Region sucht Gastfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

23. November 2015 @

Aktuell rechnet die Region Hannover in den 16 Kommunen, in denen die Region Jugendhilfeträgerin ist, mit etwa 250 unbegleiteten Jugendlichen, die in den kommenden Wochen und Monaten versorgt und betreut werden müssen. Zu diesen Bereichen, in die diese Jugendlichen kommen werden, gehören Burgwedel, Isernhagen, Pattensen, Sehnde und Uetze.

Gastfamilien benötigt: Info-Veranstaltung gibt Hinweise - Logo: Region Hannover

Gastfamilien benötigt: Info-Veranstaltung gibt Hinweise – Logo: Region Hannover

Um diesen Jugendlichen einen geschützten familiären Rahmen in Deutschland zu ermöglichen, sucht die Region Hannover dringend Gastfamilien: Die Veranstaltung „Ein Zuhause für minderjährige Flüchtlinge – eine Informationsveranstaltung für Gastfamilien“ lädt alle interessierten Paare und Einzelpersonen aus dem Umland herzlich dazu ein, sich am Dienstag, 24. November, 18.30 Uhr im Regionshaus an der Hildesheimer Straße 20 in Hannover unverbindlich über Möglichkeiten und Aufgaben von Gasteltern zu informieren. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bei den ausländischen unbegleiteten Minderjährigen handelt es sich überwiegend um männliche Jugendliche im Alter zwischen 13 bis 17 Jahren. Sie kommen in der Regel aus Kriegs- und Krisengebieten in Afghanistan, Syrien, Eritrea, Somalia oder dem Irak und haben einem muslimischen Hintergrund. Vor einer Aufnahme in eine Gastfamilie werden die Kinder und Jugendlichen einige Wochen in einer Stelle des Jugendamtes betreut und gesundheitlich versorgt, wo sie auch bereits erste Deutschkenntnisse vermittelt bekommen.

Auch Sehnde gehört zu den eingeladenen Kommunen - Foto: JPH

Auch Sehnde gehört zu den eingeladenen Kommunen – Foto: JPH

Als Gasteltern kommen Paare und Einzelpersonen in Frage, die über berufliche oder private Erziehungserfahrung insbesondere mit Jugendlichen in der Pubertät verfügen. Weitere Kriterien sind etwa ausreichende deutsche Sprachkenntnisse der Hauptbezugsperson, genügend Wohnraum mit eigenem Zimmer für den aufgenommenen Jugendlichen und zeitliche Ressourcen. Offenheit für den Umgang mit fremden Kulturen und Religionen, für die Vielfältigkeit von Sprache oder Essgewohnheiten sind ebenfalls Voraussetzungen. Zu den Aufgaben von Gasteltern zählen die Unterstützung des Minderjährigen, sich in das öffentliche Schulsystem und in das soziale Umfeld einzugliedern, sie bei Behördengängen zu begleiten und sich um die medizinische Betreuung zu kümmern.

Der Pflegekinderdienst der Region Hannover begleitet und berät Gasteltern und Gastfamilien bei der Betreuung eines Minderjährigen von Anfang an. Zudem steht den Gasteltern der jeweilige vom Gericht bestellte Vormund, eine sozialpädagogische Fachkraft der Region Hannover, als Ansprechpartner zur Seite. Gasteltern erhalten außerdem regelmäßig Fortbildungsangebote und die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch mit anderen Gastfamilien sowie ein monatliches Pflegegeld zur Sicherung des Lebensunterhaltes des Jugendlichen.

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