Toter Wolf weg: Geschütztes Tier in der Region Hannover unauffindbar

8. März 2016 @

SEHNDE-NEWS. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen und dem Bundesnaturschutzgesetz steht der Wolf (canis lupus) in Deutschland unter strengstem Schutz. Umso unverständlicher, dass ein toter Wolf aus dem Regionshaus verschwunden zu sein scheint. Darüber ist die „Jägerschaft Burgdorf“ zu Recht erzürnt, denn das Tier sollte ihr übergeben werden. Nun wendet sie sich mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit. Sie schriebt:

Die Jägerschaft Burgdorf möchte den überfahrenen Wolf zu Lehr- und Forschungszwecken präparieren lassen. Der Kadaver ist im Regionshaus Hannover allerdings unter mysteriösen Umständen verschwunden - Foto: piclease (Bildrechte Jägerschaft)

Die Jägerschaft Burgdorf möchte den überfahrenen Wolf zu Lehr- und Forschungszwecken präparieren lassen. Der Kadaver ist im Regionshaus Hannover allerdings unter mysteriösen Umständen verschwunden – Foto: piclease (Bildrechte Jägerschaft)

>> Am 15. April 2015 wurde bei Großburgwedel auf der A7 ein Wolf überfahren. Die Jägerschaft Burgdorf hat sich am selben Tag an das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gewandt. Sie bat darum, dass ihr der Kadaver ausgehändigt würde, damit daraus ein Präparat zu Bildungs-, Lehr- und Forschungszwecken hergestellt werden könnte. Sie hat einen Antrag auf eine Ausnahme vom Besitzverbot nach Paragraph 44 Absatz 2 Nummer 1 des Bundesnaturschutzgesetzes gestellt. Am 8. Februar 2016 beschied die Region Hannover als zuständige Behörde diesen Antrag positiv.

In der Folge musste der Kadaver ausfindig gemacht werden. Der Wolf wurde am 8. Februar 2016 von der Region Hannover vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung abgeholt und sollte zur Verwahrung an das LAVES [Lebensmittel- und Veterinärinstitut] an der Hildesheimer Straße 20 in Hannover gebracht. Er ist allerdings anscheinend nie in der Region Hannover angekommen oder sein Verbleib soll offensichtlich vertuscht werden. Der Amtstierarzt […] konnte oder wollte der Jägerschaft Burgdorf keine Auskunft über den Verbleib des Wolfes geben.

Angesichts der politischen und öffentlichen Debatten „rund um den Wolf“ ist der Verbleib des betreffenden Wolfes auch für die breite Bevölkerung von öffentlichem Interesse. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die erhaltene Ausnahmegenehmigung selbstredend bereits nach außen kommuniziert wurde und mithin zahlreiche Bürger, insbesondere rund um Burgdorf, auf die Präsentation des präparierten Wolfes warten und dem Präparat mit großem Interesse entgegensehen.

Jäger Oliver Brandt hat eine Anfrage an die Regionsverwaltung gestellt - Foto: Privat

Jäger Oliver Brandt hat eine Anfrage an die Regionsverwaltung gestellt – Foto: Privat

Hans-Otto Thiele, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf, hat sich mittlerweile mit Innenminister Pistorius und Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, Landwirtschaftsminister Meyer [in Verbindung gesetzt] sowie das Niedersächsische Wolfsbüro eingeschaltet. Die Politiker sowie das Niedersächsische Wolfsbüro wurden um Unterstützung gebeten, damit die Jägerschaft Burgdorf den Wolfskadaver endlich erhält und ihn seinem Zweck zukommen lassen kann.

Oliver Brandt, Presseobmann der Jägerschaft sowie CDU Regionsabgeordneter und Mitglied im Umweltausschuss hat eine schriftliche Anfrage an die Regionsverwaltung gestellt. Sie lautet:
1. Wo befindet aktuell sich der Wolf?
2. Wo befand sich der Wolf seit seinem Abtransport aus Berlin?
3. Wem gehört oder gehörte zum jeweiligen Zeitpunkt juristisch gesehen der überfahrende Wolf?
4. Angeblich soll der Wolf von Umweltminister Wenzel nach Holland verschenkt worden sein. Trifft dies zu? Auf welcher Rechtsgrundlage geschieht dies? Handelt es sich in diesem Fall um Diebstahl oder Unterschlagung?
5. Wie gelangt die Jägerschaft Burgdorf e. V. rechtmäßig in den Besitz des Wolfes, um ihn gemäß der vorliegenden Ausnahmegenehmigung der Region Hannover präparieren zu lassen? […]<<

Vielleicht meldet sich ja der Finder des Tieres auf grund dieser Pressemeldung der Jägerschaft Burgdorf und kann Auskunft über den Verbleib des Körpers geben.

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