Zecken: Wie schütze ich mich am besten?

11. Mai 2015 @

Viele Tierbesitzer werden es bereits bemerkt haben: Die zecken sind bereits länger wieder aktiv und befallen schon länger die Haustiere. Aber auch Menschen sind ihre „Beute“. Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover rät daher, sich rechtzeitig zu informieren und zu schützen. Andernfalls besteht das Risiko, mit gefährlichen Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) infiziert zu werden. „Zecken gehören zu den Spinnentieren. Sie werden schon ab acht Grad Celsius aktiv“, sagt Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit. „Wer wichtige Regeln zur Vorbeugung oder nach einem Zeckenstich beachtet, reduziert die Gefahr einer Infektion.“

Zecken

Lästig und gefährlich: Zecken – Foto: Thorben Wengert/Pixelio

Doch einen sicheren Schutz vor Zecken gibt es nicht. Man aber kann einiges tun, um Zeckenstiche zu vermeiden:
– Vermeiden Sie den Aufenthalt im hohen Gras oder Unterholz.
– Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen.
– Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine, denn Zecken sitzen hauptsächlich im Unterholz und an Gräsern.
– Helle Kleidung ist günstiger als dunkle. Zecken kann man gut darauf erkennen und noch vor einem Stich entfernen.
– Verwenden Sie insektenabweisende Mittel. Diese helfen zumindest eine Weile. Aber auch sie stellen keinen sicheren Schutz vor Zecken dar.
– Suchen Sie Ihren ganzen Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich in der Natur aufgehalten haben. Zecken sind winzig klein und krabbeln auf dem Körper und der Kleidung herum, um eine geeignete Einstichstelle für das Blutsaugen zu finden. Sie bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollten Sie an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt gründlich nach Zecken suchen.

Wichtig bei allen Hilfsmitteln ist, dass die Zecke möglichst hautnah gegriffen wird, so dass das Tier nicht gequetscht wird. Andernfalls können gefährliche Körperflüssigkeiten austreten. Statt die Zecke mit einem kräftigen Ruck zu entfernen, ist es besser, sie langsam und kontrolliert herauszuziehen. Hausmittel wie Öl oder Nagellackentferner sind nicht geeignet, um Zecken zu entfernen.

Es kann vorkommen, dass Reste des Tieres in der Haut zurückbleiben. Hierbei handelt es sich nicht um den Kopf der Zecke, sondern um einen Teil des Stechapparates. Dieser kleine Fremdkörper wird meist von selbst nach einiger Zeit abgestoßen. Dieser vermeintliche „Zeckenkopf“ stellt kein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Gegen FSME kann man sich impfen lassen - Foto: JPH

Gegen FSME kann man sich impfen lassen – Foto: JPH

Jede Zecke hinterlässt nach dem Biss eine gerötete Hautstelle. Das ist normal und vergleichbar mit einem Mückenstich. Nach einigen Tagen sollte diese Rötung verschwunden sein. Gleichzeitig ist es unmöglich, bereits nach 24 Stunden Symptome von schweren Krankheiten wie Borreliose oder FSME zu entwickeln. Das geschieht frühestens nach sieben Tagen.

Eine übertragene Borreliose ist meist an einer sehr großen Rötung um den Biss zu erkennen: Der Durchmesser beträgt mindestens vier Zentimeter. Diese Rötung nimmt die Form eines Kreises an, während sich in der Mitte ein etwas größerer, ebenfalls roter Punkt befindet. Diese Stelle breitet sich danach weiter aus und kann – in seltenen Fällen – Fieber und Muskelschmerzen auslösen. In dem Fall sollten Betroffene umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Auch FSME wird in einigen Fällen von Zecken übertragen. Für diese Krankheit fehlen bislang Therapiemöglichkeiten. Die einzige Möglichkeit sich zu schützen, ist eine Impfung, die gegen jegliche Art der FSME immun macht. Im Falle einer Infektion drohen zum Beispiel Muskel- und Gliederschmerzen, Gleichgewichtsverlust, Störungen des Bewegungsapparats, hohes Fieber sowie grippeähnliche Symptome. In den meisten Fällen klingt die Krankheit nach einer Behandlung mit Schmerzmitteln wieder ab – dann ist der Patient gegen FSME auch immun.

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