Schauspielerin Birge Schade tauft neuen Seenotrettungskreuzer für Cuxhaven

12. Juni 2017 @

Auf den Namen  „Anneliese Kramer“  hat Schauspielerin Birge Schade am Sonnabend in Cuxhaven den jüngsten Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) getauft. Damit würdigt die DGzRS eine verstorbene Förderin aus dem Binnenland, die die Seenotretter in ihrem Nachlass bedacht hat. Das moderne Spezialschiff ersetzt seinen Vorgänger „Hermann Helms“ nach 32 Dienstjahren auf einer der einsatzreichsten Stationen an der stark befahrenen Elbmündung.

Schauspielerin Birge Schade tauft den neuen Seenotrettungskreuzer SK 37 auf den Namen „Anneliese Kramer“ – Foto: DGzRS – Die Seenotretter/Ingo Wagner

28 Meter lang, 6,20 Meter breit, zwei Meter Tiefgang, fast 4000 PS stark und 24 Knoten schnell – das sind nur einige technische Daten der  „Anneliese Kramer“. Zu ihrer Taufe begrüßten die Seenotretter mehrere hundert Gäste, Freunde und Förderer aus nah und fern im Cuxhavener Fährhafen. Einige ihrer Partner auf und über See präsentierten sich im Rahmenprogramm: die Marineflieger aus Nordholz, die Berufsfeuerwehr Cuxhaven, die Freiwillige Feuerwehr Cuxhaven-Duhnen und die Ortsgruppe Cuxhaven der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Birge Schade wünschte dem neuen Seenotrettungskreuzer und seiner Besatzung „allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“. „Der Klang der Schiffstyphone hat meine Kindheit in St. Pauli geprägt. Mein Vater hat als Maschinist auf großen Frachtern die Weltmeere befahren. Aus seinen Erzählungen habe ich schon als Kind ein Gefühl für die Gefahren der See bekommen“, sagte sie. Später sei auch der Respekt vor der Leistung der Seenotretter gewachsen: „Ich bewundere diejenigen, die sich diesen Gefahren mutig und selbstlos entgegenstellen, um andere zu retten.“

Begeistert von den Seenotrettern ist auch die zwölfjährige Amelie Schleevoigt aus Göttingen. Ihr Vater engagiert sich ehrenamtlich für die Seenotretter. Besonders eng ist Amelies Kontakt zur Besatzung des Cuxhavener Seenotrettungskreuzers. Mit den gleichen Wünschen, die Birge Schade der  „Anneliese Kramer“ mit auf den Weg gab, zog das Mädchen für das Tochterboot „Mathias“ nach. Es trägt den Namen des Vaters der Förderin, der einst seine Liebe zur See an sie weitergegeben hatte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Seenotretter, Michael Schroiff, betonte, die namhafte Erbschaft habe den überwiegenden Teil der Kosten des Neubaus gedeckt. „Dies ist ein großer Vertrauensbeweis, für den wir sehr dankbar sind.“

Die „Anneliese Kramer“ verlässt zum ersten Mal unter ihrem endgültigen Namen den Cuxhavener Fährhafen, begleitet von einem Sea-Lynx-Hubschrauber der Marineflieger – Foto: DGzRS – Die Seenotretter

Die  „Anneliese Kramer“ ist der dritte 28-Meter-Seenotrettungskreuzer und der erste dieses Typs, der an der niedersächsischen Küste stationiert wird. Die jüngste und modernste Bootsklasse der Seenotretter ist im Zuge der turnusgemäßen Modernisierung der Rettungsflotte konzipiert als leistungsfähiger Nachfolgetyp der 27,5-Meter-Klasse, die zwischen 1985 und 1993 in Dienst gestellt wurde. Den Vorgänger Hermann Helms wird die DGzRS verkaufen.

Zwei je 1440 kW/1958 PS starke Maschinen beschleunigen das 120 Tonnen verdrängende neue Spezialschiff auf bis zu 24 Knoten (ca. 46 km/h). Gefahren wird es von einer vier Mann starken Besatzung. Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden wieder aufzurichten. In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich, das auf See unabhängig vom Mutterschiff agieren kann.

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