Von Bären und Bürgern

9. Juni 2015 @

Am 4. Mai ist der Zoo in Hannover 150 Jahre alt geworden. Was in 150 Jahren Zoogeschichte passiert ist, wie sich die Tierhaltung und das Verhältnis von Mensch und Tier verändert hat, welche Fortschritte die Tiermedizin gemacht hat, welche Gebäude und Baustile es gab und wie sich der Erlebnis-Zoo weiter entwickeln wird, verrät die am 8. Juni eröffnete Ausstellung „Von Bären und Bürgern – Zoo gestern, heute, morgen“ im Erlebnis-Zoo Hannover.

Mit ihr fing alles an: Aktie des Zoologischen Gartens zu Hannover von 1866 – Foto: Zoo Hannover

Mit ihr fing alles an: Aktie des Zoologischen Gartens zu Hannover von 1866 – Foto: Zoo Hannover

33 großflächige Tafeln, Exponate in sechs Vitrinen von alten Zooführern bis zum Stethoskop aus der Tierarztpraxis, alte Zoopläne, Gehege-Modelle und Tiertransportkisten geben einen informativen Einblick in die Zoogeschichte und die Entwicklung der Tierhaltung.

Der Titel der Ausstellung greift die Gründungsidee und die Schwierigkeiten der Anfangszeit auf. In den 1860er Jahren setzten sich bildungsinteressierte Bürger für die Gründung eines Zoos in Hannover ein: Ein Zoo von Bürgern für Bürger. Die gerahmte Aktie von 1866 – eine Leihgabe der Börse Hannover – zeigt die gewählte Rechtsform, die die Gründerjahre prägte: Die „Actien-Gesellschaft des zoologischen Garten zu Hannover“ sollte Bildung und Erholung fördern und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. König Georg V. sagte keine finanzielle Unterstützung zu, versprach den Bürgern aber, zwei Bären zur Zoogründung und schickte „Butz und Petz“ 1863 nach Hannover – zwei Jahre vor Zoo-Öffnung.

Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff (re.) mit den Ausstellungs-Projektleitern Stefanie Hentschel und Jan-Gerrit Gross – Foto: Zoo Hannover

Zoogeschäftsführer Andreas M. Casdorff mit den Ausstellungs-Projektleitern Stefanie Hentschel und Jan-Gerrit Gross (v.re.) – Foto: Zoo Hannover

Die Ausstellung zeigt die Chronik der Zoobauten, den Wandel von der romantischen zur funktionalen und schließlich thematisieren Zoogestaltung, zeigt den Zoo als Schaufenster der Alfelder Tierhandlung Ruhe, erklärt das „hannoversche Grabenprinzip“ und erinnert an tierische Persönlichkeiten wie Pinguin Käpt’n Flint, Elefant Jenny, Giraffe Retsch und Seelöwe Flosse.

Die Ausstellung informiert nicht nur über die Zoogeschichte, sondern auch über moderne Artenschutzprojekte, Zuchtbücher, den weltweiten Tieraustausch zwischen den gut vernetzten Zoos, die tierische Bandbreite der veterinärmedizinischen Behandlungen, tiermedizinisches Training und Tierbeschäftigung.

„Die Ausstellung hat das Zoo-Team in Eigenarbeit zusammengestellt, jeder hat etwas beigesteuert – alte Zeitungsausschnitte, antike Zooführer, Erinnerungen“, so Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff. Von „Bären und Bürgern“ ist bis zum 21. Juni täglich von 11 bis 17 Uhr im Prunksaal des Maharadschas im Dschungelpalast zu sehen.

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