Region nimmt Stellung zur neuen SüdLink-Planung

2. Januar 2017 @

„Der SüdLink-Korridor ist tot, es lebe der SüdLink-Korridor“, so könnte man die neuen Planungen der Stromtrasse durch die Region Hannover umschreiben. Während die ehemals geplante Trasse mit Freilandleitung über Lehrte und Sehnde nach Hildesheim durch die Erdverkabelung (derzeit) vom Tisch zu sein scheint, gibt es jetzt zwei andere mögliche Korridore für die Erdkabel der geplanten Hochspannungs-Gleichstromtrasse durch den Bereich der Region Hannover.

Bei der Vorstellung der Planungen ist der Andrang immer groß – Foto: JPH/Archiv

Die eine Strecke führt von Neustadt über Wunstorf, Garbsen, Seelze, Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen bis nach Springe, die östlichere Streckenführung würde Burgdorf und Uetze betreffen. Im zurzeit noch informellen Beteiligungsverfahren hat die Region Hannover vor kurzem eine Stellungnahme abgegeben, die Hinweise zur Umwelt- und Raumverträglichkeit der vom Vorhabenträger TenneT TSO GmbH vorgelegten Korridorvarianten beinhaltet.

„Die Möglichkeit, frühzeitig Stellung  zu den Korridor-Vorschlägen nehmen zu können, begrüßen wir“, sagte der Umwelt- und  Planungsdezernent der Region Hannover, Professor Dr. Axel Priebs. „Die von den Netzbetreibern TenneT und TransNetBW vorgelegte Planung ist aus unserer Sicht fachlich und methodisch transparent, so dass die Wahl der Trassen-Varianten weitgehend nachvollziehbar ist“, so Priebs weiter. Die Region Hannover ist auch in dem nun folgenden förmlichen Verfahren, der sogenannten Bundesfachplanung, als Trägerin öffentlicher Belange wie Landesplanung, Denkmalschutz, Naturschutz, Gewässer- und Bodenschutz  oder Gesundheit gefragt. Sonja Beuning, Leitern des Fachbereichs Planung und Raumordnung der Region Hannover, betont: „Wir werden dann vor allem darauf achten, dass ein möglichst großer Abstand zu Wohnsiedlungen eingehalten wird und sensible Bereiche wie Naturschutzgebiete oder Biotopverbunde nicht zu Schaden kommen.“

Professor Priebs begrüßt die frühe Beteiligung der Region Hannover – Foto: JPH/Archiv

In der grundsätzlichen Entscheidung gegen die oberirdischen Leitungen mit ihren „Masten“ und für das Erdkabel sehen Priebs und Beuning auch einen Erfolg der von Region Hannover unterstützten „Hamelner Initiative“, einem Zusammenschluss der vom SüdLink-Projekt betroffenen Landkreise in Deutschland. „Die Region wird wie bisher den konstruktiven Dialog zur Festlegung eines möglichst konfliktarmen Korridors für die Nord-Süd-Stromtrasse unterstützen und alle möglichen Alternativen fachlich prüfen, auch mit externer Unterstützung. Wir stehen dabei in einem engen Austausch mit unseren Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern, deren Interessen wir im Verfahren vertreten.“

So sieht ein mögliches Erdkabel aus: VPE-isoliertes 380-kV-Kabel mit Kupferleiter – Foto: TenneT TSO GmbH

Der nächste Schritt zur Planung wird nun eingeleitet seitens der Betreiber: Die Bundesfachplanung, die noch beantragt werden muss. In ihr wird zunächst ein Gebietsstreifen ausgewiesen, in dem die künftige Stromtrasse verlaufen soll. Innerhalb dieses sogenannten „Trassenkorridors“ wird die Umwelt- und Raumverträglichkeit einer Stromleitung geprüft. Der genaue Verlauf dieser Trasse ist Gegenstand des abschließenden Planfeststellungsverfahrens. Der Korridor ist zunächst etwa 1000 Meter breit, die finale Trasse wird aber deutlich weniger Raum in Anspruch nehmen.

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