Trauer- und Bestattungskultur – Wochenende des ambulanten Hospizdienstes

9. August 2016 @

Was ist denn „Sepulkralkultur“? Dieser Frage gingen die Ehrenamtlichen des Ambulanten Hospizdienstes Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze in ihrer diesjährigen Fortbildungsveranstaltung in Kassel nach. Im dortigen Museum für Sepulkralkultur – dem einzigen in Deutschland – konnten sie sich eingehend mit den „letzten Dingen“ des Lebens beschäftigen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze beim Besuch in Kassel – Foto: Manuela Fenske-Mouanga

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze beim Besuch in Kassel – Foto: Manuela Fenske-Mouanga

Der Begriff Sepulkralkultur leitet sich vom lateinischen „sepulcrum“ ab und bedeutet Grab oder Grabstätte. Er umfasst alle kulturellen Erscheinungen im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauern und Erinnern, beispielsweise Gräber, Särge, Begräbnisriten und Bestattungsbräuche. Im Museum in Kassel sind sowohl kulturhistorische als auch Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zur Trauer- und Begräbniskultur zu sehen.

Der Ambulante Hospizdienst Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze praktiziert ein Qualifizierungsmodell, mit dem die Ehrenamtlichen kontinuierlich in den Bereichen Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz geschult und weitergebildet werden. Dazu gehört das jährlich durchgeführte Wochenende in einem auswärtigen Tagungshaus. Das Seminar gibt den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gelegenheit, sich nachhaltig mit einem grundlegenden Thema der Hospizarbeit auseinanderzusetzen und gleichzeitig für ihre Arbeit Kraft zu schöpfen. „Für sie ist die fortlaufende Fortbildung und Vorbereitung für die Aufgabe der Begleitung schwer kranker, sterbender und trauernder  Menschen selbstverständlich“, so Manuela Fenske-Mouanga, Leiterin des ambulanten Hospizdienstes für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze. „Die Bereitschaft zum Lernen miteinander und voneinander ist die wichtigste Voraussetzung für diese ehrenamtliche Tätigkeit.“

Der „Kultur“-Begriff im weitesten Sinne als Bezeichnung für alles, was der Mensch „gestaltend“ hervorbringt, fand sich anschließend nach dem Museumsbesuch nicht nur in den Übungen zur Kommunikation und zum Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen, sondern auch im Besuch des nahegelegenen Bergparks im Kurbezirk Kassel Wilhelmshöhe wieder.  „Die Möglichkeit, neben der thematischen Auseinandersetzung mit dem Hospizthema die Natur, Spaziergänge, Erholung und Entspannung zu genießen, macht Kassel zu einem Ort, der allemal einen Besuch wert ist“, stellten die Ehrenamtlichen des Dienstes einstimmig fest.

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