1041 deutsche Bäder dicht – und weitere 104 bedroht allein in Niedersachsen

20. Oktober 2015 @

Im Zeitraum vom 1. Juli 2007 bis zum 30. September 2015 sind in Deutschland 371 Bäder geschlossen worden, weitere 670 Bäder sind akut von der Schließung bedroht. Das teilt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Bad Nenndorf jetzt mit. Im gleichen Zeitraum wurden nur 21 Bäder neu gebaut und 90 saniert.

Das Waldbad ist rechtzeitig saniert worden - Foto: JPH

Das Waldbad ist rechtzeitig saniert worden – Foto: JPH

Besonders hart traf es dabei die Hallenbäder: Von den geschlossenen Einrichtungen waren 23 Hallenbäder. Sie aber sind meistens die Einrichtungen für die schulische Schwimm- und vereinsmäßige Rettungsschwimmausbildung und zahlreicher anderer Wassersportarten bis hin zum medizinischen Bereich, wie Aquajogging. Akut von der Schließung bedroht sind zudem 291 Freibäder, 255 Hallenbäder, 51 Lehrschwimmbecken, 19 Spaß- und 20 Kombibäder – davon 104 allein in Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund begrüßt die DLRG das Sanierungsprogramm für kommunale Einrichtungen des Bundesbauministeriums, bis zum Jahr 2018 insgesamt 100 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje: „Städte und Gemeinden müssen nun ihre Anträge auf Fördermittel stellen, denn auch Bäder gehören zu den kommunalen Einrichtungen.“

Präsident der DLRG Hans-Hubert Hatje warnt vor vielen Nichtschwimmern - Logo: DLRG

Präsident der DLRG Hans-Hubert Hatje warnt vor vielen Nichtschwimmern – Logo: DLRG

Bis zum 13. November sollten sie zugreifen, schließlich geht auch die Zahl der schwimmfähigen Grundschulabgänger stetig zurück. „50 Prozent sind keine sicheren Schwimmer mehr, 25 Prozent der Grundschulen haben gar keinen Zugang mehr zu einer Schwimmhalle und die Wartezeiten auf einen Platz im Schwimmkurs bei privaten Ausbildungsorganisationen wie der DLRG dauert zwischen ein und zwei Jahren“, skizziert der DLRG-Präsident die aktuelle Lage. Die Medienberichte machen aber auch deutlich, dass sich die Bürger zunehmend gegen Schließungsabsichten zur Wehr setzen. Eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag der DLRG zeigt, dass für 87 Prozent der Bundesbürger das Bad wichtig oder sehr wichtig ist.

Im Hallenbad in Höver finden viele Kurse und Aktivitäten statt - Foto: H. Thormeyer

Im Hallenbad in Höver finden viele Kurse und Aktivitäten statt – Foto: H. Thormeyer/Archiv

Die Sehnder sind dabei noch in der guten Lage, dass sowohl die Grundsanierung des Waldbades als auch des Lehrschwimmbeckens in Höver rechtzeitig abgeschlossen wurde und die Bürger nun über zwei funktionierende Einrichtungen verfügen. Auf den Haushalt schlagen nur noch die Belastungen durch Betrieb und Reparaturen durch. Denn ob in der jetzigen Lage mit der zunehmenden Belastung der Kommune durch die freiwillig übernommenen Leistungen für die Asylbewerber noch ausreichende Mittel hätten freigemacht werden können, wäre zumindest fraglich.

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