Seenotretter befreien Kajak- und Schlauchbootfahrer aus Lebensgefahr

16. Mai 2015 @

Ein Kajakfahrer verdankt sein Leben aufmerksamen Passagieren der Spiekeroog-Fähre und der Revierkenntnis der Neuharlingersieler Seenotretter. Die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes Neuharlingersiel der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) rettete den stark unterkühlten Mann am Sonnabendnachmittag, 9. Mai, sprichwörtlich in letzter Minute aus dem ostfriesischen Wattenmeer. In der folgenden Nacht fanden die Baltrumer Seenotretter einen überfälligen Schlauchbootfahrer zwischen Neßmersiel und der Insel.

Das eingesetzte Seenotrettungsboot Neuharlingersiel der DGzRS - Foto: DGzRS/Die Seenotretter Archiv

Das eingesetzte Seenotrettungsboot Neuharlingersiel der DGzRS – Foto: DGzRS/Die Seenotretter Archiv

Gegen 13.50 Uhr meldete sich die Inselfähre „Spiekeroog I“ bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS. Passagiere hatten ein gekentertes Kajak nahe der Tonne 18 in der Otzumer Balje gesichtet. Bereits rund zehn Minuten später legte die Freiwilligenbesatzung mit der Neuharlingersiel ab.

Die Seenotretter fanden den stark unterkühlten Mann etwa anderthalb Seemeilen (zirka 2,5 Kilometer) östlich der gemeldeten Position. Bei Nordwestwind um sechs Beaufort (bis 49 km/h) war der 70-Jährige abgetrieben. „In der kabbeligen See war das gekenterte Boot kaum auszumachen. Der Mann hielt sich mit letzter Kraft daran fest. Nur sein Kopf ragte aus dem Wasser“, schildert Vormann Wolfgang Gruben die schwierige Suche.

Die Seenotretter nahmen den kaum ansprechbaren, stark unterkühlten Schiffbrüchigen an Bord und hüllten ihn in wärmende Decken. Sie bestellten Notarzt und Rettungswagen zur weiteren Versorgung nach Neuharlingersiel. Der 70-Jährige war gemeinsam mit einem zweiten Kajakfahrer unterwegs gewesen, der allerdings sicher die Insel erreicht hatte.

Gegen 23 Uhr erfuhr die Seenotleitung Bremen von einem überfälligen Schlauchboot mit 6-PS-Außenbordmotor, unterwegs vom Festland nach Baltrum. Zeugen hatten das Auslaufen aus Neßmersiel mit einem Mann an Bord beobachtet. Gemeinsam mit einem Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine suchte das Seenotrettungsboot Elli Hoffmann-Röser das Wattenmeer ab. Nördlich Baltrum unterstützten der Seenotrettungskreuzer Hannes Glogner/derzeit Station Norderney, das Zollschiff Borkum und der Schlepper Nordic die Suche.

Gegen 0.45 Uhr entdeckte die Besatzung der Elli Hoffmann-Röser etwas im Lichtkegel ihres Suchscheinwerfers, konnte die Stelle aufgrund des geringen Wasserstands allerdings nicht anlaufen. Als der Marinehubschrauber den Fundort ausleuchtete, watete der Vermisste den Seenotrettern entgegen. Die Elli Hoffmann-Röser brachte Boot und Bootsführer wohlbehalten nach Baltrum.

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