Partie Hannover 96 gegen VfB Stuttgart ohne Sieger

27. November 2017 @

Im einzigen Spiel der Fußballbundesliga am Freitag trafen Hannover 96 und der VfB Stuttgart in der HDI Arena in der Landeshauptstadt aufeinander. Spezielle war das Spiel, da nicht nur beide Teams gemeinsam aufgestiegen sind, sondern sie auch in der gleichen Tabellenregion zusammen standen. Dabei sprach die Statistik zugunsten der Gäste, doch die Hannoveraner waren bislang zuhause eine macht – und Stuttgart war auswärts bislang nicht erfolgreich.

Trainer Hannes Wolf sah zwei verschiedene Halbzeiten – Foto: JPH

Die Mannschaft von André Breitenreiter war zunächst defensiv aufgestellt, wobei vorn Harnik als Spitze agieren sollte und Bebou mit seiner Schnelligkeit dann als Nachrücker eingesetzt war. So legte das Team dann auch flott los und hatte in der 7. Minute gleich die erste große Chance, die Harnik jedoch vergab, indem er den Ball von links im Strafraum nicht mehr erreichte. Danach war die Partie dann auch sehr ausgeglichen. Keiner von beiden hatte die Möglichkeit, sich durch zielgerichtete Aktion etwas vom anderen abzusetzen. Es folgte ein längeres Geplänkel im Mittelfeld, bei dem die Hausherren wieder einmal zahlreiche Abspielfehler machten. Das griff dann auch auf Torwart Philipp Tschauner über, der in der 24. Minute einen Schuss nicht festhalten konnte und den Ball direkt vor die Füße von Takuma Asano abprallen ließ. Der nahm die Einladung dankend an und verwandelte zum 0:1 für die Gäste. Nun begann das, was oft symptomatisch für die Roten ist: eine Aufholjagd.

Doch statt eigene Chancen zu schaffen, hatten die Stuttgarter die nächste, während Hannover den Zugriff das Spiel zusehends verlor. Erneut stellten die 43 500 Besucher fest, dass Hannover zu viele Bälle zu leicht im Mittelfeld verliert und vorn die erspielten Möglichkeiten nicht zu setzen kann.

Breitenreiter reagierte dann zur Halbzeit und wechselte Harnik gegen Füllkrug ein – und hatte offensichtlich auch sonst seiner Mannschaft Dampf gemacht, denn die begann nach dem Wiederanpfiff agiler und zielstrebiger. Und in der 63. Minute kam dann noch noch Pech dazu, als Sané nach guter Hereingabe nur den rechten Pfosten traf.  Zieler hätte keine  Chance gehabt, doch so stand es weiter 0:1. Stuttgart reagierte auf den neuen Druck und brachte Aogo für Brekalo. Breitenreiter wird dagewgen offensiver und stellt Karaman für Sorg auf den Platz. Wolf bringt kurz danach Terodde für Asano.

Am Ende war die Punkteteilung passend, so der Andre Breitenreiter – Foto: JPH

Die Maßnahmen von Breitenreiter zeigten dann in der 74. Minute Erfolg. Nach zwei Fouls an und im Strafraum pfeift Schiedsrichter Christian Dinger Elfmeter für Hannover. Da Harnik in der Kabine geblieben war, trat Füllkrug gegen Zieler an. Der hatte in seiner Zeit in Hannover bekanntlich noch nie einen Elfer gehalten – dieses Mal wieder im Tor – und es hieß 1:1. Damit aber wurde das Spiel nun ruppiger. Stuttgart wollte den alten Abstand wieder herstellen, war aber längst nicht mehr so durchschlagskräftig wie in der ersten Hälfte, denn die Abwehr der Roten hatte die Angreifer der Gäste nun besser in Blick und Griff.

Doch Hannover erspielte sich weitere Möglichkeiten, doch bei der besten kam  ein altes Karaman-Syndrom wieder zum Tragen: statt abzuspielen wollte er selbst schießen, lief sich stattdessen fest und spielte den Ball unkontrolliert ab. Aber auch die Gäste hatten sich noch nicht aufgegeben und kamen jetzt in den zehn Schlussminuten nochmals gefährlich vors Tor von 96. Dann brachte Stuttgart Ailton-Fereira für Öczan – nun sollte das Tor unbedingt her, die Gäste merkten: Da geht was! Klappte aber am Schluss doch nicht, obwohl es drei Minuten drauf gab. Somit trennten sich die Tabellennachbarn am Ende mit einem leistungsgerechten Unentschieden.

Das Spiel wird am Ende der Saison auf der 96 Seite hoffentlich nicht in die Rubrik „ausgelassener Sieg“ eingeordnet werden müssen – und wieder einmal mehr waren es leider die bisher so beständigen Harnik und Karaman, die aussichtsreiche Möglichkeiten liegen ließen.

Die Mannschaftsaufstellungen

Hannover 96 startete mit Philipp Tschauener, Julian Korb, Marvin Bakalorz, Felix Klaus, Klaus Bebou, Martin Harnik (45. Niklas Füllkrug), Salif San, Matthias Ostrzolek, Oliver Sorg (72. Kenan Karaman), Pirmin Schweiger, Waldemar Anton.
Auf der Bank saßen noch Michael Esser, Miiko Albornoz, Manuel Schmiedebach, Florian Hühner, Kenan Karaman, Charlison Benshop.

VfB Stuttgart begann mit Ron-Robert Zieler, Insùa Zapata, Timo Baumgartl, Santiago Ascacibar, Josip Brekalo (88. Dennis Aogo), Takuma Asano (73. Simon Terodde), Christian Gentner, Benjamin Pavard, Holger Badstuber, Berkay Özcan (87. Silva Ailton-Fereira), Andreas Beck.
Auf der Bank warteten Jens Grahl, Dennis Aogo, Anton Grgic, Simon Terodde, Ebenezer Ofori, Mangala, Silvaner Ailton-Ferreira.

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