Storchen-Bestand in der Region hoch – aber weniger Nachwuchs

20. Oktober 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Wie im Vorjahr haben 2016 exakt 51 Storchenpaare Nester in der Region Hannover bezogen, wenn auch mit deutlich schlechterem Brutergebnis. „Nur 76 Junge gegenüber 2015 mit 102 wurden aufgezogen. Bezogen auf alle Paare hat es damit 1,49 Junge pro Paar gegeben. Dieser Wert liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1,8 Jungen“, erläutert Dr. Reinhard Löhmer, Naturschutzbeauftragter für die Weißstorchbetreuung der Region Hannover. Seine Erklärung: „Dauernässe im Mai und Juni sowie niedrige Temperaturen bedeuteten für die exponiert sitzenden jungen Nesthocker vielfach den Tod. Sie verklammen dann, reagieren apathisch und werden dann von Eltern abgeworfen.“

Ob die Nistanlage am Kaliberg angenommen wurde, ist noch nicht klar - Foto: Deters-Eickemeyer/Archiv

Ob die Nistanlage am Kaliberg angenommen wurde, ist noch nicht klar – Foto: Deters-Eickemeyer/Archiv

Betroffen waren in diesem Sommer alle Nester, auch die mit späteren Bruten. Überall dort, wo nur ein oder zwei Jungstörche ausgeflogen sind, haben vermutlich die bruterfahrenen Eltern den Totalverlust verhindern können, meint der Fachmann, der sich um den Bestand der regionalen Weißstörche aber dennoch nicht sorgt. Dr. Löhmer: „Die Paarzahl ist nach wie vor auf hohem Niveau. Erfreulich sind zudem die vielen übersommernden Nichtbrüter, die in diesem Jahr die ganze Saison über zu beobachten waren. Das waren jüngere Störche, die an der Grenze zur Geschlechtsreife stehen. Sie stellen populationsbiologisch gesehen die Brutreserve der Zukunft dar.“

Die Zahl der „Überwinterer“ ist konstant geblieben. Sie haben den milden Winter gut überstanden. Vermutlich ebenfalls witterungsbedingt sind die „Westzieher“ im Vergleich nochmals früher zurückgekommen. Die ersten Störche trafen schon Ende Januar ein, eine große Anzahl dann im Februar. Bis Mitte März war fast die Hälfte der Nester in der Region mit Paaren besetzt. Die Rückkehr der „Ostzieher“ erstreckte sich von Ende März bis Mitte Mai. Insgesamt waren 51 Nester mit Paaren besetzt – exakt die Zahl vom Vorjahr.

In Uetze beispielweise tauchten nur „Besucher“ an den Nestern auf. Es wurde nicht gebrütet. In Sievershausen gab es erstmals nach 17 Jahren wieder eine erfolgreiche Brut. Erstbruten gab es auch auf der neuen Masthilfe in Schillerslage. Der Brutbestand ist damit in der Region konstant auf hohem Niveau.

Hervorzuheben ist, dass es trotz der widrigen Wetterbedingungen doch drei Nester mit jeweils vier Jungen gegeben hat, darunter in Arpke. Insgesamt ist 2016 vom Brutergebnis her jedoch kein gutes Storchenjahr gewesen, dennoch muss man sich um den Bestand nicht sorgen.

Die Neststandorte in der Ostregion im Überblick (in Klammern Zahl der ausgeflogenen Jungen):
Burgdorf: Dachtmissen (2), Schillerslage (0), Burgdorf-Stadt (0)
Burgwedel: Wulfshorst (2)
Laatzen: Alt –Laatzen (0), Grasdorf (4)
Lehrte: Arpke (4), Immensen  (3), Sievershausen (1), Steinwedel (3)
Uetze: Dedenhausen (2), Hänigsen (2), Obershagen (1)

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