Es geht für die „Roten“ nach Wolfsburg

26. September 2015 @

Nach der Pressekonferenz am Freitagnachmittag startete die Mission „Drei Punkte in Wolfsburg“ mit der Abfahrt der Profis von Hannover 96 in die „angeschlagene“ Autostadt – so könnte man zur Fahrt der „Roten“ nach Wolfsburg berichten, wenn die so NOx-frei laufen würden, wie ein Mercedes-Diesel. Aber tatsächlich ist alles anders. Hannover 96, seit Mittwoch Tabellenletzter der Bundesliga, fährt nach Wolfsburg mit dem Team, und wohl auch der Taktik, die schon gegen Augsburg und Stuttgart versagt haben.

Das Team von Michael Frontzeck steht in Wolfsburg mit dem Rücken zur Wand - Foto: JPH

Das Team von Michael Frontzeck steht in Wolfsburg mit dem Rücken zur Wand – Foto: JPH

Wolfsburg, gerade auf Wiedergutmachung nach der Schmach von München sinnend, erwartet einen total verunsicherten Gast, bei dem (noch) nichts zusammenläuft. Aber wieder das Argument von den elf neuen Spielern, die es zu integrieren gilt, zu strapazieren, klingt langsam nur noch gebetsmühlenartig und wenig stichhaltig. Schließlich sind ja keine Neulinge nach Hannover gekommen, sondern vornehmlich Berufsfußballer.

Und so wird die Mannschaft von Hannover 96, hoffentlich wieder mit Schmiedebach und einem spielfähigen Kiyotake, versuchen, dem mit zehn Punkten Vorsprung Tabellenvierten solange es geht Paroli zu bieten. „Solche Fehler wie gegen Stuttgart dürfen wir gegen Wolfsburg nicht machen“, sagt Trainer Michael Frontzeck. „Denn die Wolfsburger brauchen weniger Chancen für ein Tor als die Stuttgarter.“ Und die hannoverschen Fehler werden die Gastgeber konsequenter ausnutzen als die Gäste vom Mittwoch. Denn am Ende der Saison geht es möglicherweise nicht nur nach Punkten, sondern auch nach Toren in die europäischen Wettbewerbe. Und da bietet sich Hannover aus Wolfsburger Sicht geradezu an. Deshalb kann man dem Trainer nur beipflichten, wenn er sagt: „Zwei Tore in wenigen Minuten, das dürfen wir nicht zulassen.“ Und sollte ergänzen: Am besten keins in 90 Minuten.

Auch auf die Ablehnung von Verstärkungen kurz vor Transferschluss ging Frontzeck gestern noch einmal ein. „Ich habe der Clubführung meinen Standpunkt dargelegt gehabt. Die Spieler, die uns sofort weiterbringen, können wir nicht bezahlen. Und einen inzwischen zehn Millionen wertseienden Stindl kann man so nicht eins zu eins ersetzen.“

Wie sich für Frontzeck selbst allerdings das Ergebnis von Wolfsburg auswirken wird, darüber kann man zur Zeit nur spekulieren. Sicher wird und kann Präsident Martin Kind diese Saison nicht wieder 15 Spiele warten, bis er sich zur Trennung entschließt. So kann sich neben der zunehmenden Abstiegsgefahr, die mit jedem punkten der vor 96 stehenden Teams größer wird – und zwar allen Beschwichtigungen zum Trotz –, eine Vorentscheidung auch für den Trainerposten ergeben.

Rund 2000 Fans werden die Mannschaft auf diese spannende Reise begleiten. Für Kurzentschlossene stehen an den Tageskassen noch Gästekarten im Sitzplatzbereich zur Verfügung. Auch die Deutsche Bahn hat reagiert und setzt einen Sonderzug um 12.07 Uhr ab Hannover Hauptbahnhof nach Wolfsburg mit 800 Plätzen ein, für den die normalen Fahrkarten auch gelten. Zurück fährt dieser Transport dann um 18.10 Uhr ab Wolfsburg. Einen Gepäckanhänger für die eventuelle Punkte wird die Bahn wohl nur vorsorglich bereitstellen.

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