Zwei Trassenkorridor-Varianten für den SüdLink werden untersucht

14. Juni 2017 @

Für die heute abgehaltene Antragskonferenz der geplanten Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung SüdLink hat die Region Hannover ihre Stellungnahme zur Umwelt- und Raumverträglichkeit der von Vorhabenträgern TenneT TSO GmbH und TransNetBW vorgelegten Korridorvarianten abgegeben. Der Umwelt- und Planungsdezernent der Region Hannover, Professor Dr. Axel Priebs, begrüßte dabei, dass zahlreiche der schon im informellen Verfahren gegebenen Hinweise und Anregungen in die jetzt förmliche Bundesfachplanung übernommen wurden: „Auch für die aktuellen Festlegungen des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) 2016 erwarten wir, dass diese nach dem Inkrafttreten des RROP in der weiteren SüdLink-Planung vollständig beachtet werden.“

Das ist der neue Korridor des SüdLinks mit Erdverkabelung – Grafik: TenneT

Zwei mögliche Korridore für die Erdkabel des SüdLinks berühren den Bereich der Region Hannover: Eine Variante führt von Neustadt über Wunstorf, Garbsen, Seelze, Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen bis nach Springe, die östlichere Streckenführung würde Burgdorf und Uetze betreffen. Sogenannte „Raumwiderstände“ sieht die Region als Trägerin öffentlicher Belange wie Landesplanung, Denkmalschutz, Naturschutz, Gewässer- und Bodenschutz sowohl bei der längeren westlichen wie der östlichen Korridorvariante.

Beim dem sogenannten „Trassenkorridorsegment 53“ sind aus Sicht der Regionalplanung das Vorranggebiet für den Hochwasserschutz östlich von Ehlershausen zu beachten sowie südlich von Hänigsen das im RROP festgelegte Vorranggebiet für die Windenergienutzung. Auch auf die Trinkwassergewinnung südlich des Burgdorfer Holzes wird seitens der Region hingewiesen.

Bei der Ostführung des SüdLinks würden in der Region Hannover insgesamt fünf unter Landschafts- oder Naturschutz stehende Gebiete und Objekte tangiert: das Schilfbruch, das Burgdorfer Holz und das Feuchtgrünland „Im Flethe“. Außerdem betroffen sind wertvolle Bereiche für Brutvögel, historische Waldstandorte sowie Baumalleen. „Durch eine entsprechende Trassenführung könnten Beeinträchtigungen dieser sensiblen und für Flora und Fauna wichtigen Bereiche aber weitgehend vermieden werden“, so Priebs. Auch das historische Erdölförderungsgebiet von Hänigsen-Obershagen-Nienhagen kreuzt der SüdLink-Korridor. Hinterlassenschaften wie Bohr- und Ölschlammdeponien und aufgegebene Bohrlöcher könnten sich im geplanten Baufeld als Hindernisse erweisen.

Für die West-Variante des Stromkorridors hat die Region Hannover ebenfalls eine detaillierte Stellungnahme abgegeben, die die verschiedenen Betroffenheiten aufzeigt und Empfehlungen für eine Optimierung der Trassenführung gibt.

SüdLink wird ein Thema in der Region bleiben – Foto: JPH/Archiv

In der grundsätzlichen Entscheidung gegen die oberirdischen Leitungen mit ihren „Masten“ und für eine Erdkabellösung sieht Priebs nach wie vor einen Erfolg der von Region Hannover unterstützten „Hamelner Initiative“, einem Zusammenschluss der vom SüdLink-Projekt betroffenen Landkreise in Deutschland. „Die Region wird weiter den konstruktiven Dialog zur Festlegung eines möglichst konfliktarmen Korridors für die Nord-Süd-Stromtrasse unterstützen und alle möglichen Alternativen fachlich prüfen. Wir stehen dabei in einem engen Austausch mit unseren Kommunen und wollen auch ein optimales Ergebnis für die Bürgerinnen und Bürger der Region erreichen.“

In der Bundesfachplanung wird ein zunächst ein Gebietsstreifen ausgewiesen, in dem die künftige Stromtrasse verlaufen soll. Innerhalb dieses sogenannten Trassenkorridors wird die Umwelt- und Raumverträglichkeit einer Erdkabelleitung geprüft. Der genaue Verlauf der Trasse ist Gegenstand des abschließenden Planfeststellungsverfahrens. Der Korridor ist etwa 1000 Meter breit, die finale Trasse wird aber deutlich weniger Raum in Anspruch nehmen. Der Abschnitt B für den SüdLink verläuft zwischen Scheeßel und Bad Gandersheim oder Seesen.

Die vollständige Stellungnahme ist im Internet zu finden.

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