Auch Donald Trump war Thema von Gerhard Schröder bei Hannover 96

24. Januar 2017 @

Der Aufsichtsratschef von Hannover 96, Alt-Kanzler Gerhard Schröder (72) äußerte sich erstmalig öffentlich zu seinem neuen Ehrenamt, das er im vergangenen Jahr auf Drängen von 96-Präsident Martin Kind übernommen hatte.

Martin Kind (li.) und Gerhard Schröder stellten sich vor Saisonstart den Journalisten – Foto: AO

Die Medienvertreter im vollbesetzten Presseraum der HDI-Arena erlebten einen sichtlich gut erholten Podiums-Teilnehmer, der in launiger Atmosphäre zwischen 96 Stürmern und Wladimir Putin bis hin zu Donald Trump auf die gestellten Fragen fast im Minutentakt hin und her wechselte. Fußballsport und Weltpolitik lösten sich so munter ab. Daran hatten nicht nur die Journalisten ihre Freude, auch Schröder schien offenbar Gefallen an einem munteren Frage und Antwort-Spiel von insgesamt 41 Minuten gefunden zu haben.

Neben den Ausführungen zu seinem ehrenamtlichen Engagement im Verein sowie dem absoluten Ziel des Aufstiegs von 96 in die 1.Bundesliga in dieser Saison, sprach Schröder aber auch über die WM in Russland 2018 und Arbeitsbedingungen in Katar und US-Präsident D. Trump.

So nahm er zu Donald Trump sehr pointiert Stellung: „Ich bin nicht besonders ängstlich. Es werde interessant sein zu sehen, ob Trump bei Wirtschaftsfragen auf den Rat von Fachleuten hören wird. Offenkundig meint er, in einer globalisierten Welt Amerika als das Interessengebiet definieren zu können. Das halte ich für falsch.“ Und den Gegenpol, die WM 2018 in Russland 2018 kommentierte er mit den Worten: „Putin ist nach wie vor mein Freund. Ich halte die Debatte um die WM in Russland für unsinnig. Sie soll und wird dort stattfinden, und ich werde auch hinfahren. Ist ja nicht so weit wie bis nach Brasilien.“

Präsident Martin Kind, Pressechef Christian Bönig und Aufsichtratschef Gerhard Schröder (re.) hatten sichtlich Spaß am Gespräch – Foto: AO

Aber die eigentliche Thema war natürlich seine neue Aufgabe in seinem Aufsichtsratsmandat. Dazu führte er aus: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen Kontrolle und perspektivischer Arbeit. Über sportliche Dinge zu entscheiden, ist in erster Linie Sache des Trainers, nicht des Aufsichtsrates. Öffentlich gegebene Ratschläge sind mehr Schläge als Rat.“ Das lässt zumindest erwarten, dass sich der Aufsichtsrat nicht allzu aktiv in die sportliche Arbeit einmischen werde – von Martin Andermatt vielleicht einmal abgesehen.

Auch zu Eintracht Braunschweig wurde der Ex-Kanzler an diesem Tag befragt. Seine Antwort war einfach wie logisch: „Ich habe überhaupt kein Problem mit der Stadt Braunschweig, erst recht nicht mit dem Verein. Fußball ist wichtiger als Radau! Mein Rat an die Fans: Mäßigt Euch!“ Nach Abschluss einer etwas außergewöhnlichen Pressekonferenz bei Hannover 96 verließ ein offensichtlich frohgelaunter Gerhard Schröder das Podium in der HDI-Arena.

Joachim Otte/JPH

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