabe eine funktionierende Mannschaft mit hohem Spielpotential, die nur beim Torschuss versagt. Anders als die Gastgeber, bei denen nur zeitweise etwas zusammenläuft und Torerfolge Mangelware sind.

Michael Frontzeck wies darauf hin, dass man nicht vergessen dürfe, dass der VfB Stuttgart nur einen Trainerwechsel zu verkraften hatte, Hannover aber den Ersatz von elf Spielern. Doch so ganz greift dieses Argument nicht, denn zuletzt standen außer Oliver Sorg keine Neuzugänge auf dem Platz in der Anfangsformation. „Bei Stuttgart sind Spieler wie Harnick, Ginczek, Didavi und Gentner geblieben – und damit die Qualität der Mannschaft. Wir sind nur von der Tabelle her vergleichbar“, so der Cheftrainer gestern. Doch mit wem sind die „Roten“ dann vergleichbar in der Bundesliga?

„Das ist eine harte Schule, die wir eben durchlaufen“, meinte Frontzeck zur gegenwärtigen Lage und fügte hinzu: „Ich bin positiver Dinge, dass wir den Bock umstoßen werden.“ Daher sind vielleicht auch ganz besonders die Fans an diesem Abend gefordert, die Mannschaft wie gegen Dortmund zu einer „Normal-Leistung“ anzufeuern, um in dieser „komplizierten Situation, in der wir uns befinden“ (O-Ton Frontzeck), die positive Kraft zu vermitteln, die in den ersten fünf Spielen gefehlt hat. Dabei könnte Manuel Schmiedebach wieder dabei sein, sicher fehlen Edgar Prib und Charlison Benshop. Ersetzen könne man die Ausfälle, versprach der Trainer. Aber „Abstiegskampf hatten wir vor vier Monaten, jetzt ist es eine andere Situation“ konstatierte er.

"Hannover ist bunt" steht auf den Aufwärmtrikots heute Abend - Foto: JPH

„Hannover ist bunt“ steht auf den Aufwärmtrikots heute Abend – Foto: JPH

Bislang sind 34 800 Karten verkauft, es gibt also noch die Tageskassen ab 18 Uhr. Dazu kommen noch rund 1000 Flüchtlinge aus den etwa 30 hannoverschen Unterkünften. Für sie gibt es eine Aktion vor Spielbeginn: Ab 17 Uhr treffen sich Fans und Gäste zum Austausch in der Nordwestkurve der Arena, zu dem alle Besucher eingeladen sind.

Auch die Profis werden sich an dem Willkommen beteiligen und beim Aufwärmen mit den Shirts die Botschaft „Hannover ist bunt“ präsentieren. Außerdem sind bei den Spalier- und Einlaufkindern an diesem Abend auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien dabei. Wenigstens das ist an diesem Abend nicht unsicher.

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